weather-image
27°

Nach Neuausschreibung: Petting spart Geld

0.0
0.0

Petting – »Ein kleiner Fehler bringt uns jetzt Geld«, freute sich Pettings Bürgermeister Karl Lanzinger im Gemeinderat. Wie berichtet, waren in der ersten Ausschreibung Quadrat- und Kubikmeter durcheinander geraten, sodass die Arbeiten für den Schulsportplatz teilweise neu ausgeschrieben werden mussten. Eine zeitliche Verzögerung der Arbeiten soll es dadurch nicht geben. Weil die jährlichen Kosten für die Beteiligung der Gemeinde an der Kläranlage in Spöck sehr stark variieren, will Gemeinde-Geschäftsleiter Reinhard Melz nun über dem Wege der Abschreibung anders kalkulieren.


Bürgermeister Lanzinger nahm den Sportplatzplaner Georg Tahedl ausdrücklich vor Spott und Häme wegen des »kleinen Fehlers« in Schutz. »Wir arbeiten hervorragend zusammen, und er tut alles, um der Gemeinde Geld zu sparen.« Und das sei Tahedl nun im Rahmen dieser Neuausschreibung der Tiefbauarbeiten auch gelungen. Um rund 20 000 Euro läge man nun unter der ursprünglichen Kalkulation, so Lanzinger.

Anzeige

Zur Erinnerung: Staatlich gefördert werden ein Schulrasenfeld in den Maßen 40 mal 60 Meter, eine Sprunggrube und eine 65 Meter lange Laufbahn. Diese Kosten von etwa 170 000 Euro werden zur Hälfte bezuschusst, was 85 000 Euro ausmacht. Die Gemeinde selbst legt auf den Eigenanteil noch einmal 35 000 Euro drauf, um ein normal großes Spielfeld und eine 100-Meter-Laufbahn zu bekommen. Mit dem Geld soll daneben noch ein großer Parkplatz entstehen, damit ein Parken entlang der Straße künftig unterbleibt.

Den Zuschlag für die Tiefbauarbeiten erhielt die Firma Egger Bau zum Preis von 115 000 Euro. Entgegen bisheriger Praxis dürfe er die Zahlen der anderen Anbieter nicht mehr nennen, entschuldigte sich Geschäftsleiter Melz für das Ausbleiben von Vergleichswerten.

Ob man mit dem TSV nochmal gesprochen habe, was denn nun an Toren et cetera zu bestellen sei, wollte Philipp Strohmeyer wissen. Man sei laufend in Kontakt, informierte Lanzinger, schon in den nächsten Tagen werde es eine Besprechung geben, um gleich loslegen zu können. Auch die Einsaat solle heuer noch passieren, falls es die Witterung zulasse. Franz Vordermayer bat, das Umfeld gleich einzugrünen, damit es »bald wieder zu« sei. »Das ist so vorgesehen«, sagte Lanzinger.

Keine Gebührenerhöhung erforderlich

8,71 Prozent der Investitionen für die Kläranlage in Spöck trägt die Gemeinde Petting. Die Rechnungen dafür erhält Petting vom Betreiber, dem Markt Waging. »Je nachdem, was angefallen ist, variiert das von Jahr zu Jahr sehr stark«, erklärte Lanzinger. »Die Anlage hat inzwischen ein gewisses Alter erreicht«, beschrieb es Reinhard Melz und nannte als Beispiele für fällige Investitionen eine neue Gashaube für das Schlammbecken und eine Zentrifuge zum Preis von rund 200 000 Euro. Seine ausführliche Gewinn- und Verlustrechnung, die für 2016 ein Minus von 85 700 Euro aufwies, sah Melz insofern als überholt an, da er künftig die Investitionen im Wege der Abschreibung und Verzinsung auf mehrere Jahre verteilen wolle. Mit der Rechtsaufsicht des Landratsamts habe er ein solches Vorgehen abgeklärt, worauf sich für 2016 tatsächlich ein Plus von 1800 Euro ergebe. »Wir brauchen deshalb die Gebühren nicht erhöhen«, folgerte Melz und kündigte an, die weitere Entwicklung zu beobachten. »Eigentlich könnte es Waging ebenso machen«, meinte der Geschäftsleiter, »aber die wollen lieber gleich Cash.«

Ab 2014 nehme man nun die reinen Investitionen raus, präzisierte Lanzinger. Alle Gemeinden rund um den Waginger See hingen an dieser Kläranlage, und die Kosten dafür müssten aus dem Gemeindehaushalt vorfinanziert werden. Weil man aber jedes Jahr kalkuliere, könne man jedes Jahr reagieren, erklärte der Bürgermeister. Die Anlage in Spöck sei auf eine mögliche Erweiterung ausgelegt, er rechne jedoch für 2017 nicht mit solchen Maßnahmen. Mit dem Vorschlag, die Kalkulation ab dem Jahr 2014 entsprechend umzustellen, waren alle Gemeinderäte einverstanden.

Mit Bauvorhaben einverstanden

Einverstanden war das Gremium auch mit zwei Bauanträgen. Einmal ging es um den Bau eines Betriebsleiter-Wohnhauses in Kühnhausen. Das Vorhaben sei privilegiert und die genaue Situierung mit dem Landratsamt abzuklären, erläuterte Lanzinger. Der zweite Antrag bezog sich auf den Bau zweier Dachgauben und einer Außentreppe in Moritz, über den der Gemeinderat schon einmal befunden hatte. »Wir haben in dem Beschluss nicht berücksichtigt, dass Dachgauben laut unserer Satzung gar nicht zulässig sind«, begründete der Bürgermeister die Wiedervorlage, daher müsse man jetzt halt die »Ausnahme« genehmigen. Die Außentreppe sei ohnedies schon vom Vorbesitzer gebaut worden.

Ob es nicht vernünftiger wäre, die Gestaltungssatzung zu überarbeiten, regte Franz Vordermayer an. »Das ist ein großes Werk«, gab der Bürgermeister zu bedenken, ein solches wieder rechtssicher zu erlassen, sei nicht einfach, daher schlage er vor, bei den Abstimmungen über etwaige Abweichungen zu bleiben. Dem folgte das Gremium einstimmig.

Der Gartenbauverein beantragte einen Zuschuss in Höhe von 200 Euro für die Kindergruppe. »Kinderbetreuung, Bastelmaterial und Brotzeit kosten Geld«, zeigte Lanzinger Verständnis für den Wunsch. Seine Gemeinderatskollegen ebenso. höf