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Musikkapelle Nußdorf im Chiemgau gegründet

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Ein »Gründungsnotenblatt« und ein Kuvert mit etwas Startkapital überreichte Bürgermeister Hans Gnadl (rechts) bei der Gründungsversammlung der Musikkapelle Nußdorf im Chiemgau an den Vorsitzenden Andreas Wimmer (Mitte) und an Kapellmeister Elmar Walter. (Foto: Volk)

Nußdorf. Die Musikkapelle Nußdorf im Chiemgau ist gegründet. Bei der Gründungsversammlung traten über 180 Personen dem neuen Nußdorfer Ortsverein als Mitglieder bei und dokumentierten damit ihre Freude über die Gründung. Andreas Wimmer und Dr. Elmar Walter, die die Neugründung maßgeblich initiiert hatten, zeigten sich überwältigt von dem großen Interesse und Zuspruch, der dem jungen Verein einen soliden Grundstock und guten Start gewährleistet.


Zu Beginn der Gründungsversammlung erläuterten Wimmer und Walter, wie die Idee zur Gründung einer in Nußdorf beheimateten Musikkapelle entstanden ist. Gut zwei Dutzend Musikanten aus dem Gemeindegebiet gehören der Musikkapelle Traunwalchen an, einige davon seit mehr als 25 Jahren. Diese starke Präsenz an Nußdorfern und zudem die Tatsache, dass die Kapelle auch überwiegend kulturell in der Gemeinde Nußdorf verankert ist, gab den Ausschlag, eine eigenständige Kapelle zu gründen, die ihren Sitz und ihre Heimat in Nußdorf hat.

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Ziel, sich ins Gemeindeleben zu integrieren

Dr. Elmar Walter, Kapellmeister der neuen Musikkapelle und hauptberuflich Leiter der Abteilung Volksmusik im Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, erläuterte die Ziele des jungen Vereins. Man wolle sich als Nußdorfer Ortsverein in das Dorf- und Gemeindeleben integrieren und dieses tatkräftig mittragen. In den Mittelpunkt werde der Verein die musikalische Bildung junger Menschen stellen. Dies wird in enger Zusammenarbeit mit der Musikschule der Stadt Traunreut geschehen, aber auch in einem guten Miteinander mit der Blaskapelle Traunwalchen.

Bürgermeister Hans Gnadl würdigte die »Schneid« zur Gründung der Musikkapelle. Er zeigte sich auch erleichtert, dass »die Trennung von der Musikkapelle Traunwalchen nicht im Streit und anständig und sauber erfolgt ist«. Josef Hollerauer, Bezirksleiter des Musikbundes für Ober- und Niederbayern, sprach gar von einem »historischen Augenblick« für Nußdorf. »Eine Gemeinde ohne eigene Musik ist eine tote Gemeinde«, zitierte er einen Zeitgenossen.

Die designierte Vorstandschaft stellte ausführlich die Satzung der Musikkapelle vor, für die eine Eintragung ins Vereinsregister und die Anerkennung als gemeinnütziger Verein angestrebt wird. Laut Satzung »dient der Verein der Förderung von Kunst und Kultur, der Erhalt der Blasmusik sowie der Pflege des damit verbundenen heimatlichen Brauchtums«. Die Vereinssatzung wurde einstimmig angenommen, damit war die »Musikkapelle Nußdorf im Chiemgau« offiziell gegründet.

Die anschließenden Wahlen der Vorstandschaft des neuen Vereins leitete Bürgermeister Hans Gnadl. Zum Vorsitzenden wurde Andreas Wimmer aus Herbsdorf gewählt, sein Stellvertreter ist Bernhard Posch. Kapellmeister ist Dr. Elmar Walter, stellvertretender Kapellmeister Theresa Thaler. Die Vereinsfinanzen werden von Alfons Osenstätter als Kassier verwaltet, unterstützt von Peter Niederbuchner jun. als zweiten Kassier. Schriftführer ist Christina Niederbuchner. Stefanie Brunner wurde zum Jugendleiter, Martin Wallner zum Aktivensprecher, Mathias Huber zum Notenwart und Melanie Starzer zum Kleiderwart gewählt. Die Wahl der Vorstandsmitglieder erfolgte einstimmig, ebenso die der Kassenprüfer Markus Stöger und Andreas Schroll.

Musikkapelle braucht Startkapital von 17 000 Euro

Kassier Alfons Osenstätter erläuterte den Finanzplan. Weil die bisherige Ausstattung der Musikanten, von Noten über Kleidung und teilweise auch Instrumenten, an die Blaskapelle Traunwalchen zurückgegeben werde, müsse bei »Null« begonnen werden. Um die Spielfähigkeit der Kapelle herzustellen, benötige der Verein als Startkapital rund 17 000 Euro. Dieses Basiskapital werde wolle man durch Mitgliedsbeiträge, Einnahmen von Auftritten, Spenden und Sponsoren sowie Zuschüsse aufbringen. Langfristig seien für die Vereinstätigkeit rund 40 000 Euro notwendig, wobei eine einheitliche Tracht für die gesamte Kapelle mit rund 19 000 zu Buche schlage und auch die Ausstattung eines Probenraumes rund 5000 Euro kostet.

Vorsitzender Wimmer beendete die Gründungsversammlung mit dem Wahlspruch des neuen Vereins: »D' Freud an der Blasmusi, Tradition pflegen und mit der Zeit geh', d'Freundschaft untereinander soll'n immer an erster Stelle steh'.« Die Kapelle spielte zum Abschluss die Bayernhymne und den Nußdorfer Marsch nach Johann Schrammel (1850 bis 1893), einem Komponist, der ihn einst nach Nußdorf bei Wien benannt hatte. Kapellmeister Elmar Walter sagte, der Marsch werde in der Notenmappe der Musikkapelle Nußdorf im Chiemgau künftig die Nummer eins tragen. pv