Naturphänomene ins rechte Licht gerückt

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Das Siegerbild von Florian Lahr zeigt einen »Zauber-nebel«, entdeckt im Drei-Seen-Gebiet in Ruhpolding.

Pilze, Insekten, Pflanzen, Landschaften – alles, was Florian Lahr vor die Linse bekommt, wird fotografiert. Seine Schnappschüsse hat er schon mehrmals erfolgreich bei Wettbewerben eingereicht – so auch beim Fotowettbewerb »Natur im Fokus«. Mit seinem Bild »Zauberwald« belegte der elfjährige Traunsteiner in seiner Altersklasse den ersten Platz. Auch die 14-jährige Mia Plenk aus Ruhpolding war bei dem Wettbewerb erfolgreich: Die Jury belohnte die Hobby-Fotografin ebenfalls mit einem ersten Platz in ihrer Altersklasse.


An einem Wintermorgen war Florian Lahr mit seiner Familie im Drei-Seen-Gebiet unterwegs und schoss dabei das Sieger-Bild. Am Weitsee sah er einen dichten Nebel, der die mit Reif überzogenen Bäumen »umwaberte«. »Er bewegte sich, als wäre er ein lebendiges Wesen«, beschreibt Florian Lahr die Naturerscheinung, die er mit der Kamera einfing. Für ihn hat es ausgesehen, als treibe gerade eine »Wetterhexe ihr Unwesen«. Bei seinem Schnappschuss hatte der Elfjährige allerdings riesen Glück, wie er erklärt. »Ich habe genau im rechten Moment abgedrückt« – der Nebel sei nämlich ziemlich schnell wieder weg gewesen.

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Das Bild hat der Traunsteiner dann bei »Natur im Fokus« eingereicht. Veranstaltet wird der Fotowettbewerb seit 2007 vom Museum Mensch und Natur in München und seit 2010 gemeinsam mit dem Bayerischen Umweltministerium. Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 18 Jahren können ihre Naturfotos einreichen. Die Sieger werden in ihrer jeweiligen Altersklasse prämiert und erhalten einen Preis – heuer ein Familienwochenende an der Donau mit Workshop bei einem Fotografen.

Schon seit mehreren Jahren fotografiert Florian leidenschaftlich »alles, was hergeht«, wie er erzählt. Am liebsten seien ihm aber Tiermotive, dafür habe er aber oft nicht die Geduld, gesteht der Elfjährige. Beim Fotografieren achte der Traunsteiner besonders auf die Belichtung. Ihm gefalle es gut, wenn die Motive auf dem Bild »verschwimmen«. Dafür wählt er eine lange Belichtungszeit und bewegt beim Auslösen die Kamera ein wenig. Für gute Bilder brauche es zudem ein richtiges Objektiv, verrät Florian – und das leiht er sich immer von seiner Mama Claudia aus.

Doch zu Beginn brauche es nicht unbedingt eine Profiausrüstung, ist der Traunsteiner überzeugt. Für den Anfang reiche eine einfache Kamera aus. Auch mit dem Handy könne man gute Fotos machen, erklärt Florian. Jeder fange mal klein an – »am Besten, man geht einfach raus und legt los.« Der Rest ergebe sich dann von allein, sagt der Traunsteiner.

Über ein Plakat an ihrer Schule hat Mia Plenk aus Ruhpolding 2019 zum ersten Mal vom Foto-Wettbewerb »Natur im Fokus« erfahren. Seitdem hat die 14-Jährige schon zweimal mitgemacht – einmal wurde sie Dritte und jetzt belegte sie in ihrer Altersklasse Platz eins. Mit dem Titel »Leuchtende Schätze des Waldes« hatte Mia ein Bild eines Pilzes, der an einem Baum wächst, eingereicht.

Aufgenommen hat Mia das Bild bei einer Wanderung mit ihrer Familie auf den Hochscharten. Sie durchquerte einen »ziemlich dunklen Wald« und auf einer Lichtung entdeckte Mia das Motiv. »Das Licht in diesem Moment war so besonders«, erinnert sie sich. Die Ruhpoldingerin ist oft zusammen mit ihrer Familie in der Natur unterwegs. Ihr Vater ist ausgebildeter Fotograf und hat meist seine Kamera dabei, erzählt sie. Immer wenn Mia bei Wanderungen etwas »Spannendes« sieht, darf sie sich den Fotoapparat ihres Vaters leihen, sagt sie. Ihr Vater gebe ihr auch immer Tipps, die sie gerne annehme.

Am liebsten macht die 14-Jährige Nahaufnahmen und rückt kleine Details wie die Lamellen von Pilzen oder Insekten ins rechte Licht. Dabei achtet sie darauf, dass der Hintergrund gleichmäßig ist und die Lichtverhältnisse – zum Beispiel der Kontrast von Hell und Dunkel – passen.

aha

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