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Neue Ära beim Kuratorium des Diakonischen Werks

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Das neue Kuratorium des Diakonischen Werks Traunstein besteht aus Dekan Peter Bertram (von links), der Traunsteiner Tafel-Vorsitzenden Silke Huber, dem Marquartsteiner Pfarrer Rainer Maier, Ulrike Marczynski aus Waldkraiburg, der Traunsteiner Ärztin Dr. Regine Roeder und dem Traunsteiner Oberbürgermeister Manfred Kösterke. (Foto: H. Eder)

Traunstein. Es war der Beginn einer neuen Ära beim Diakonischen Werk: Bei den Wahlen in der Mitgliederversammlung im Seniorenzentrum Wartberghöhe ist das Kuratorium des Diakonischen Werks Traunstein mit Ausnahme einer Position vollständig neu besetzt worden. Angespannt ist hingegen die Finanzsituation bei der Diakonie. Geschäftsführer Thomas Zugehör hatte über ein Minus von 330 000 aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr zu berichten.


Das neue Kuratorium setzt sich jetzt zusammen aus dem neuen Dekan Peter Bertram, Ulrike Marczynski aus Waldkraiburg, Pfarrer Rainer Maier aus Marquartstein, Oberbürgermeister Manfred Kösterke aus Traunstein, der Traunsteiner Tafel-Vorsitzenden Silke Huber und dem bisherigen Mitglied Dr. Regine Roeder, ebenfalls aus Traunstein. In beratender Funktion steht weiterhin Wirtschaftsprüfer Dieter Pape zur Seite.

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Die ausscheidenden Mitglieder wurden von Thomas Zugehör und Dekan Bertram mit einer Flasche Wein und Blumen verabschiedet. Diese sind Brigitte Eisenrieder (Burgkirchen), Pfarrer Hans-Georg Bredull (Bad Reichenhall), Dr. Jochen Imhoff (Ottobrunn) sowie Fritz Stahl und Dekan i. R. Gottfried Stritar (beide Traunstein).

In den knapp gefassten Jahres- und Finanzberichten des Vorsitzenden und Geschäftsführers Zugehör kam immer wieder der äußerst enge Finanzspielraum des Diakonischen Werks zur Sprache, vor allem begründet durch das Verhältnis der von den rund 1000 hauptamtlichen Mitarbeitern erbrachten Leistungen zu den Entgelten der jeweiligen Kostenträger.

Ein Problem ist laut Zugehör auch die zunehmende Belastung aller Mitarbeiter wie auch der Leitungskräfte, denn der Bedarf an sozialen Dienstleistungen im Dekanat wachse ständig. Allein im vergangenen Jahr sei die Zahl der um Hilfe und Unterstützung Suchenden um 400 gestiegen, und das bei annähernd gleichbleibender Mitarbeiterzahl.

Durch die vielfältigen Dienste des Diakonischen Werks werde, wie Zugehör sagte, die soziale Lebensqualität in der Region maßgeblich unterstützt und weiterentwickelt. Das sei nicht selbstverständlich, dazu seien Unterstützung, Engagement und die Zusammenarbeit vieler Spender und Partner notwendig. Aber trotz dieser Unterstützung könne der Aufwand für all die Dienste von den Erträgen nicht mehr gedeckt werden. Dabei werde künftig auch das finanzielle Auffangen eines Bereichs durch einen anderen in dieser Form nicht mehr möglich sein: »Jeder Bereich muss lernen, kostendeckend zu wirtschaften. Das stellt hohe Ansprüche an die Geschäftsstelle und die Leitungskräfte.«

Das Gesamtminus laut Gewinn- und Verlustrechnung beträgt für 2011 über 330 000 Euro, bilanzierte Zugehör. Ursache für dieses Defizit seien vor allem die Lohnsteigerungen beim Personal. Trotz in etwa gleich starker Mitarbeiterzahl seien die Lohnkosten um rund 685 000 Euro gestiegen; die Umsatzerlöse hätten dagegen nur um 90 000 Euro zugenommen.

Angesichts dieses negativen Ergebnisses habe man, wie Zugehör schilderte, beim Diakonischen Werk »sofort die entsprechenden Maßnahmen ergriffen«: Kosten- und Pflegesatzverhandlungen hätten zu deutlichen Erfolgen geführt, wie auch der Einsatz des elektronischen Dienstplans, was kein einfacher Schritt gewesen sei, jedoch helfe, die Personalsituation an die jeweilige Belegungssituation sofort anzupassen. Dennoch werde sich die Tendenz, dass von immer weniger Personal immer mehr Leistung erwartet werde, weiter fortsetzen: »Die Schere klafft deutlich immer weiter auseinander. Hier besteht sehr ernsthafter politischer Handlungsbedarf.«

Stabil sei die Finanzlage inzwischen beim Chiemgau-Stift in Inzell, nachdem das Diakonische Werk das Gebäude vom Evangelischen Siedlungswerk gekauft hat. Die 63 Plätze seien meist alle belegt. Für 2012 erwarte man ein positives Ergebnis, nachdem das Defizit im Vorjahr nur noch bei rund 2600 Euro lag.

Um Synergieeffekte besser nutzen zu können, hat der Vorstand vorgeschlagen, künftig das Seniorenzentrum Wartberghöhe sowie die ambulanten Dienste in Traunstein und Freilassing mit der Service und Pflege gGmbH zu verschmelzen. Die Entscheidung fiel einstimmig dafür aus. he