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Mutter des Opfers wird angehört

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Traunstein – Der Prozess vor der Jugendschutzkammer Traunstein wegen Missbrauchs eines anfangs erst zehn Jahre alten Mädchens durch den 49-jährigen Stiefvater in Bruckmühl (wir berichteten) findet weiterhin hinter verschlossenen Türen statt. Das hatten sowohl der Verteidiger als auch die Opferanwältin am ersten Prozesstag beantragt.


Auch die Plädoyers von Staatsanwältin Dr. Kerstin Spiess, Nebenklagevertreterin Manuela Denneborg aus Rosenheim sowie von Verteidiger Andreas Grabmann aus Rosenheim finden unter Ausschluss von Besuchern statt. Einzig das Urteil wird in öffentlicher Sitzung verkündet – wann allerdings, ist noch offen.

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Der teilgeständige Täter hat bisher nur wenige der 155 angeklagten Fälle eingeräumt. Seine Angaben stehen damit im Widerspruch zur Aussage des Mädchens vor der Polizei, wie sich das Gericht mit Vorsitzendem Richter Dr. Klaus Weidmann mittels einer zweistündigen Videoaufzeichnung der Kripo Rosenheim überzeugen konnte. Dass sich die sexuellen Übergriffe im Laufe der rund eineinhalbjährigen Tatzeit ab September 2011 stufenweise steigerten, bestätigte der 49-Jährige selbst am ersten Tag der Hauptverhandlung.

Der zweite Termin gestern wurde kurzfristig gestrichen. Der Grund: Die Mutter des Opfers, derzeit in einer Klinik, kann entgegen früheren Informationen doch in den Zeugenstand treten. Eine für gestern eigentlich vorgesehene Sachverständige, die die Glaubwürdigkeit des Opfers bewerten wird, möchte die Aussage der Mutter abwarten.

Der Prozess geht am morgigen Freitag weiter. Die Mutter des Mädchens wird die Kammer am kommenden Mittwoch, anhören. Ein weiterer Termin ist für die Plädoyers und die Urteilsverkündung erforderlich, aber noch nicht festgelegt. kd