weather-image
14°

Neubau ist sinnvoller und wirtschaftlicher

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Die neue Realschule – hier eine Planskizze – wird knapp 29,1 Millionen Euro kosten.

Traunstein – »Ein Neubau der Staatlichen Realschule Trostberg ist sinnvoller und wirtschaftlicher als die Sanierung und Modernisierung der bestehenden Schule.« Das betonte Landrat Siegfried Walch gestern im Kreistag. Die Architekten stellten Details des knapp 29,1 Millionen teuren Bauprojekts vor, das auf einem Grundstück neben dem Hertzhaimer-Gymnasium verwirklicht werden soll.


Der Landkreis Traunstein als Träger der Schule geht aktuell davon aus, dass sich die Regierung von Oberbayern mit einem Zuschuss von rund 6,8 Millionen an den Baukosten beteiligen wird. Die Stadt Trostberg hat bereits die planerischen Voraussetzungen wie Flächennutzungsplan und Bebauungsplan geschaffen. Dem Stadtrat soll der Bauantrag im September 2016 vorliegen. Baubeginn soll im Mai 2017 sein, der Unterricht mit Beginn des Schuljahrs 2019/20 starten. Das jetzige Realschulgebäude soll dann abgerissen werden.

Anzeige

Knapp 900 Realschüler in Trostberg

Nach Walchs Worten hat Trostberg als zentraler Bildungsstandort im nördlichen Kreisgebiet die größte Realschule im Landkreis Traunstein mit knapp 900 Schülern. Das dortige Gymnasium besuchen knapp 700 junge Menschen. Der Landrat gab einen Überblick über den bisherigen Verlauf. Zu Beginn der Planung habe man kritisch hinterfragt, was sinnvoller sei: eine Generalsanierung oder ein Neubau. Eine Machbarkeitsstudie gab schließlich Aufschluss: Im Herbst 2014 entschied sich der Kreisausschuss für den Neubau der Schule.

Die künftige Realschule ist aufgegliedert in drei kompakte, dreigeschossige Baukörper, die verzahnte Freiflächen bilden. Die Architekten Jan Spreen und Phillip von Funcke aus Gauting erläuterten gestern die wesentlichen Punkte der Planung und beantworteten zahlreiche Fragen von Kreisräten.

Der Landrat unterstrich die Bedeutung der Bildung: »Noch nie wurde so viel Geld in Bildung gesteckt wie jetzt. Das Projekt belastet den Landkreis finanziell. Aber ich bin stolz, dass der Kreistag dieser Marschrichtung immer zugestimmt hat.« Es sei richtig und konsequent, auf unterschiedliche Schultypen zu setzen. Dank richtete Siegfried Walch unter anderem an die Schulleitung mit Helga Weise-Fürmeier an der Spitze. Nie habe die Schule ihre Wünsche überzogen, stets Verständnis gezeigt, wenn das eine oder andere nicht verwirklicht werden konnte.

»Das Projekt macht Sinn«, eröffnete Trostbergs Bürgermeister Karl Schleid (CSU) gestern die Diskussion. Schleid erinnerte, der schlechte Zustand des aktuellen Gebäudes habe zu der Entscheidung geführt, dass ein Neubau rentabler sei. Gut sei die Situierung des Neubaus im Schul- und Sportzentrum. Dadurch könne das durch den Abbruch der jetzigen Schule freiwerdende Areal ebenfalls für Sport und Schule genutzt werden. Der Verzicht auf eine eigene Mensa an der Realschule sei richtig, reiche doch die Mensa am Gymnasium für beide Schulen aus. Positiv wertete der Bürgermeister, dass der Baubetrieb den Schulbetrieb nicht stören wird.

Viele Kreisräte begrüßten gestern die Maßnahme, darunter Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) und Willi Geistanger (Bündnis 90/Die Grünen). Letzterer meinte, alles sei großzügig geplant. Ein Wermutstropfen sei, dass keine Photovoltaikanlage gebaut werde. Der Landrat merkte an, dort gebe es eine andere ökologische Alternative – Fernwärme, durch Biogas betrieben.

Behindertengerecht und lärmgedämmt

Die Architekten bestätigten auf Fragen von Walburga Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen), das Projekt sei komplett behindertengerecht, die Klassenzimmer gegen Lärm gedämmt geplant. Dass die jetzige Schule nach 35 Jahren in schlechtem Zustand ist, beschäftigte eine Reihe von Kreisräten. Die Hoffnung aller war, der Neubau werde länger halten. Es hieß, die Fachleute hätten zwischenzeitlich an Erfahrung gewonnen und daraus gelernt. Dr. Lothar Seissiger (FW/UW) forderte auf einen Redebeitrag von Dirk Reichenau (SPD) wegen einer Gebäudekühlung »nicht mehr Geld auszugeben, als wir haben«. Man wolle keinen Luxusbau hinstellen.

Thomas Grafs Anliegen war »mehr Grün« – und sei es auf den Dächern der Gebäude. Kritik an der hohen Bausumme im Vergleich zu den Möglichkeiten in seiner Gemeinde kam von Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke: »Wir hätten auch gerne gebaut.« Jantke versagte letztlich als Einziger seine Stimme bei der Kenntnisnahme des Projekts in Trostberg. kd