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Mundartlesung im Seniorenheim

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In lauter glückliche Gesichter blickte der Grabenstätter Mundartdichter Karl-Heinz Austermayer bei seiner kurzweiligen Dichterlesung im Kreisaltenheim Grabenstätt. (Foto: Müller)

Grabenstätt. »Mit heiteren Gedichten von Ostern bis Pfingsten und stimmungsvollem Gesang wollen wir Sie heute grad a bissal zum Lachen bringen«, betonte der Grabenstätter Mundartdichter Karl-Heinz Austermayer zu Beginn seiner Autorenlesung im vollbesetzten Saal des Kreisaltenheims Grabenstätt. Er sollte nicht zu viel versprechen, denn gemeinsam mit dem Dirndlgesang Grabenstätt bereitete er den Bewohnern, deren Angehörigen und Pflegern einen unterhaltsamen Nachmittag.


Angeregt hatte die Autorenlesung die »gute Seele des Hauses«, Altentherapeutin Centa Oettl, die vor wenigen Wochen – für viele Grabenstätter völlig überraschend – nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist. Sie habe vor einigen Monaten dem im Vorjahr gegründeten Freundes- und Förderverein Kreisaltenheim Grabenstätt einen »Wunschzettel mit etwa zehn Punkten« geschrieben, und diese Dichterlesung sei einer der ersten Wünsche gewesen, der nun in Erfüllung gegangen sei, lobte die stellvertretende Vereinsvorsitzende Marie-Luise Richter.

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»Ich denke dass die Centa heute bei uns ist, von oben runterschaut und sich riesig freuen wird«, meinte Austermayer, bevor er mit seinen einprägsamen Gedichten über und aus dem Leben fortfuhr. Dabei war schon bemerkenswert, wie konzentriert und gespannt die Senioren zuhörten und wie sie bei den klangvollen Auftritten des Dirndlgesangs ohne Aufforderung rhythmisch mitklatschten und mitgingen.

Auf die Frage, ob es ihnen gefallen habe, schallte ein lautes Ja durch den Saal. Und eine ältere Frau bedankte sich sogar spontan »im Namen der ganzen Gemeinschaft« für diese schöne Veranstaltung. »Wenn sich meine Zuhörer freuen, ist das für mich die größte Genugtuung«, meinte Austermayer nach seiner Dichterlesung.

Dem Autor zufolge handle es sich um »lauter wahre Geschichten, die wirklich so passiert sind«. Auch seine beiden Töchter hätten ihm unbewusst immer wieder interessante Vorlagen gegeben, die er dann lyrisch am Schreibtisch verarbeitete. Das Schreiben sei immer »ein guter Ausgleich« zur stressigen Arbeit als Polizeibeamter gewesen. »Damit konnte ich gewisse Sachen einfach besser verarbeiten«, so Austermayer, der im kommenden Frühjahr nach 42 Dienstjahren in Pension gehen wird. mmü