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Nächstes Projekt ist ein Haus für die Lehrerinnen

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Einen symbolischen Ziegelstein als Spende für die Buschschule »Matoke« in Uganda überreichte jetzt die Präsidentin des Soroptimist Club Traunstein, Friederike Plikat (Mitte), an Barbara Böhne (links) und Christa Gromotka.

Traunstein. Einen symbolischen Ziegelstein im Wert von 1000 Euro überreichte die Präsidentin von Soroptimist Club Traunstein, Friederike Plikat, an Barbara Böhne und Christa Gromotka. Die beiden Iniatiatorinnen aus Traunstein und Nußdorf waren bei ihren Besuchen in Uganda nicht nur von der Armut der Buschbevölkerung, sondern besonders von der erbärmlichen Schulsituation der Kinder erschüttert.


So entstand mit Hilfe zahlreicher Spenden innerhalb eines Jahres ein kleines, einfaches Schulgebäude mit vier Klassenräumen, alle mit großen Wandtafeln. Die Kinder können nun in Viererreihen auf Holzbänken mit Schreibplatten sitzen und durch die Schuluniform haben sie eine besondere Würde erhalten.

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Eine 5000 Liter fassende Tonne, die von den Dachrinnen gespeist wird, sorgt für Brauchwasser, eine kleinere Wassertonne speist die neuen Toiletten. Als Schutz gegen unliebsame Besucher wurde das Schulgelände mit einer Mauer eingezäunt. Der sandige Schulhof ist noch etwas kümmerlich, es fehlen Bäume und Pflanzen, die Schatten spenden.

Lernen zu können, ist für die 130 Schüler ein besonderes Privileg, denn sie sind alle aus sehr armen Verhältnissen. Viele von ihnen können nicht einmal das Schuldgeld für Unterricht und Mittagessen von fünf Euro im Monat bezahlen. Eine staatliche Förderung gibt es nicht, obwohl die Voraussetzungen für das Betreiben einer Schule gegeben sind, dazu gehören Wasser, Toiletten und Schulräume mit Tafeln.

Die Landessprache ist Englisch, aber sobald man als Musungo (Weiße) in die Nähe der Kinder kommt, hört man ein fröhliches »Grüß Gott« und zahlreiche kleine Hände nehmen dankbar ein Stück Brot entgegen. Mit Hilfe vieler Unterstützerinnen wurden bereits 15 Paten gefunden, die das Schulgeld für ein Jahr übernehmen. Doch nicht nur die Not der Kinder ist groß, auch die Wohn- und Lebensverhältnisse der Lehrerinnen, die den Kindern das Grundschulwissen beibringen, müssen dringend verbessert werden. Sie leben ständig bedroht von arbeitslosen, gewalttätigen und leider oft betrunkenen Männern im Dorfzentrum von Kjyunga.

Die Spende des Soroptimist Clubs Traunstein bildet das Startkapital für den Bau von sicheren Wohnräumen. Ein Grundstück in der Nähe der Buschschule ist bereits gefunden und die nötigen Finanzen, da sind Barbara Böhne und Christa Gromotka voll Vertrauen, werden bis zum geplanten Baubeginn im August, spätestens aber im März 2015 zur Verfügung stehen.

Wer mit Ideen, Zeit, Fachwissen und finanziellen Mitteln helfen kann, ist willkommen. Auch weitere Patenschaften wären sehr erwünscht. Mit 60 Euro kann man einem Kind für ein ganzes Jahr den Schulbesuch und ein sehr einfaches warmes Mittagessen ermöglichen. Für manche Kinder ist das die einzige Mahlzeit am Tag. Einziges Problem: »Wir sind halt eine rein private Initiative, kein Verein«, sagt Christa Gromotka. »Drum haben wir bisher auch noch kein Spendenkonto. Das basiert alles auf sehr, sehr viel Vertrauen. Aber unser Vorteil ist, dass wir keinen Verwaltungsapparat finanzieren müssen. Die Spenden nimmt Frau Böhne mit, wenn sie nächste Woche nach Uganda fliegt, und übergibt sie der Schulleiterin, einer ausgesprochen engagierten Lehrerin, die sehr, sehr sparsam wirtschaftet.« Nähere Informationen gibt es bei Christa Gromotka, Telefon 08669/7321.