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Nach 38 Jahren nimmt der Mesner Abschied

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Engelbert Birnbacher (links) lauschte beim Gottesdienst zu seinem Abschied den Worten von Pfarrer Otto Stangl. (Foto: Braxenthaler)

Ruhpolding – Fast 38 Jahre leistete Engelbert Birnbacher seinen Dienst als Mesner der Pfarrei St. Georg in Ruhpolding. Jetzt wurde der »Engei« – wie er überall hieß – in den Ruhestand verabschiedet, natürlich gebührend mit einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche und einem Festakt im Pfarrzentrum.


Vom 1. März 1976 bis jetzt war Engelbert Birnbacher hauptamtlicher Mesner. 1951 wurde er in Eisenärzt geboren und zog mit seiner Familie vier Jahre später nach Ruhpolding, wo er auch die Schule besuchte. Er erlernte einen Beruf in der Landwirtschaft und als Geflügelzüchter, ehe er sich 1972 in der Bundeswehr als Zeitsoldat für zwei Jahre verpflichtete. Danach ging Birnbacher zur BayWa und anschließend zu einem Ruhpoldinger Spediteur als Lkw-Fahrer. Während dieser Zeit dachte er darüber nach, ob er nicht Mesner werden wolle. Nach reiflicher Überlegung sagte er schließlich zu. Zu seinen Aufgaben gehörte noch in den ersten beiden Jahren, die Gräber der Verstorbenen auszuheben.

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»Überraschend schnell steht jetzt der Advent vor der Türe und fast genauso plötzlich kommt jetzt für uns das Ende der Dienstzeit des Mesners«, kommentierte Pfarrer Otto Stangl im Gottesdienst den Abschied von Birnbacher. Es freue ihn, dass er den »Engei« körperlich gesund und fit in den Ruhestand schicken darf, schließlich habe er fast vier Jahrzehnte lang nahezu an jedem Sonn- und Feiertag den Mesnerdienst geleistet. Als Dank überreichte er ihm die Ehrenurkunde des Bistums für seine »Dienstzugehörigkeit im Hause Gottes«, die von Erzbischof Reinhard Marx unterzeichnet ist.

Dass der Gottesdienst etwas Besonderes war, bewies auch der Kirchenchor, der auf ungewöhnliche Weise auf beiden Seitenemporen des Altarraums Aufstellung genommen hatte und die Messe musikalisch mit der »Missa sexti toni a due cori« von Alessandro Gualtieri gestaltete. Gegen Ende des Gottesdienstes erfüllte der Chor zudem noch einen Wunsch des scheidenden Mesners: Er stimmte das »Feierabendlied« an, was zu einem sehr emotionalen Abschied im Kirchenschiff beitrug.

Durch das Festprogramm im Pfarrzentrum führte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Manfred Hartl. Alle kirchlichen Vereine nahmen dabei die Gelegenheit wahr, sich von »ihrem Mesner« zu verabschieden. Sie führten ein von Christian Burghartswieser geschriebenes und inszeniertes Theaterstück auf, in dem sie das Leben des Mesners noch einmal auf humorvolle Weise Revue passieren ließen. Anderl Hofmann bedankte sich als Vorsitzender des Georgivereins mit einem Geschenkkorb, Kirchenpfleger Konrad Fegg sorgte mit einem selbst verfassten Gedicht für viele Lacher. Pfarrer Otto Stangl überreichte Birnbacher als Abschiedsgeschenk der Pfarrgemeinde einen steinernen Brunnen. Die Taubensee Tanzlmusi sorgte für den passenden musikalischen Rahmen. Und was macht der Mesner in Zukunft? Einige seiner Hobbys sind das Bergsteigen, Skitourengehen und Schafkopfen. Dabei dürfte man ihm jetzt etwas öfters begegnen. hab