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Nach 25 Jahren wieder Kreditaufnahme nötig

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Rimsting. Knapp 25 Jahre nach Inbetriebnahme des Chiemsee-Ringkanals stehen größere Investitionen und Sanierungen an. Im 8,5 Millionen Euro umfassenden Haushalt des Abwasser- und Umweltverbands (AZV) Chiemsee stehen darum fast fünf Millionen Euro für Investitionen bereit. Zur Finanzierung ist zum ersten Mal seit 25 Jahren eine Kreditaufnahme nötig – von rund einer Million Euro. In der jüngsten Verbandssitzung wurde der Haushalt einstimmig verabschiedet.


Die Geburt des Haushalts 2014 sei nicht einfach gewesen, sagte der Verbandsvorsitzende, Rimstings Bürgermeister Josef Mayer. Die zunächst geplanten Ausgabepositionen im neuen Haushalt hätten zu einer extremen Erhöhung der Betriebs-und Investitionskostenumlage der zehn Mitgliedsgemeinden geführt. Das Gremium habe sich darum entschlossen, die Ausgaben auf die zwingend notwendigen Positionen zu kürzen. In einer Haushaltsbesprechung der Verbandsvorsitzenden wurden die Ausgaben um rund 700 000 Euro gekürzt.

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In der Verbandsversammlung wurde der Haushaltsentwurf grundsätzlich befürwortet. Betriebsleiter Christian Freund regte an, 100 000 Euro für zwingend notwendige Investitionen im Vermögenshaushalt bereitzustellen. Die Kürzung soll daher nur 600 000 Euro betragen. Die Versammlung war damit einverstanden.

Die Finanzierung des Haushalts erfolgt über eine Kreditaufnahme von 1,08 Millionen Euro – die Tilgung soll in einem Zeitraum von fünf Jahren erfolgen –, eine Entnahme aus den Rücklagen und eine Gesamtleistung der zehn Mitgliedsgemeinden von 3,7 Millionen Euro. Dabei ist die Betriebskostenumlage für den Abwasserbereich noch ein »Zuckerl«. Sie vermindert sich um 629 200 Euro auf 2,35 Millionen Euro. Dagegen steigt die Investitionsumlage um 977 900 Euro auf 1,17 Millionen Euro.

Mayer hatte den Verbandsräten noch eine schlechte Nachricht mitzuteilen. Die größte Baumaßnahme 2014, der Neubau der Pumpstation Prien-Stock mit einem zusätzlichen Leitungssystem, liege bei der Ausschreibung weit über der Kostenschätzung von 1,6 Millionen Euro. Die Finanzierung sei dadurch nicht mehr gesichert, so Mayer. Das weitere Vorgehen besprachen die Räte in nicht-öffentlicher Sitzung, im Haushalt sind in jedem Fall weiterhin 1,6 Millionen Euro für die Maßnahme eingeplant. Wie das Traunsteiner Tagblatt im Nachhinein erfuhr, soll es eine erneute Ausschreibung geben. Dabei ist unter anderem geplant, die Bauzeit auf ein halbes Jahr zu verlängern.

Die wichtigsten Ausgaben im Vermögenshaushalt sind außer dem Neubau des Pumpwerkes in Prien-Stock die Erneuerung der Heizungsanlage der Kläranlage mit 465 000 Euro, die Erneuerung von zehn Rührwerken in den Belebungsbecken mit 193 000 Euro und den Einbau von Messeinrichtungen in den Pumpwerken und weiteren Leitungen zur notwendigen Ermittlung des Eindringens von Fremdwasser mit Kosten von 424 000 Euro. In der Diskussion wurde herausgestellt, dass die dringendsten Maßnahmen im Haushalt enthalten seien. Weitere erforderliche Maßnahmen ließen sich ohne Weiteres verschieben, meinten mehrere Räte. th