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Nach 38 Jahren im Schuldienst ist Schluss

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Die Kinder der Grundschule verabschiedeten Rektorin Gabriele Willeke mit einem Musical und überreichten symbolisch Blumen mit vielen guten Wünschen. (Foto: Volk)

Nußdorf. 38 Jahre war Gabriele Willeke im Schuldienst tätig, davon 24 Jahre als Leiterin und Rektorin an der Grundschule Nußdorf. In diesen 38 Jahren begleitete sie rund 1000 Schüler. Auf eigenen Wunsch hat sich die 60-Jährige in den Ruhestand beurlauben lassen und »verlässt ihr Paradies«, wie sie selbst sagte. Mit einer Feier im Bürger- und Vereinsheim wurde die beliebte Pädagogin von Schülern, Eltern, Lehrerkollegium, Elternbeirat und Weggefährten verabschiedet, was die scheidende Rektorin sichtlich bewegte.


»Große Spuren hinterlassen«

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Schulamtsdirektorin Roswitha Sedlmeir skizzierte Gabriele Willekes beruflichen Werdegang. Nach ihrer ersten Lehramtsprüfung kam sie 1975 nach Nußdorf an die Grundschule. Nach der zweiten Prüfung wurde sie für ein Jahr an die Förderschule nach Traunreut versetzt. 1979 kam sie wieder zurück nach Nußdorf, dort war sie ab 1987 stellvertretende Schulleiterin und ab 1989 Schulleiterin. 2000 wurde sie zur Rektorin ernannt.

37 Jahren an ein und derselben Schule zu unterrichten und 26 Jahre in leitender Position, damit habe Willeke Nußdorfer Schulgeschichte geschrieben. Sedlmeir würdigte Willeke als souveräne, überaus menschliche Schulleiterin und hervorragende Lehrerin, die Toleranz, Achtung und Hilfsbereitschaft vorgelebt habe. Personalratsvorsitzender Ludwig Bürger, der ebenfalls in den Ruhestand geht, erinnerte daran, dass Willeke die Grundschule Nußdorf nach diversen Problemen wieder in ruhiges Fahrwasser lenkte. »Gabriele Willeke hat große Spuren hinterlassen und es wird nicht einfach sein, den positiven Geist, den sie geprägt hat, weiterzuführen.«

Bürgermeister Hans Gnadl sagte, die Gemeinde als Schulaufwandsträger verliert eine herausragende, überaus engagierte Schulleiterin. Sie habe mit Charme und Bestimmtheit nie etwas Unnötiges von der Gemeinde als Kostenträger gefordert, sondern sei stets auf dem Boden geblieben, sich dennoch mit Leidenschaft und Engagement für die Belange der Schule eingesetzt.

»Die Grundschule Nußdorf ist tatsächlich ein kleines Paradies«, bestätigte Pastoralreferent Michael Kohl. Diesen feinfühligen Geist, den Willeke vorgelebt hat, habe jeder in der Schule spüren dürfen. Elternbeiratsvorsitzende Cornelia Sattelberger würdigte die Begeisterung und Motivation mit der Willeke ihren Beruf gelebt habe. Als besonders bemerkenswert bezeichnete Sattelberger die Präsenz der Schulleiterin auch außerhalb der Schule. »Sie war immer da, bei Erstkommunion ihrer Schulkinder, kirchlichen Festen oder als Schlachtenbummler und Fan der Kinder auf dem Fußballplatz.« Auch mit dem Elternbeirat gab es stets eine harmonische Zusammenarbeit.

Hannelore Zitzelsberger, die als Lehrerin und Kollegin mehr als 20 Jahre mit Willeke an der Nußdorfer Grundschule zusammengearbeitet hat, beschrieb die scheidende Schulleiterin als Chefin, die jeden mit offenen Türen empfing. Was Gabriele Willeke in Nußdorf in fast 40 Jahren geschaffen und entwickelt habe, sei im Leitbild der Schule zusammengefasst: »Schule der Wertschätzung.«

Gabriele Willeke sagte im Rückblick, dass es »immer richtig war, Lehrerin zu werden.« Als sie 1975 nach Nußdorf kam, sei sie von vielen beglückwünscht worden: »Haben sie ein Glück, sie kommen ins Paradies«, habe der damalige Schulamtsleiter zu ihr gesagt. Tatsächlich hätte es nicht besser für sie kommen können, betonte Willeke. Deshalb gehe sie nicht nur mit Freude in den Ruhestand, sondern auch mit einem weinenden Auge. Und wie so oft während der Verabschiedungsfeier griff sie zum Taschentuch und wischte ihre Tränen ab.

Die Kinder bedankten sich bei Willeke mit dem Musical »Tobsi Inselhopper – Reif für die Insel«, in dem auf vielen Inseln, von der Fraueninsel über Gotland bis Madagaskar nach einer verschwundenen Schulleiterin gesucht wurde. Auf Kreta wurden die Figuren des Musicals fündig und alle Kinder tanzten mit ihrer Rektorin zum Abschluss Sirtaki. Beim Schulfest wurde weiter gefeiert und Kinder wie Eltern nutzten die Gelegenheit, sich von Gabriele Willeke persönlich zu verabschieden. pv