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Musikschule Grassau wird 40 Jahre

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Grassau – Die Musikschule Grassau prägt das kulturelle Leben der Marktgemeinde. Sie gilt zudem als Talentschmiede. Einen Bericht zur Vorberatung des Haushalts legte Musikschulleiter Wolfgang Diem dem Marktgemeinderat vor. Die finanzielle Seite unterbreitete Otto Dufter.


623 Kinder und Jugendliche werden unterrichtet

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Dass sich die Musikschule großer Beliebtheit erfreut, belegte Diem anhand der Schülerzahlen. So besuchten 623 Kinder und Jugendliche die Musikschule. Selbst am Wochenende werde sie stark frequentiert. In vielen Veranstaltungen zeigten die Musikschüler ihr Können. Diem informierte über die Verjüngung des Lehrerkollegiums und die Zusammenarbeit mit der Grund- und Mittelschule. Hier werde neben dem Klassenmusizieren ein Grundschulorchester unterrichtet und die Schülerband unterstützt.

Der Zusammenarbeit mit den Musikvereinen in Grassau, Marquartstein, Reit im Winkl und Bernau, schrieb Diem Vorbildcharakter zu. So bilden die Lehrer der Musikschule sechs Musikkapellen und fünf Jugendblasorchester aus. Glücklich zeigte er, dass das Angebot von Kammermusikgruppen über Chöre, Streichorchester und viele Volksmusikgruppen auch dank der enormen Zuwendung der Wolfgang-Sawallisch-Stiftung erhalten wurde.

Zwischen 50 000 und 60 000 Euro werden jährlich aus der Stiftung für die musikalische Bildung verwendet. Einige Höhepunkte griff Diem hervor, darunter das Lehrerkonzert im Innenhof des Sawallisch-Anwesens, die Teilnahmen an »Jugend musiziert« auf Landes- und Bundesebene, die Volksmusiktage in Grassau und den Konzertabend mit allen Jugendkapellen zusammen.

Dieses Jahr stehen der Musikschule einige Jubiläumsveranstaltungen ins Haus. So wird das Jubiläum »50 Jahre Markterhebung« begleitet. Der Musiksommer zwischen Inn und Salzach feiert 40-jähriges Bestehen mit einem Festkonzert der Grassauer Blechbläser und die Musikschule begeht ihren 40. Geburtstag mit einem Festakt am 17. Oktober. Das Grassauer Blechbläserensemble musiziert seit 35 Jahren und gibt einige Konzerte. Abschließend betonte Diem, dass das Ziel, möglichst allen Kindern musikalische Betätigung zu bieten, erreicht sei.

Nach dem Bericht von Otto Dufter werden im Verwaltungshaushalt rund 620 000 Euro an Einnahmen erwartet, darunter 261 500 Euro Gebühren und 161 000 Euro Erstattungen der Mitgliedsgemeinden. Die Zuweisung vom Land beträgt 69 000 Euro, 58 000 Euro die des der Landkreises. Dem stehen Ausgaben von 745 600 Euro gegenüber, wobei alleine für Angestelltenvergütung, Honorarkräfte, Beiträge zu Sozialversicherungen rund 700 000 Euro anfallen. Es bleibt ein ungedeckter Bedarf von 125 000 Euro. Ihm sei bewusst, dass dies viel Geld sei, doch werde sehr verantwortungsvoll damit umgegangen.

Es sei zwar richtig, dass die Zuweisung vom Kreis stagniere, so Jantke. Doch auch der Landkreis habe finanzielle Probleme und man dürfe froh sein, dass dennoch 320 000 Euro für die sieben Musikschulen des Landkreises bereitgestellt werden. Erfreulich sei, dass das Land die Förderung erhöhe. Nachdem jedes Jahr die Personalkosten steigen, sollte auch über eine Erhöhung der Musikschulgebühren nachgedacht werden. Nach fünf Jahren wäre es wieder an der Zeit. Allerdings sollte die Erhöhung so moderat sein, dass sich Familien den Unterricht noch leisten können.

Weitere Einsparungen gingen auf Kosten der Wochenstunden, erklärte Diem, und dies wiederum auf Kosten der Ausbildung. »Die Qualität der Musikschule ist genial und unbezahlbar«, sagte Daniela Ludwig (CSU). Sie hielt die Musikschule für sehr wichtig für Grassau. Die Musikschule zu unterhalten, sei eine freiwillige Leistung der Gemeinde, für die sie sich vor 40 Jahren entschieden habe, so Olaf Gruß (SPD). Er halte es für eine sinnvolle Investition. Hans Genghammer (FW) sah das Problem, dass Vereine ebenfalls um Förderung nachsuchen könnten.

Unterricht darf nicht zum Luxus werden

Bürgermeister Jantke erläuterte, dass auch die Sportvereine alleine schon durch die Bereitstellung der Turnhalle und Übernahme aller Verbrauchskosten zusammengerechnet stärker gefördert würden als die Musikschule. Die Musikschule habe einen großen kulturellen Wert, erklärte Dr. Winfried Drost (UGL) und trage viel zum Kulturleben bei. Dieses wiederum erhalte man nicht umsonst. Die Gemeinde müsse den Betrag auch als Investition sehen. Er warnte davor, mit den Gebühren nach oben zu gehen, denn der Unterricht dürfe nicht zum Luxusangebot werden. Einstimmig entschied der Rat, den Haushaltsplan Musikschule zu genehmigen. Gleichzeitig soll die Musikschule aber zur Begrenzung des Defizits eine Erhöhung der Gebühren vorsehen. tb