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Musik und Tanz für Kinder vieler Nationen

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Mit ihrem neu gegründeten Verein »Drahdiwaberl und Springinkerl« will Margot Wingruber aus Grabenstätt Kindern von Flüchtlingen helfen, durch Musik und Tanz einen Zugang in die neue Welt zu finden. Mit dabei sind der kleine Joseph und Sofia aus Algerien. (Foto: Siemers)

Grabenstätt. Musik, Tanz und Singen soll Kindern aus fernen Ländern helfen ihren Platz bei uns im Landkreis zu finden. Mit diesem Ziel gründete sich der neue Verein »Drahdiwaberl und Springinkerl«. Initiatorin ist Margot Wingruber aus Grabenstätt, die vor wenigen Monaten mit der Bayerischen Verfassungsmedaille ausgezeichnet wurde. Wieder hat sich die zierliche Frau im Rollstuhl ehrgeizige Ziele gesetzt: Traumatisierungen vor allem bei den Kleinen lindern, Druck abbauen und wenigstens ab und zu einen Ausgleich für den eklatanten Platzmangel in den Gemeinschaftsunterkünften bieten.


Einstimmig wählten die knapp 30 Gründungsmitglieder Margot Wingruber zur Vorsitzenden und Altbürgermeister Fritz Irlacher aus Schleching zu ihrem Stellvertreter. Das Amt des Kassenwarts wird Stefan Gerhard Feiks ausüben und Protokollführerin ist Melanie Moell.

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Für die Sozialpädagogin Margot Wingruber ist es nicht die erste Vereinsgründung. Ende der 80er Jahre beschäftigte sie sich intensiv mit der Förderung von Hirngeschädigten und gründete »Mutabor«, eine inzwischen etablierte Einrichtung. Durch einen Zufall wurde sie vor vier Jahren auf Unterkünfte von Flüchtlingen im Landkreis aufmerksam. »Ich glaubte, nach neun Jahren Bewährungshilfe in einer Münchner Obdachlosensiedlung zu wissen, welche Zustände unser Staat manchen Kindern – vor allem von Flüchtligen – zumutet, aber was ich hier gesehen habe, hat mich schlaflose Nächte gekostet«, erinnert sie sich, »hier gab es viele Probleme und bald war ich mittendrin.« Bald betreute die Grabenstätterin selbst einige der Kleinen und machte anfangs viel mit Bilderbüchern, doch dann entdeckte sie durch einen Zufall, dass vor allem Geräusche und Töne die Kinder faszinierten und sie begeistert auf Musik reagierten.

»Drahdiwaberl und Springinkerl« – mit diesem fantasievollen Namen will Margot Wingruber möglichst viele Interessierte einladen, ihr Projekt zu unterstützen. Sobald der Verein eingetragen ist, wollen die Verantwortlichen Fördergelder beantragen für verschiedene Projekte oder einzelne Notfälle. Margot Wingruber steckt schon voller Ideen. Konkret geplant ist bereits die Anlage eines Gemeinschaftsgartens. Der Verein sucht hierfür ein Stück Land, das zu Fuß und mit dem Rad von der Gemeinschaftsunterkunft erreichbar ist.

Programme im Aufbau

Daneben ist Margot Wingruber mit ihren Mitstreitern bemüht, Kontakte zu Sport-, Trachten- und Theatervereinen zu knüpfen, um hier gemeinsame Projekte zu organisieren und die verschiedenen Kulturen darstellen zu können. »Es wäre schön, wenn es ein gegenseitiges Geben und Nehmen ist«, so Wingruber. »Dabei können wir im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen vielleicht an uns selbst neue Seiten entdecken.« Geplant sind Angebote und Programme speziell für Flüchtlinge. »Diese Dinge werden aber nicht nur ihnen sondern uns allen viel Freude machen und uns so zusammenführen. Wir wollen vor allem durch persönliche Kontakte den Flüchtlingen den Anschluss an unser Alltagsleben erleichtern.« Nun hofft die Grabenstätterin auf viele Angebote – in musischer, therapeutischer und pädagogischer Richtung. »Alles ist uns sehr willkommen.« Um sofort mit einer Kinderbetreuung starten zu können, sucht der Verein nach einem Schlagzeug und einer Gitarre für Kinder.

Unterstützung haben bereits bekannte Namen signalisiert: So wollen sich LaBrassBanda und Mona Freiberg-Helfrich vom Chiemgauer Volkstheater einbringen sowie Katharina Antonova aus der Ukraine. Die Konzert-Pianistin, die in Übersee lebt, gibt bereits der kleinen Sofia aus Algerien Klavierunterricht.

Die Vereinsmitglieder treffen sich ab Mai regelmäßig mit Flüchtlingen und Besuchern jeden ersten Dienstag im Monat abwechselnd im Chiemseebräu in Grabenstätt und im Gasthaus Feldwies in Übersee. Geplant ist jeweils ein gemeinsames Essen mit Spezialitäten aus fremden Ländern. Das erste Treffen findet am 6. Mai ab 18 Uhr in der Feldwies statt. Informationen zum Verein gibt es unter der Telefonnummer 08661/1398. Spenden kann man überweisen auf das Konto mit der Nummer 811 31 30 bei der Raiffeisenbank, BLZ 710 900 00. cs