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Nährstoff- und Wasserrückhalt zugunsten des Sees

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Waging am See. Dank der Bereitschaft von privaten Grundeigentümern und Landwirten stehen jetzt geeignete Flächen für Maßnahmen zum Nährstoff- und Wasserrückhalt im Wassereinzugsgebiet des Waginger und Tachinger Sees zur Verfügung. So ließ sich nun ein erstes Maßnahmenpaket erarbeiten, wie der dafür zuständige Mitarbeiter Franz Knogler von der Landsiedlung des Bayerischen Bauernverbands (BBV) mitteilt. Maßnahmen sind bei Mollstätten, Schneidergröben, Aich, Enzersdorf, Ebing und Schuhegg vorgesehen – also im Gebiet der Teilnehmergemeinschaft, die die fünf an der Flurneuordnung Waginger See/Tachinger See beteiligten Gemeinden rundum die Seen umfasst.


Heinrich Thaler, der Leiter der Waginger Gemeindewerke, konkretisiert die vorgesehenen Maßnahmen. In Weitgassing geht es um die Wiederherstellung eines früheren Feuerlöschteiches mit einer Verdoppelung des Volumens, einer gezielten Einleitung des vorhandenen und zum Teil sehr groß dimensionierten Leitungsnetzes aus der Fläche zur Rückhaltung von abgeschwemmten Nährstoffen sowie der Reduzierung der vielen vorhandenen Einlaufschächten durch Verschließung.

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In Schneidergröben ist geplant, die in Richtung Staatsstraße fließenden Oberflächenwasser durch ein Rückhaltebecken und die Ausbildung eines Biotops auf der Seite Richtung Moosmühle zu sammeln. Gleichzeitig will man die Zufahrt nach Schneidergröben komplett neu erstellen. In Aich wird ein flaches Rückhaltebecken für das hängige Oberflächenwasser angelegt; angedacht ist, es mit Kurzumtriebshölzern, also schnell wachsenden Bäumen und Sträuchern, zu bepflanzen.

In Enzersdorf verfolgt man zwei: zum einen die Schaffung von Rückhaltevolumen, um eine weitere bauliche Entwicklung des Ortes zu ermöglichen, zum anderen den Aufbau eines Rückhaltevolumens für die Abschwemmung aus hängigen Feldern und Wiesen mit gleichzeitiger Abflussdrosselung, um die schluchtartige Eintiefung des Vorfluters zu stoppen. In Ebing ist der Bau eines relativ großen Rückstaubeckens geplant, weil hier viel Oberflächenwasser gespeichert werden muss, um die Gesamtsituation mit großen Wassermengen bei Starkregen und Überflutung der Gemeindestraße zu verbessern.

In Schuhegg will man einen Prototyp zur Drainagenwasser-Behandlung umsetzen. Die Sammelleitungen des großflächigen Drainage-Systems werden vom Bacheinlauf zurückgebaut und verrieseln dann über einen noch anzulegenden großflächigen Pufferstreifen neben dem Bach. Angedacht ist, den Pufferstreifen mit Kurzumtriebshölzern zu bepflanzen.

Die Entwurfsplanung dieser Maßnahmen hat das Ingenieurbüro Lenz aus Ringelai erstellt; sie wurde mit den Trägern öffentlicher Belange bei einem Anhörungstermin im Rathaus in Waging erörtert. Teilnehmer waren Vertreter des Landwirtschaft- und Wasserwirtschaftsamtes, der Unteren Naturschutzbehörde und des Bundes Naturschutz sowie die Bürgermeister der fünf an der Flurneuordnung Waginger/Tachinger See beteiligten Gemeinden Kirchanschöring, Petting, Taching, Wonneberg und Waging. Alle Anwesenden beurteilten die geplanten Maßnahmen sehr positiv.

Die nächsten Schritte auf dem Weg zur Realisierung sind die Genehmigungen dieser Maßnahmen am Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern. Parallel dazu wird die Detailplanung erstellt und die öffentliche Ausschreibung der Maßnahmen vorbereitet. Baubeginn soll im Sommer sein. he