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Nachhaltigkeit war das große Thema

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Traunstein. 300 Jahre nachhaltige Forstwirtschaft – das Gedenkjahr an die wegweisenden Ausführungen des Hans Carl von Carlowitz zog sich wie ein roter Faden durch alle Beiträge bei den Herbstversammlungen der Waldbesitzervereinigung (WBV) Traunstein. In unsere Sprache übersetzt und der Zeit angepasst sind sie immer noch Grundlage unserer Forstwirtschaft.


Carl von Carlowitz war ein weit gereister Mann, der in vielen Ländern die verschiedenen Formen der Forstwirtschaft und Holznutzung kennenlernen wollte, erläuterte der Vorsitzende Werner Schindler. Ergebnis war eine Anleitung für Waldbauern zur Pflanzung, Baumartenwahl, Herkunft und zu Pflegemaßnahmen. Schindler meinte dazu: »Pflege und Durchforstungen der Wälder sind auch heute wichtige Maßnahmen im Sinne einer gelebten Nachhaltigkeit. Wir schaffen damit für die nachfolgenden Generationen gesunde und stabile Wälder.«

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Der Vorsitzende informierte, dass seit Mai 2013 die EU-Holzhandelsverordnung in Kraft ist, die in der EU den Handel mit illegal geschlagenem Holz vor allem aus Tropenwäldern verhindern soll. Sie beinhalte eine Dokumentationspflicht für alle Waldbesitzer über den Einschlag und Verkauf ihres Holzes. WBV-Mitglieder, die über die WBV vermarkten, seien davon entlastet, da die Geschäftsstelle alle vorgeschriebenen Unterlagen erstellen und aufbewahren würde.

Geschäftsführer Jan Röder erläuterte anhand verschiedener Beispiele den Nutzen regelmäßiger Holzeinschläge und die Gefahren von Pflegerückständen. Röder rät den Waldbesitzern: »Regelmäßige Eingriffe im Abstand von circa fünf Jahren ergeben wertvolle Bestände, die den Wetter- und Klimaeinflüssen besser gewachsen sind. Das Motto sollte lauten: Früh, mäßig, oft.« Die anhaltend große Nachfrage nach Rundholz mit leicht gestiegenen Preisen sei ein Anreiz, diesen Empfehlungen zu folgen.

Bei der Versammlung wurde auch der Aufbau einer Rettungskette Forst vorgestellt. Dabei werden von der Forstverwaltung eindeutig nummerierte Rettungspunkte festgelegt, deren Koordinaten mit Zusatzinformationen bei den Rettungsleitstellen hinterlegt sind. Rettungsaktionen bei Unfällen – in erster Linie von Waldarbeitern – werden dadurch erheblich erleichtert und beschleunigt.

Was Nachhaltigkeit heute in der praktischen Arbeit im Wald bedeutet, erläuterten die Förster Josef Gambs und Bernd Dürrbeck in ihren Ausführungen. Die ersten Überlegungen seien bereits vor etwa 400 Jahren in den Salinenwäldern im Berchtesgadener und Traunsteiner Raum entstanden, um die Versorgung mit Holz sicherzustellen. Die zunächst rein wirtschaftliche Sicht erweitere sich heute um Aspekte wie Wasserhaushalt, Luftreinhaltung und Schutzfunktionen.

Die Bereitstellung von Holz für alle Wirtschaftsbereiche sei dabei immer noch ein wichtiger sowohl ökonomischer wie ökologischer Beitrag der Waldbesitzer. Das Fazit der Förster: »Unser heutiges Verständnis von Nachhaltigkeit braucht beides: regelmäßige, dauerhafte Holznutzung unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Bedürfnisse an den Wald.«

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