weather-image
21°

Nadelöhr in Hufschlag ist endlich beseitigt

4.3
4.3
Bildtext einblenden
Der 2,6 Millionen Euro teure Brückenneubau in Hufschlag bietet vor allem eins: mehr Platz. Das Bauwerk ist um drei Meter breiter als der Vorgängerbau. (Foto: Schwaiger-Pöllner)

Surberg – Fast zehn Monate lang ist die Straße durch Hufschlag wegen des Neubaus der Bahnbrücke gesperrt gewesen, seit gestern rollt der Verkehr wieder. Mit dem Ende der rund 2,6 Millionen Euro teuren Baumaßnahme ist auch ein Nadelöhr beseitigt, das lange Zeit ein erhebliches Verkehrsrisiko darstellte.


»Es verging kaum ein Monat, in dem nicht ein Lastwagen in der Bahnunterführung stecken blieb«, erinnerte sich der Leitende Baudirektor Sebald König vom Staatlichen Bauamt Traunstein bei einem gestern stattgefundenen Pressetermin zur Verkehrsfreigabe. »Auch die Radfahrer und Fußgänger mussten sich 'durchquetschen'. Das war unzumutbar«, fuhr der Bauamtschef fort und verriet: »Wir sprachen immer vom 'Mausloch von Hufschlag'« – durch das täglich rund 11 000 Fahrzeuge fuhren. Durch die Traunsteiner Nordumfahrung soll sich die Zahl laut Prognose jetzt auf 1000 Fahrzeuge am Tag verringern.

Anzeige

Alte Eisenbahnbrücke war über 110 Jahre alt

Die alte Eisenbahnbrücke hatte schon über 110 Jahre auf dem Buckel gehabt, war 1902 gebaut worden. »Sie war in einem sehr schlechtem Zustand«, führte gestern Matthias Gunsch von der Deutschen Bahn aus. Dass etwas passieren musste, war darum schon lange klar – zumal der Streckenabschnitt bei Hufschlag Teil der transeuropäischen Strecke Paris – Budapest ist und damit eine hohe Bedeutung für den Bahnverkehr hat.

Der Brückenneubau bietet vor allem eins: mehr Platz. Das Bauwerk ist um drei Meter breiter als der Vorgängerbau und bietet dadurch auch Platz für einen Gehsteig. In der Höhe ist das Bauwerk nur um 14 Zentimeter gewachsen und ist damit jetzt exakt vier Meter hoch.

Um den Neubau zu realisieren, errichtete die Deutsche Bahn an Ort und Stelle eine Hilfsbrücke, über die der Bahnverkehr während der Bauzeit laufen konnte. Nur an einzelnen Wochenenden im März, April und September war dadurch eine Sperrung der Bahnstrecke nötig. Im September war die neue Brücke fertig, danach standen noch die Straßenarbeiten an, die jetzt zu Ende gingen. »Nächstes Jahr muss nur noch die Asphaltdecke aufgebracht werden«, führte Sebald König aus; nach der derzeitigen Planung sollen die Asphaltierungsarbeiten in den Pfingstferien stattfinden.

Danach soll es ein großes Einweihungsfest geben – »mit Blasmusik und den Anliegern«, wie der Surberger Bürgermeister Josef Wimmer gestern versprach. Denn für die Anlieger sei die lange Bauzeit schon eine Belastung gewesen, führte das Gemeindeoberhaupt aus – zumal sie zuvor ja schon durch den Bau der Traunsteiner Nordumfahrung jahrelang eine Baustelle praktisch vor der Tür gehabt hätten.

»Bauwerk, von dem wir schon lange geträumt haben«

Dennoch machte er unmissverständlich klar, wie glücklich er über die neue Bahnbrücke ist. »Das ist ein Bauwerk, von dem wir in der Gemeinde schon lange geträumt haben«, sagte Wimmer. Immer wieder sei dessen Realisierung verschoben worden. Daran erinnerte auch Bauamtsleiter Sebald König: Er hatte zum Pressetermin ein Foto mitgebracht, das den Surberger Bürgermeister zusammen mit dem damaligen Landrat Hermann Steinmaßl und dem früheren Traunsteiner Oberbürgermeister Fritz Stahl im Büro des einstigen Innenministers Günther Beckstein zeigt. »Das ist jetzt elf Jahre her«, so König.

Wimmer erinnerte sich noch gut an den Termin. Damals habe man die Absprache getroffen, dass die einstige Staatsstraße, die unter der Eisenbahnbrücke hindurchführte, zur Gemeindestraße herabgestuft wird, die Baulast aber trotzdem nicht die Kommune, sondern der Freistaat Bayern und die Deutsche Bahn tragen werden. »Das Ganze ist ja auch als Folgemaßnahme der Ortsumfahrung zu sehen«, erläuterte König.

Rund eine Million Euro der Gesamtkosten von 2,6 Millionen Euro trägt die Deutsche Bahn, den Rest, also rund 1,6 Millionen Euro finanziert das Land. Darum war zum gestrigen Pressetermin auch der heimische Landtagsabgeordnete Klaus Steiner erschienen. »Es ist mir wirklich wichtig, dass dieses Nadelöhr und dieser Schandfleck beseitigt sind«, führte er aus. Auch Vertreter der ausführenden Baufirmen waren bei dem Pressetermin dabei, Tepe Tamer von Max Aicher Bau und Johann Öggl von Öggl Erdbau in Teisendorf.

Alle Anwesenden beteuerten gestern, wie reibungslos die Baumaßnahme über die Bühne gegangen sei. »Alles hat hervorragend funktioniert«, sagte etwa der Surberger Bürgermeister Josef Wimmer. Glücklich zeigten sich auch alle darüber, dass sowohl die Bauzeit als auch die Baukosten nur gering überschritten worden sind. san

Mehr aus der Stadt Traunstein