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Nein zu »Einfamilienhaus-Wohnparkanlage«

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Ein Blick auf das verwaiste Grundstück, auf dem die »Einfamilienhaus-Wohnparkanlage« entstehen soll. (Foto: Ostermaier)

Reit im Winkl. Eine »Einfamilienhaus-Wohnparkanlage« beabsichtigt eine Unternehmensgesellschaft in Reit im Winkl zu errichten. Mit einem entsprechenden umfangreichen Antrag auf Vorbescheid hatte sich der Bauausschuss zu befassen. Dabei sollen unweit der Ortsmitte fünf Wohnhäuser in einer »großzügigen Park-Außenanlage« – wie dies im Antragsschreiben formuliert war – entstehen, wozu die Vorplanungen offenbar schon weit vorangeschritten sind. Drei Beschlüsse hatten die Gemeinderäte hierzu zu fassen – alle drei fielen allerdings einstimmig ablehnend aus.


Das Areal, auf dem die Wohnhäuser gebaut werden sollen, wirkt von außen fast wie ein verwunschener, weitläufiger Garten: Umsäumt von einem dichten, hohen Baumbestand lassen sich die Fläche und ein darin stehendes, älteres Haus mehr erahnen als erkennen, rund 2500 Quadratmeter ist das Areal groß, nur wenige Gehminuten vom Ortskern in nordwestlicher Richtung entfernt. Diese Fläche soll in fünf jeweils rund 500 Quadratmeter große Bauplätze parzelliert werden, Gemeinschaftsparkanlage inklusive. Weiter notiert die Antragstellerin, die R. Development GmbH, im Antragsschreiben, diese Fläche erst erwerben zu wollen, um dann eine Wohnparkanlage zu erbauen, deren Gestaltung sich in »die örtliche Umgebung voll einfügen und sich zugleich zeitgemäß und schön repräsentieren« werde.

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Dass man hier allerdings durchaus anderer Auffassung sein kann, verdeutlichte zweiter Bürgermeister Andreas Heigenhauser im Verlaufe der Sitzung: Er befand die »Planung unmöglich«, hier entstünden Häuser »mit fünf Ecken«, außerdem passten die Einfamilienhäuser in ihrer Größe nicht zu benachbarten, weitaus höheren Gebäuden.

Bürgermeister Josef Heigenhauser wies demgegenüber auf ebenfalls benachbarte Wohnhäuser kleineren Ausmaßes hin und erklärte abgeschrägte Wandflächen, die zu einem fünfeckigen Grundriss führten, mit dem Bestreben, das Areal »optimal« ausnutzen zu wollen; nur so könne man eben festgelegte Abstandsflächen einhalten.

In verschiedenen Anfragen erläuterte die Verwaltung im Vorfeld, dass gegen die in dieser Art geplante Bebauung wenig spreche, weitgehend zeigte man sich mit dem Vorhaben einverstanden. Im Verlaufe der Diskussion der Sitzung wurde jedoch klar, dass die Zufahrtsregelung nicht abschließend geklärt werden konnte, da hier ein relevantes Scheiben der Grundstücksbesitzer nicht vorlag. Auch die geplante Variante, Kanal- und Wasserversorgung in nordwestlicher Richtung zu verlegen, fand nicht die Zustimmung der Räte. Es sei hier wesentlich einfacher, so erläuterte Bürgermeister Josef Heigenhauser, die Hauptleitungen in südlicher Richtung zu erreichen, die Versorgung sei hier im Gegensatz zur beantragten Trasse im Freispiegel möglich. Schließlich sprachen sich die Gemeinderäte einhellig auch gegen ein Baudetail aus: Nachdem die Wohnhäuser offenbar Dachgauben erhalten sollen, lehnten die Räte das ab, da diese gegen die Ortsgestaltungssatzung verstoßen. ost