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Neue Arbeitsstätte für 120 Beschäftigte in Oderberg

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Schwungvoll vollzog Bürgermeister Klaus Ritter den symbolischen Spatenstich für das neue Werkstattgebäude im Gewerbegebiet Oderberg. Unser Bild zeigt (von links) den CLW-Stiftungsratsvorsitzenden Dr. Michael Elsen, Bürgermeister Klaus Ritter, den stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser sowie den CLW-Aufsichtsratsvorsitzenden Josef Schärtl und den CLW-Geschäftsführer Dr. Jens Maceiczyk. (Foto: Rasch)

Traunreut – Spatenstich für ein neues Werkstattgebäude der Chiemgau Lebenshilfe Werkstätten GmbH (CLW) im Gewerbegebiet Oderberg: Der Neubau ersetzt eine bisher gemietete Holzwerkstatt in Palling. Außerdem wird eine Küche eingebaut, von der aus auch alle anderen CLW-Einrichtungen versorgt werden. Mit dem Einzug ist Mitte nächsten Jahres zu rechnen.


Die CLW ist mit ihrer Holzverarbeitung seit 2006 in Höhenstetten in Palling in Miete. Wegen des ständig wachsenden Betriebs hat sich die GmbH entschieden, im Gewerbegebiet Oderberg etwas Eigenes zu schaffen. In das neue Gebäude an der Heinrich-Hertz-Straße wird nicht nur der Zweig Holzverarbeitung ausgelagert, auch Bereiche wie Montage und Metallverarbeitung werden darin Platz finden.

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Platz für 120 Mitarbeiter mit Behinderung

»Auf Dauer können wir in Höhenstetten den Anforderungen nicht mehr gerecht werden, die es uns auch nicht erlauben, uns weiterzuentwickeln«, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der CLW, Josef Schärtl vor zahlreichen Gästen. Dass die neue Werkstatt inmitten von Betrieben errichtet werde, zeuge auch von gelebter Integration, betonte er. Das neue Gebäude, in dem 120 Menschen mit Behinderung beschäftigt sein werden, koste rund acht Millionen Euro, wovon die CLW rund 50 Prozent selbst stemmen müsse.

Nach Aussagen der Vertreterin des bayerischen Sozialministeriums, Cornelia Höhn, werde sich der Freistaat Bayern mit drei Millionen Euro beteiligen. »Es ist uns wichtig, weil wir wissen, welch wertvolle Arbeit hier geleistet wird«, so Höhn.

Der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser stellte heraus, dass die Werkstätten aus dem Landkreis Traunstein nicht mehr wegzudenken seien. Mit 430 Arbeitsplätzen und 100 Angestellten habe sich die CLW mittlerweile zu einem mittelständischen Arbeitgeber entwickelt. »Ich wünsche den Beschäftigten und Mitarbeitern in der neuen Arbeitsstätte eine angenehme Arbeitsatmosphäre.«

Auch Bürgermeister Klaus Ritter gratulierte der CLW zu diesem Schritt. In Traunreut seien soziale Einrichtungen stark vertreten und die Zusammenarbeit mit der CLW laufe reibungslos. »Wir sind es gewohnt und mit Menschen mit Behinderung aufgewachsen«, so das Stadtoberhaupt.

Ein großes Lob zollte der Geschäftsführer der CLW, Dr. Jens Maceiczyk allen am Projekt Beteiligten. Behörden, Planer, Mitarbeiter und Aufsichtsrat hätten ohne zu zögern mitgearbeitet. »Ohne ihre Unterstützung wäre das alles nicht möglich gewesen«, lobte Maceiczyk, der erst seit knapp einem Jahr Geschäftsführer ist. Es sei ein ambitioniertes Unterfangen gewesen, was ihm der Aufsichtsrat kurz nach seinem Antritt bei der CLW mit auf den Weg gegeben habe.

Diplom-Ingenieur Franz Feldner, Architekt und Vorstandsmitglied in der Haumann + Fuchs Ingenieure AG Traunstein, stellte als zuständiger Planer den bisherigen Entstehungsverlauf des Projekts vor. Nach ersten Gesprächen habe man die Lebenshilfewerkstätten in Deggendorf besichtigt, um sich einen Eindruck über eine modere Werkstätte für Menschen mit Behinderung zu verschaffen. Planungsbeginn sei im Oktober gewesen, im Februar dieses Jahres seien die Unterlagen bei der Stadt und beim Landkreis eingereicht worden, die dann auch zügig genehmigt worden seien.

Angebote liegen deutlich unter Kostenberechnungen

Die ersten Ausschreibungen für die Erd- und Baumeisterarbeiten seien bereits eingegangen und lägen erfreulicher Weise deutlich unter den Kostenberechnungen. Feldner rechnet damit, dass in drei Wochen mit dem Bau begonnen werden kann. Bis zur Rohbaufertigstellung Mitte November werden zirka 6600 Kubikmeter Erdreich bewegt worden sein, über 300 laufende Meter Grundleitungen verlegt sowie 2350 Kubikmeter Ortbeton, 160 Kubikmeter Mauerwerk, rund 170 Fertigteile und 230 Tonnen Betonstahl verbaut worden sein.

Der Neubau wird eine bebaute Fläche von 2950 Quadratmeter und einen umbauten Raum von knapp 28 000 Kubikmeter besitzen. Feldner wies auch darauf hin, dass die Umsetzung des Raumprogramms aufgrund der begrenzten Grundstücksgröße von 5200 Quadratmeter gewisse Abstriche notwendig gemacht hätten. Bevor der Spatenstich vollzogen wurde, spendeten die evangelische Pfarrerin Dorothea Marien und ihr katholischer Amtskollege Thomas Tauchert der Baustelle den kirchlichen Segen. ga