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Museumsverein Torfbahnhof setzt neue Maßstäbe

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Die Torfpresse wurde im vergangenen Jahr wieder in Gang gesetzt und gehört nun zu den Hauptattraktionen des Museums Torfbahnhof Rottau. (Foto: T. Eder)

Grassau. 25 Jahre nach der »Unterschutzstellung« des Torfbahnhofs Rottau kommt die professionelle Aufbereitung der Museumsanlage so richtig in Fahrt. In der Jahreshauptversammlung erinnerte Vereinsvorsitzender Ekkehard Barchewitz an die »Meilensteine«, die das Museumsjahr prägten.


Maschine presste die ersten Ballen

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Stand zu Beginn des Jahres das Aufräumen und Entrümpeln an, war es die Torfpresse, die besonders ins öffentliche Licht gerückt wurde, denn diese konnte nach über 60 Jahren Stillstand wieder in Gang gesetzt werden. »Wir sind jetzt ein produzierender Betrieb«, so Barchewitz, der informierte, dass mit Hilfe der Maschine schon die ersten Ballen gepresst wurden. Präsentieren konnte sich der Verein auf dem Georgimarkt mit einigen Exponaten, darunter auch mit Torfstücken, die von Passanten auch als »Schwarzgeräuchertes« wahrgenommen wurden.

Begeistert ließ der Vorsitzende den Festakt zur Denkmalsanerkennung vor 25 Jahren Revue passieren. Auch hob er den besser gewordenen Kontakt zu den Touristinformationen und dem Museum Klaushäusl hervor und verwies auf die erste Musikveranstaltung im Museum.

Die Sanierung der Feldbahn »Molly«, die viele Jahre ihre Dienste gut erledigt hat, kostete den Aktiven viele Stunden. Der wohl wichtigste Meilenstein in der Geschichte sei der Kauf des Torfbahnhofs gewesen. Für 12 000 Euro konnte der Verein das Gebäude mit Umgriff erwerben und damit das Risiko, dass das Gelände an einen Dritten verkauft wird.

Der Denkmalschutz fordere eine Aufmaß- und Statikanalyse, nach der dann alle folgenden Maßnahmen abzuleiten sind, erklärte Barchewitz.

Diese Analyse werde rund 43 000 Euro kosten. Zur Finanzierung informierte der Vorsitzende, dass sowohl das Landesamt für Denkmalpflege wie auch der Bezirk die Maßnahme mitfinanzieren werden. Von den drei, den Torfbahnhof umgreifenden Gemeinden Grassau, Bernau und Übersee erhalte der Verein jeweils 4000 Euro. Rund 17 Prozent, also 7000 Euro, müsse der Verein selbst aufbringen. Entschlossen habe man sich auch, den Bereich der Gleise zu sanieren. Unter Einbindung des Denkmalschutzes wurde über die Wintermonate damit bereits begonnen. Die im Museumgebäude eingelagerte »Schusterbude«, also Bestände der ehemaligen Schuhmacherwerkstatt wurden inventarisiert und entfernt. Hier sei ein Medienraum entstanden.

Verein hat 110 Mitglieder

Neben der Raumanalyse steht heuer auch die Renovierung der Bürobaracke mit Kosten von 17 000 Euro auf dem Programm. Die Kosten werde der Verein aus eigener Kraft aufbringen. Zudem werde weiter die Gleisstrecke renoviert. Für 2015 sollte man die Sanierung des Torfbahnhofbaukörpers vorsehen und auch die Verladestation renovieren. Zudem wolle man sich der südlichen Gleisstrecke widmen.

Was ihn, Barchewitz optimistisch stimme, ist der Mitgliederzuwachs. Noch vor drei Jahren waren es knapp über 30 Mitglieder und heute zählt der Verein bereits 101 Mitglieder. »Wir sind auf dem richtigen Weg«, folgerte er. Seinen Dank richtete er an all die fleißigen Mitglieder, die 2500 Stunden Handwerkerarbeit leisteten und 60 Sonderführungen durchführten.

Auch wenn die Eintrittsgelder über 10 000 Euro betrugen, so relativierte Museumsleiter Claus-Dieter Hotz diesen Betrag, denn angesichts der schlechten Witterung bliebt der Museumsbesuch unter den Erwartungen zurück. Bedauerlich sei auch, dass die Jugendherberge in Prien nicht mehr existiere, denn diese brachte jährlich zwischen 20 und 25 Klassen zum Torfbahnhof. Positiv hingegen sei das öffentliche Interesse der Medien gewesen und so wurde oft über die Museumsanlage in Presse, Funk und Fernsehen berichtet. Zur »Schusterbude«, die ihm besonders am Herzen liege, konnte Hotz informieren, dass diese im November in Bergen in der Sonderausstellung »Ski und Schuh« gezeigt werde. Er hoffe weiterhin, dass der Schusterbudenbestand im Chiemgau erhalten bleibe.

Nachdem Uli Langeloth das Amt des Stellvertreters aus gesundheitlichen und privaten Gründen zur Verfügung stellte, wählte die Versammlung Reiner Stark zum Stellvertreter. Barchewitz dankte dem scheidenden Vorstandsmitglied Langelot mit einem Bildband.

Diskutiert wurde über die Anhebung des Mitgliedsbeitrags. Bislang wurden 12 Euro verlangt. Angesichts der Preissteigerungen allgemein entschied sich die Versammlung mit einer Enthaltung zur Verdoppelung. Folglich wird der jährliche Mitgliedsbeitrag 24 Euro betragen. Institutionen und Organisationen zahlen künftig 120 Euro und Schüler 12 Euro. Für sozial schlechter gestellte Personen sind Sonderregelungen möglich. tb