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Neben der Wärme soll 2015 auch Strom produziert werden

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Traunreut. Zufrieden über den Verlauf des Geothermieprojekts äußerte sich der Geschäftsführer der Geothermischen Kraftwerksgesellschaft Traunreut (GKT), Maximilian von Grundherr, in der Sitzung des Traunreuter Bauausschusses. »Wir sind gerade dabei, die zweite Phase abzuschließen«. Noch im Februar soll von der Netzstation auf dem Bohrplatz Fernwärme ausgekoppelt werden. Die Infrastruktur seitens der Traunreuter Stadtwerke, eine Hauptversorgungsleitung vom Bohrplatz bis zur Hans-Böckler-Straße, ist fertig.


Nach Angaben des Geschäftsführers laufen seit Mitte der Woche diverse Tests, die cirka 30 Tage dauern werden. Eine Kopftemperatur von 100 Grad Celsius sei bereits erreicht worden. Um Fernwärme liefern zu können, benötige man aber eine Temperatur von 104 Grad. Von Grundherr geht davon aus, dass die Temperatur erreicht werde und die Traunreuter noch im Februar mit der neuen Energie versorgt werden können.

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Nächster Schritt ist der Bau eines Kraftwerks zur Stromerzeugung. Das Genehmigungsverfahren läuft bereits, und sobald ein positiver Bescheid vorliegt, soll mit dem Bau des Kraftwerks begonnen werden. Wie von Grundherr dem Traunsteiner Tagblatt sagte, sei mit einer Stromlieferung ab Oktober 2015 zu rechnen. Zunächst müssen auf dem Bohrplatz neben einem Betriebsgebäude weitere Anlagenteile, wie Wärmetauscher und Turbinenanlagen errichtet werden.

Das Betriebsgebäude mit einer schrägen Dachneigung wird etwa 40 Meter lang und 10 Meter breit. An der höchsten Stelle misst das erdgeschossige Gebäude etwa 4,50 Meter. Auf Anfrage von Stadtrat Herbert Kusstatscher (SPD) werde das Kraftwerk automatisch gefahren. Es werde lediglich einen Betriebsführer geben und für die Wartung der Anlagen werden Verträge mit entsprechenden Firmen abgeschlossen, sagte von Grundherr. Noch keine konkrete Aussage konnte er über die Nutzung der Restwärme machen.

Ohne längere Diskussion abgesegnet wurden die Stellungnahmen für Änderung bzw. Erweiterung des Bebauungsplanes für das »Sondergebiet Bau- und Gartenmarkt sowie großflächiger Einzelhandel an der Trostberger Straße.« Dabei handelt es sich um die Neuansiedlung von BayWa und Kaufland. Die Änderung bzw. Erweiterung ist notwendig, da sich im Zuge des Verfahrens das Entwässerungssystem geändert hatte. Wegen des lehmigen Untergrunds hat sich der Bauherr auf eine konventionelle Entwässerung verständigt.

Das Konzept sieht eine Versickerung über eine sogenannte belebte Bodenzone vor. Dabei wird das Schmutzwasser in vier unterschiedlichen Mulden abgeleitet. Dadurch entsteht entlang des Grundstücks im Anschluss an eine 4,80 Meter hohe Sicht- und Schallschutzwand und einem Fußweg, ein bis zu zwei Meter hoher abfallender Wall, der extensiv begrünt und punktuell bepflanzt werden soll. Der dafür notwendige Grundstücksstreifen, der als Ausgleichsfläche dem Öko-Konto gutgeschrieben werden soll, wurde in Erbpacht erworben. Mit der Stadt bereits vertraglich festgelegt wurde, dass die Pflegemaßnahmen des Walls vom Bauherrn übernommen werden müssen. Auf Wunsch der Anlieger soll der im Besitz des Bauherrn befindliche Fußweg nicht beleuchtet werden.

Die Erdarbeiten für den Bau des BayWa-Kaufland-Projekts laufen bereits. Wie wiederholt berichtet, war das geplante Projekt nicht nur in Traunreut sehr umstritten. Auch die Nachbargemeinden gaben dazu negative Stellungnahmen ab, an denen sie auch im jüngsten Verfahren festhalten. Palling befürchtet ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, die Marktgemeinde Waging einen Kaufkraftabzug. Ein positiver Bürgerentscheid führte jedoch dazu, dass das Projekt durchgezogen wird.

Mitgetragen wurden auch die Änderungen des Bebauungsplanes »Gewerbegebiet Äugelwald«. Die Änderungen betrafen eine Grenzbebauung im Zuge der Bauhofplanung. In dem neuen Gewerbegebiet soll ein neuer städtischer Bauhof gebaut werden. ga