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Neubaugebiete müssen deutlich kleiner geplant werden

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Nach dem es das Landratsamt Traunstein ablehnt, dass an der Kreuzung bei der Zufahrt zur Poschmühle eine Ampelanlage mit Bahnschranke errichtet wird, muss die Stadt Traunreut die Neubaugebiete »Stocket« und das »Abdeckerfeld III« nun deutlich kleiner planen. (Foto: Rasch)

Traunreut – Der Erschließung für ein großes Neubaugebiet in Traunreut hat der Landkreis Traunstein jetzt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als zuständige Behörde der Kreisstraße TS 42 hätte das Landratsamt das Genehmigungsverfahren für den Ausbau der Zufahrt von der Kreisstraße in die Poschmühle mit einer Ampel und Schranken in das Neubaugebiet beantragen müssen. Die Behörde lehnt dies jedoch ab. Sie befürchtet, dass sich dadurch der Verkehr bis an den Kreisverkehr in Traunreut zurückstauen könnte, und schlägt der Stadt eine abgespeckte Variante vor.


Die Stadt Traunreut wollte am westlichen Stadtrand ein Wohnbaugebiet »Stocket« mit rund 80 Parzellen ausweisen und gleichzeitig das bestehende Wohnbaugebiet »Abdeckerfeld III« um 38 Einzel- und acht Doppelhäuser erweitern. Die Anbindung für beide Baugebiete sollte über die Zufahrt zur Poschmühle erfolgen, die auch die Bahnlinie quert.

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Die Pläne für eine Ampelanlage und Schranken waren schon gezeichnet und »wir hätten Nägel mit Köpfen machen können«, sagte Geschäftsführer der Traunreuter Stadtverwaltung, Josef Maier, in der jüngsten Stadtratssitzung. Die Bahn hätte sich auch bereit erklärt, den Antrag für ein Planfeststellungsverfahren über das Bundeseisenbahnamt einzureichen. Es habe sich aber herausgestellt, dass aufgrund der Rechtslage der Landkreis Traunstein den Antrag stellen müsste.

Die Haltung des Landkreises stieß im Gremium auf großes Unverständnis. Auch Bürgermeister Klaus Ritter ließ durchblicken, dass er von der Reaktion des Landratsamtes nicht begeistert ist. Er sprach sich aber dafür aus, die Planung anzupassen. »Wir haben einen großen Baudruck und sollten trotzdem weitermachen«, forderte er und schlug vor, die beiden Neubaugebiete ohne die Anbindung über den Bahnübergang Poschmühle neu zu planen.

Es gehe nicht an, dass uns der Landkreis jetzt vorschreibe, wie groß wir unsere Baugebiete auszuweisen haben: »Stecken da eigene Interessen dahinter?«, mutmaßte Günther Dzial (SPD). Ernst Biermaier (Freie Wähler) schlug in die gleiche Kerbe und kritisierte den Vorschlag von Landrat Siegfried Walch, aus verkehrstechnischen Gründen vorrangig das Baugebiet »Stocket« zu entwickeln, allerdings ohne Anbindung für den Kfz-Verkehr an den Bahnübergang Poschmühle.

Eine Hauptanbindung des Verkehrs über die Kolpingstraße zum Baugebiet »Stocket« könnte zu Problemen führen, sagte Biermaier. Auch Bernhard Seitlinger (CSU) kritisierte die Haltung des Landratsamts. Er könne nicht nachvollziehen, was das Landratsamt dazu bewogen habe, das bereits geplante zu ändern, wetterte er. Solche Vorgaben dürfe man nicht zulassen.

Für ein geordnetes Erschließungskonzept plädierten Gabi Liebetruth und Josef Winkler (Bürgerliste) sowie Ernst Ziegler (SPD). Ihrer Ansicht nach sollte man von einem Flickwerk Abstand nehmen und eine geordnete Anbindung schaffen. »Wir sollten erst eine vernünftige Erschließung schaffen und dann planen«, forderte Winkler. Er gab auch zu bedenken, dass im Abdeckerfeld die Straßen sehr eng seien, dass zwei Autos kaum aneinander vorbeifahren könnten.

Martin Czepan (Grüne) forderte, die Bauparzellen keinesfalls kleiner zu machen, da der Landverbrauch ohnehin schon zu groß sei. Die Anregung von Herbert Kusstatscher (SPD), die Bedingungen des Landratsamtes nur zur Kenntnis zu nehmen und nicht zu »akzeptieren« wurde bei drei Gegenstimmen mitgetragen. ga