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Nach der Berufsausbildung zurück in die Heimat

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Hillary Bwambale macht eine Berufsausbildung zum Landmaschinenmechaniker und geht in Traunreut in die Berufsschule. Für die Gesellenprüfung im Februar muss er noch viel büffeln. (Foto: Mix)

Traunreut – Hillary Bwambale aus Uganda absolviert derzeit im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojektes der Pfarrei Rohrdorf eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker und besucht die Berufsschule der Jugendsiedlung in Traunreut. Wenn er im Februar die Gesellenprüfung bestanden hat, wird er zurückgehen in sein Heimatland, um sein Wissen und seine erworbenen Fähigkeiten dort weiterzugeben. Er hat viel gelernt in den fast vier Jahren, die er nun schon in Deutschland ist, und sieht große Unterschiede zwischen den beiden Ländern.


»Mein Land ist so fruchtbar. Es gäbe genug Essen für alle, aber es fehlt das nötige Wissen. Mit kleinen, einfachen Dingen könnte man so viel für die Bevölkerung tun«, betont der 33-Jährige. Ihm fällt auf, dass in der Landwirtschaft »großer Aufwand« betrieben wird, »man verwendet Dünger und nutzt den Boden intensiv.« In seinem Heimatland sei das nicht so. Und noch etwas ist ihm ins Auge gestochen: »Hier arbeiten die Leute alle so viel, bei uns sind sie nicht so motiviert, bräuchten mehr Anleitung.« Es sei wohl in erster Linie ein Bildungsproblem, da die meisten nicht wüssten, was zu tun ist, vermutet Hillary Bwambale.

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Auch ist ihm aufgefallen, dass in Bayern zu sehr vielen Häusern ein Gemüsegarten gehört. Diese Idee gefällt ihm sehr gut. Er hat bei seinem letzten Besuch daheim gleich mal seiner Mutter ein paar Gemüsesorten für den Eigenanbau vors Haus gepflanzt – und kam damit sehr gut an. Ein weiterer Aspekt, der ihn in Deutschland überrascht hat, ist die Tatsache, dass auch »Chefs« mitarbeiten. In Uganda würden oft Arbeiter für bestimmte Tätigkeiten gemietet und der Boss gebe nur die Anweisungen, lege aber nie selber Hand mit an.

Werkstatt wird mit Spenden aufgebaut

Mit Spendengeldern wird nun in seiner Heimat eine Werkstatt aufgebaut für landwirtschaftliche Maschinen und Fahrzeuge. Die soll er zunächst mal zum Laufen bringen und später dann junge Männer anlernen, die die Arbeit übernehmen können. Früher war er Sozialarbeiter und Jugendleiter in der Diözese Kasese, er weiß, wie man mit den Menschen umgeht. Der gläubige Christ erzählt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass in seinem Land Moslems und Christen sehr gut zusammenleben, die Feste der jeweils anderen schätzen und anerkennen. Der Großteil der Bevölkerung in dem ostafrikanischen Land gehört der römisch-katholischen und der anglikanischen Kirche an, rund 15 Prozent dem Islam. Er sei mit Moslems zusammen in die Schule gegangen und mit vielen befreundet, berichtet Hillary.

Zu Beginn seines Aufenthaltes in Deutschland musste er feststellen, dass die Menschen teilweise Angst vor »dem schwarzen Mann« hatten. In seinem ersten Winter, als er noch kaum Deutsch konnte, strandete er auf dem Heimweg von der Arbeit durch ein Missverständnis in Raubling am Bahnhof und wusste nicht weiter. Sein Handy funktionierte nicht, es war kalt und alle Menschen, auf die er zuging, wehrten ihn ab. Er wusste nicht, wo er war und was er tun sollte. Ein Laden, in dem er Hilfe suchen wollte, wurde ihm vor der Nase zugesperrt. Er wurde dann mitten in der Nacht mit Unterkühlungen gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Heute weiß er: »Es ist völlig normal, dass die Menschen vorsichtig sind, wenn sie jemanden nicht kennen, noch dazu, wenn er eine andere Hautfarbe hat.« Inzwischen ist er aber gut aufgenommen. Seine Erfahrung lautet: »Wenn man offen ist, mit den Leuten redet, ihnen Dinge erklärt, dann wird man auch akzeptiert.« Das wichtigste sei aber die Sprache, um sich richtig ausdrücken zu können.

Afrikaner haben oft falsche Vorstellungen

In Uganda kann man nach Angaben des jungen Mannes gut leben, es fehle aber an Bildung und der notwendigen Motivation. Hohe Arbeitslosigkeit und mangelnde Möglichkeiten zur Berufsausbildung seien weitere Faktoren, warum es mit der Wirtschaft nicht so aufwärts geht, wie es könnte. Auf jeden Fall gibt es für Hillary Bwambale keine Gründe, dass jemand aus seinem Land Asyl in Europa beantragen müsste. Überhaupt findet er, dass viele Afrikaner ganz falsche Vorstellungen vom Leben auf dem europäischen Kontinent haben und mit zu hohen Erwartungen hierher kommen. mix