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Nachwuchsforscherinnen aus dem Landkreis ausgezeichnet

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Theresa Bartschmid (links) und Regine Grandl vom Traunsteiner Chiemgau-Gymnasium erforschten für den Landeswettbewerb von »Jugend forscht«, was zu tun ist, um die CO2-Belastung in Klassenzimmern zu reduzieren.
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Sie sind die drei Preisträgerinnen aus dem Traunreuter Johannes-Heidenhain-Gymnasium (von links): Natalie Kollmeier, Julia Moraras und Franziska Danner erforschten, wie Ameisen Farben unterscheiden und welche sie gegebenenfalls bevorzugen.

Fünf Schülerinnen aus dem Landkreis Traunstein – Theresa Bartschmid und Regine Grandl vom Chiemgau-Gymnasium in Traunstein sowie Franziska Danner, Natalie Kollmeier und Julia Moraras vom Traunreuter Johannes-Heidenhain-Gymnasium – bekamen gestern in Straubing die Preise für ihre erfolgreiche Teilnahme am Landeswettbewerb von »Jugend forscht« überreicht.


Theresa Bartschmid und Regine Grandl aus der Klasse 10 c vom Chiemgau-Gymnasium haben beim Landeswettbewerb »Jugend forscht« Bayern den Buchpreis Arbeitswelt und den Sonderpreis der Hermann Gutmann Stiftung für CO2-freies Lernen gewonnen. In der Straubinger Joseph-von-Fraunhofer-Halle wurden die Landessieger in den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik im Beisein von Staatssekretär Bernd Sibler, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, und Thomas Barth, Vorstandsvorsitzender des Patenunternehmens E.ON Bayern, ausgezeichnet.

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Dicke Luft im Klassenzimmer? Kohlendioxid (CO2) ist ein guter Indikator für verbrauchte Luft. Denn mit steigender Kohlendioxidkonzentration in der Raumluft steigen Müdigkeit und Geruchswahrnehmungen an, das Wohlbefinden wird vermindert und Konzentrations- und Leistungsfähigkeit nehmen ab. Besonders in Klassenzimmern, in denen die Luft durch falsches Lüftungsverhalten und viele Personen auf engem Raum oft auffallend schlecht ist, ist das problematisch.

In einer Versuchsreihe zum CO2-Gehalt der Luft hat das Team des Chiemgau-Gymnasiums durch verschiedene Messungen auf diese Situation hingewiesen. Weil sich die Begeisterung bei Mitschülern und Lehrern – wegen der extremen Bedingungen wie stickiger Luft oder Kälte in Grenzen hielt – führte das Team die Messungen in einer selbst gebauten Plexiglaskiste durch, die ein Klassenzimmer simulierte.

Traunreuterinnen erhielten Sonderpreis

Auch drei Traunreuter Schülerinnen erzielten einen tollen Erfolg: Franziska Danner, Natalie Kollmeier und Julia Moraras vom Johannes-Heidenhain-Gymnasium erhielten den dritten Preis für ihre Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Biologie. Zudem bekamen sie den Sonderpreis Verhaltensforschung des Lions Clubs Pfaffenhofen/Hallertau.

Die ganze Welt ist voller Farben. Die Farbwahrnehmung ist ein Teilbereich des Sehens, nämlich die Fähigkeit, elektromagnetische Wellen verschiedener Wellenlängen in ihrer Intensität zu unterscheiden. Aber nehmen alle Lebewesen die Farben gleich wahr? Wie diese Fähigkeit im Tierreich verbreitet ist, versuchte das dreiköpfige Team anhand einer Verhaltensstudie mit der in Mitteleuropa am häufigsten vorkommenden Ameise – der Waldameise (lasius niger) – herauszufinden. Wie reagieren sie auf Farben und welche bevorzugen sie? Die Nahrung der Waldameise besteht hauptsächlich aus zuckerhaltigen Substanzen wie Honigtau. Deshalb machte das Team aus Traunreut Versuche mit verschieden gefärbten Zuckerlösungen, um zu ermitteln, ob man eine Wechselbeziehung zu den in der Natur gängigen Pflanzenfarben feststellen kann.

Für Kultusstaatssekretär Bernd Sibler sind die vielen Anmeldungen ein Beweis dafür, dass an Bayerns Schulen Forschergeist und Kreativität besonders gefördert werden. Das bayerische Kultusministerium unterstütze die Idee, Schüler verstärkt zum Forschen zu animieren, und stelle für die Wettbewerbsrunden von »Jugend forscht« in Bayern sowohl personelle als auch finanzielle Mittel zur Verfügung.

Viele Schüler hätten sich gemeinsam mit ihren Lehrern Gedanken zu Fragen des 21. Jahrhunderts gemacht. »Sie haben hier in Straubing innovative Projekte und beeindruckende Lösungsansätze vorgestellt«, gratulierte der Staatssekretär den Teilnehmern.

Der Vorstandsvorsitzende des Patenunternehmens E.ON Bayern, Thomas Barth, betonte die gesellschaftliche Tragweite der »Jugend forscht«-Idee: »Erfolge und Fortschritte bei Forschung und Entwicklung sind in allen Lebensbereichen unverzichtbar. Um das zu gewährleisten, brauchen wir Forschergeist.« So stehe E.ON Bayern aktuell vor der Aufgabe, die Energiezukunft in Bayern mitzugestalten. »Mit unseren Aktivitäten wollen wir junge Menschen fördern und das Interesse für Neues wecken. Deshalb sind wir gerne Patenunternehmen für Jugend forscht Bayern.«

Der Wettbewerb »Jugend forscht« ist der größte europäische Jugendwettbewerb für Naturwissenschaften und Technik, der besondere Leistungen und Begabungen in diesen Bereichen fördert. 2013 findet dieser Wettbewerb zum 48. Mal statt. Veranstalter ist die Stiftung »Jugend forscht e.V.«