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Musikschulen für alle Kinder bezahlbar halten

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Je nach Schülerzahlen erhielten die Musikschul-Leiter im Landkreis Spendenschecks von Sparkassen-Vorstand Roger Pawellek (Dritter von rechts): Wolfgang Diem (von links), Musikschule Grassau, 12 300 Euro, Josef Mayer, Musikschule Traunwalchen, 10 400 Euro, Georg Holzner, Musikschule Traunstein, 9300 Euro, Hans Bruckner, Musikschule Trostberg, 5400 Euro und Heinrich Albrecht, Musikschule Inzell, 7200 Euro. (Foto: Hohler)

Traunstein – Ohne sie hätten es Profi-Musiker wie Stefan Dettl oder Silke Aichhorn vermutlich deutlich schwerer gehabt. Denn auch diese beiden Ausnahme-Musiker starteten ihre ersten musikalischen Schritte in Musikschulen – in Grassau und Traunstein. Derzeit fördern die Musikschulen im Landkreis zusammen mehr als 4200 junge Leute.


Mit 50 000 Euro fördert nun die Kreissparkasse Traunstein-Trostberg die Musikschulen im Landkreis Traunstein und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt derselben. Denn, wie Georg Holzner, Leiter der Musikschule Traunstein, bei der Scheckübergabe erklärte, die Musikschulen finanzierten sich etwa zur Hälfte über Gebühren der Eltern. Den Rest tragen die Gemeinden, der Landkreis, der Freistaat Bayern und eben auch die jährlichen Spenden der Kreissparkasse machen einen entscheidenden Anteil der Finanzierung aus.

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»Wenn ein Bestandteil der Finanzierung wegbricht, haben wir ein Problem«, sagte dazu der Leiter der Musikschule Inzell, Heinrich Albrecht. Denn, wie Wolfgang Diem, Leiter der Musikschule Grassau, erklärte, während die Personalkosten laut Tarifvertrag jährlich stiegen, wüchsen Zuschüsse von Staat und Landkreis nicht automatisch mit. »Die Steigerungen tragen die Eltern und die Kommunen.« Natürlich gebe es auch noch Fördervereine und Stiftungen. Aber die Gefahr bestehe grundsätzlich schon, dass man die Elternbeiträge irgendwann so weit erhöhen müsse, dass sich nur noch Betuchte die Teilnahme ihrer Kinder am Musikunterricht leisten können.

Dabei leisteten Musikschulen weit mehr als reinen Musikunterricht. »Da gibt es Einzelunterricht, freiwillige Leistungsprüfungen, Orchester, Ensembles, Chöre und mehr – das sind ernst zu nehmende, sozial bedeutende Bildungseinrichtungen«, so Diem. »Und vor allem auch die soziale Arbeit, die wir leisten, ist nicht zu unterschätzen.«

Holzner zeigte sich dankbar, »Gott sei Dank jedem Kind etwas anbieten zu können.« Dabei sei der Zuschuss der Sparkasse »ganz wichtig.« Und es wäre wunderbar, so Holzner weiter, wenn dieser Zuschuss auch in Zukunft fließen könnte, denn »wir brauchen Verlässlichkeit«. Die sagte Sparkassen-Vorstand Pawellek gerne zu: »Auch uns ist es ein Anliegen, zur sozialen Gerechtigkeit an diesem Punkt einen Beitrag zu leisten. Wir schätzen die Arbeit sehr, die hier geleistet wird.«

Allen Unkenrufen zum Trotz hätten sich die Schülerzahlen in der Musikschule Traunstein in den letzten zehn Jahren verdoppelt, erklärte Holzner weiter. Das liege unter anderem an den neuen Angeboten wie Kindertanz, Musicalklasse oder Bläserklassen. »Da gehen wir in die Schulen wie andere Musikschulen auch. Da muss man auch den Markt beobachten und schauen, was gefragt ist.«

So erhielten am Ende die Leiter der Musikschulen ihre Spendenschecks: Wolfgang Diem, Musikschule Grassau, 12 300 Euro, Josef Mayer, Musikschule Traunwalchen, 10 400 Euro, Georg Holzner, Musikschule Traunstein, 9300 Euro, Hans Bruckner, Musikschule Trostberg, 5400 Euro und Heinrich Albrecht, Musikschule Inzell, 7200 Euro. Der Emertshamer Musikschulleiterin Ulrike Wiedmann-Feichtl wird ihr Scheck über 5400 Euro nachgereicht. coho

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