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Neptun entstieg mit einem Christbaum dem See

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Der Christbaum spiegelte sich im dunklen Wasser des Sees, während Neptun aus den Tiefen auftauchte. (Foto: Albrecht)

Petting – Die Kleinen machten große Augen, als der schwarz angezogene, große Mann mit goldener Krone auf den wallenden, roten Haaren, ebensolchem Bart, bewehrt mit einem Dreizack in einer Hand und einem Christbaum in der anderen, aus dem Wasser auftauchte. Für die älteren Kinder und Erwachsenen am Campingplatz in Kühnhausen war das aber nichts Neues, denn das gleiche Schauspiel hatte sich schon in den letzten fünf Jahren zugetragen. Ein kurioses Spektakel ist es aber trotzdem geblieben. Nicht überall und alle Tage kommt es vor, dass sich Christentum und vorchristliche römische Mythologie so vermischen. Obwohl auch die Römer ihren Gott des Wassers, Neptun, schon von Poseidon, dem griechischen Gott des Wassers und der Meere abgeleitet hatten.


Die Idee, in Kühnhausen dieses »Christbaumtauchen« zu veranstalten kommt allerdings aus dem Salzkammergut. Dort, in Gmunden am Traunsee und im Mondseer Land sind diese vorweihnachtlichen Veranstaltungen schon zu einem Brauch geworden. Der Vorstand der Kühnhausener Wasserwacht, Franz Thanbichler, meinte seinerzeit, die Idee dieses »Christbaumtauchens« sei auch in Kühnhausen einen Probeversuch wert. Die beiden Rettungstaucher der Wacht, Erich Kirchhofer und Erwin Hager, waren ebenfalls angetan von diesem Vorhaben. So kam 2010 auch in Kühnhausen zum ersten Mal ein Neptun mit Christbaum aus dem Wasser. Die Veranstaltung war ein großer Erfolg und wird seitdem jedes Jahr wiederholt. Mit der Größe und Popularität wuchs auch das Rahmenprogramm. Inzwischen werden jedes Jahr mehrere überdachte Stände und ein größeres Zelt aufgebaut, wobei es in ersteren nette und originelle Geschenke und Dinge für den täglichen Gebrauch zu erstehen gibt und im Zelt können sich die Besucher mit Getränken und Weihnachtspunsch versorgen. Daneben gibt es auch Weihnachtsgebäck, Würstchen und Bosna vom Grill. Sogar musikalische Begleitung, durch zwei junge Flötenspielerinnen, bekam Neptun heuer bei seinem Aufstieg aus dem Wasser.

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Auf der freien Fläche zwischen den Ständen und dem See hatten die Organisatoren mehrere hohe Tische aufgestellt, unter denen sich, als Wärmespender, kleine Öfen verbargen. So war für den Komfort der Besucher bestens gesorgt. Die als Neptun verkleideten Rettungstaucher kamen allerdings nicht in den Genuss dieser Wärme, denn sie mussten ins, um diese Jahreszeit doch recht kalte Wasser, um mit dem Bäumchen stilgerecht aufzutauchen.

Besonders für die Kinder ist es jedesmal ein echtes Erlebnis, diesen Mann – behangen mit einem Fischernetz und einen beleuchteten Christbaum tragend – aus der Dunkelheit des Sees, von hinter dem Schilfbewuchs am Ufer kommen zu sehen, um dann kleine Geschenke zu verteilen, bevor er wieder in die Tiefen des Sees verschwindet. Kein Wunder, dass sich jedes Jahr mehr Kinder und auch Erwachsene am Ufer drängten, um dieses Spektakel mitzuerleben. al