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Nächste Woche beginnt der Ausbau der Staatsstraße 2104 bei Traunreut

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»Glück auf« hieß es gestern beim symbolischen Spatenstich zum Ausbau einer Teilstrecke der Staatsstraße 2104 im Norden von Traunreut. Unser Foto zeigt (von links) Franz Hagenauer von den Stadtwerken, Pallings Bürgermeister Josef Jahner, den Landtagsabgeordneten Klaus Steiner, Sebald König vom Staatlichen Bauamt Traunstein, Traunreuts Bürgermeister Klaus Ritter und Thomas Wisbauer von der Baufirma STRABAG. (Foto: Rasch)

Traunreut – Nach langen Planungen kommt endlich Bewegung ins Spiel: Am kommenden Dienstag beginnt der Ausbau des Teilstücks der Staatsstraße 2104 zwischen der Kantstraße und Trostberger Straße nördlich von Traunreut. Gesten Vormittag war Spatenstich für die nach Angaben des Staatlichen Bauamtes rund 1,7 Millionen Euro teure Baumaßnahme. Den Ausbau nutzen auch die Traunreuter Stadtwerke, um eine über 900 Meter lange Trinkwasser-Transportleitung zu verlegen. Die Kosten des Wasserleitungsbaus, der vom Staatlichen Bauamt mit der Straßenbaumaßnahme gemeinsam ausgeschrieben und von der zuständigen Baufirma aus Surberg mit ausgeführt wird, betragen über 500 000 Euro.


»Wir hoffen, dass die Leitung drei Generationen hält«, sagte der Technische Leiter der Traunreuter Stadtwerke, Franz Hagenauer. Mit dieser Maßnahme könne die Wasser-Transport-Ringleitung der Stadt Traunreut nun geschlossen werden. Nahezu 16 Jahre mussten die Stadtwerke abwarten, um den Ringschluss endgültig zum Abschluss zu bringen.

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Konkrete Verhandlungen begannen im Jahr 2011

Die Maßnahme sei aufgrund des im Gespräch befindlichen Straßenausbaus immer wieder geschoben worden, sagte Traunreuts Bürgermeister Klaus Ritter. Erst 2011 konnten durch die Zusage der staatlichen Mittel für den Straßenausbau konkrete Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern geführt und erfolgreich abgeschlossen werden. Der Streckenabschnitt bedeute für Traunreut eine riesige Belastung, er sei kompliziert und viel zu schmal, sagte Ritter.

Lobend erwähnte er, dass durch den Ausbau jetzt auch die Hans-Böckler-Straße ordentlich an die Staatsstraße angebunden werden könne und parallel zur Straße südseitig auch ein Geh- und Radweg gebaut werde. Damit wird auch die Radweglücke geschlossen und ein durchgehender Geh- und Radweg von der Bundesstraße 304 in Sankt Georgen bis zur Kreisstraße TS 42 nach Palling hergestellt. Ritters ausdrücklicher Dank galt den Grundstückseigentümern für die Grundabtretung, die Anlieger bat er um Verständnis für die Belastung während der Bauphase.

Dass auf die Gemeinde Palling durch die damit verbundene Vollsperrung »nicht zu viel Ärger zukommen wird«, hofft deren Bürgermeister Josef Jahner. Auch er begrüßte als Oberhaupt der Nachbargemeinde die durchgehende Geh- und Radwegverbindung zum Pallinger Gemeindegebiet.

»Vernünftige Anbindung für die Betriebe«

Der Traunsteiner CSU-Stimmkreis- und Landtagsabgeordnete Klaus Steiner erinnerte daran, dass er bereits beim Ersten dieses mittlerweile dritten Bauabschnittes der Waginger Straße mit dabei gewesen ist. Deshalb sei der Spatenstich für ihn auch ein wichtiger Termin, so Steiner. Von 2002 bis 2003 wurde die Teilstrecke zwischen der B 304 und Weisbrunn ausgebaut, 2005 bis 2006 das Teilstück zwischen Weisbrunn und der Kantstraße. Vor allem für die Industriegebiete im Osten von Traunreut sei der Ausbau von großer Bedeutung, betonte Steiner, und forderte grundsätzlich in den Straßenbau zu investieren: »Wir brauchen dringend eine vernünftige Anbindung für die Betriebe.« Dass der Freistaat Bayern den Länderfinanzausgleich mit acht Milliarden Euro finanziere und somit für die bayerischen Kommunen und den Straßenbau weniger Geld zur Verfügung stehe, ärgere ihn maßlos.

Der Leiter des Staatlichen Bauamts Sebald König, sprach von einem »freudigen Ereignis« für das Staatliche Bauamt, die Stadt Traunreut und die Gemeinde Palling. Dieser dritte Bauabschnitt sei nicht isoliert zu sehen, sondern als Gesamtkonzept, sagte König. Mittel- bis langfristig soll in diesen Masterplan auch der Lückenschluss bis zur Ostspange westlich von Frühling hergestellt werden. Sowohl für die Industrie als auch für die Bevölkerung bringe dieser Masterplan deutliche Verbesserungen. Auch dafür brauche man erneut alle drei Baulastträger – Staat, Landkreis und Stadt Traunreut.

Durch den Ausbau des jetzt dritten Bauabschnittes werde von der bisherigen Straße so gut wie nichts übrig bleiben, sagte König. Die Linienführung werde dem heutigen Standard angepasst und somit zu einer leistungsfähigen und verkehrssicheren Straße mit einer Breite von 7,50 Meter ausgebaut. Nach Angaben des Staatlichen Bauamts ist der auszubauende Streckenabschnitt als Unfallhäufung Nummer 28 in der Unfalltypenstreckenkarte ausgewiesen. Die beiden Ausbaubaumaßnahmen der Abschnitte eins und zwei hätten gezeigt, dass man mit einem situationsgerechten Ausbau die Unfallzahlen deutlich minimieren könne.

Einen unfallfreien Verlauf wünschte der Bereichsleiter der Baufirma STRABAG AG, Bereich Bayern Süd-Ost in Surberg, Thomas Wisbauer, der Baumaßnahme. Ein konkretes Datum, wann mit dem Abschluss der Bauarbeiten zu rechnen sein werde, nannte er allerdings nicht. Die Vollsperrung der Straße während der Bauarbeiten ist zunächst von Mitte August bis Mitte Dezember angeordnet. Nach Angaben von Wisbauer sei die Baustelle von der Witterung und vom Wintereinbruch abhängig.

Hügel sind doch keine Bodendenkmäler

Im Zuge der Planungen musste die Baustelle zunächst auch noch archäologisch untersucht werden (wir berichteten), denn dort wurden Hügelgräber vermutet. Die Untersuchungen brachten jedoch keinerlei Anhaltspunkte, dass es sich bei den Dokumenten um vorgeschichtliche Grabhügel aus der Keltenzeit handeln könnte, die sehr oft an den vorgeschichtlichen Handelswegen zu finden sind. Das Öffnen der Hügel hatte gezeigt, dass es sich trotz einer typisch topografischen Ausformung nicht um Grabhügel und nicht einmal um von Menschenhand geschaffene Hügel handelt. Deshalb müssen die angenommenen Hügel – auch zum Bedauern von Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika – jetzt aus der Bodendenkmalsliste gestrichen werden. ga

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