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»Müssen alles tun, um starke Tourismusorte zu bleiben«

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Sepp Heigermoser aus Ruhpolding – hier mit Moderatorin Steffi Gampert – hakte bei der Pkw-Maut nach. (Foto: Mergenthal)

Inzell. Die Inzeller Ortsmitte oder der Radwegebau an der Bundesstraße B 306 im Gemeindegebiet Siegsdorf bewegen die Inzeller. Dies zeigte sich beim Gastspiel von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer im Hotel Bayerischer Hof im Rahmen einer Veranstaltung des CSU-Ortsverbands.


Bürgermeister Martin Hobmaier sagte zu Beginn, dank der mit Ramsauers Unterstützung errichteten Max-Aicher-Arena gehe es Inzell wieder besser. »Wir müssen alles tun, dass wir starke Tourismusorte bleiben«, betonte auch der Verkehrsminister. Die Verkehrs-Infrastruktur dafür – Fernzüge, sechsspurige A 8 und die Flughäfen Salzburg und München – seien da enorm wichtig.

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Fragen zu Pkw-Maut und Autobahn-Sanierung

Ein Gast aus Trier fragte, wann bei der Autobahn-Sanierung endlich der Westen dran sei. Ramsauer beteuerte, derzeit werde der »Instandhaltungs- und Ausbau-Rückstau« in Westdeutschland systematisch abgebaut. Sepp Heigermoser aus Ruhpolding fragte, warum die Pkw-Maut nicht möglich sei. »Wir sind hier in den letzten Jahren viel weiter gekommen als ich mir gedacht habe«, so Ramsauer. Eine Vignette bringe nach zwei Jahren schon Einnahmen von rund 50 Millionen Fahrzeugen. Im neuen Koalitionsvertrag will er das Thema bei Bundeskanzlerin Angela Merkel durchbringen.

Ernst Mayer, Obermeister der Bau-Innung Berchtesgadener Land - Traunstein, wies auf die Wohnungsnot hin: Der Bau von Sozial- und Mietwohnungen müsse wieder lukrativer werden. Ramsauer erläuterte, man habe sich hier bereits auf die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung geeinigt.

Karl-Heinz Holzner aus Inzell forderte, die Straßen im Landkreis herzurichten, statt entlang der Bundesstraße 306 einen neuen Radweg zu bauen, obwohl es an der Traun entlang schon einen gebe. Auch seien die »pompösen Radwegunterführungen« nicht nachvollziehbar. Ein Gast aus Siegsdorf sagte dazu, dieser Radweg Richtung Schulschwerpunkt Siegsdorf entstehe auf Drängen der Eltern, die Kinder nicht gerne in den schlecht einsehbaren Traun-Auen radeln lassen wollen. Sie wollten sichere Radwege an öffentlichen Straßen. Zur anderen Anmerkung Holzners räumte Ramsauer ein, in Deutschland werde schon mit »extrem hohen Standards« gebaut. Grünbrücken kosteten 3,5 bis 5 Millionen Euro; das sei zu viel. Trotz des Radwegebaus für 70 Millionen Euro, blieben andere Projekte wie die Nordostumfahrung Traunstein nicht hinten.

Alfred Dufter aus Inzell forderte, Firmen und Bundesregierung sollten Fahrgemeinschaften fördern, die Verlagerung der Güter auf die Schiene attraktiver machen und durch intelligente Steuerungsmaßnahmen Verkehr zu vermeiden, statt durch neue Straßen noch mehr Verkehr zu produzieren.

Für Ramsauer geht es jedoch ohne Straßenneubau nicht. Dinge wie Car-Sharing würden in Pilotprojekten gefördert. Infrastruktur effektiver nutzen könne man unter anderem durch Freigabe des Pannenstreifens. Die neuen Fernbuslinien seien »der Renner geworden«. Der Schienen- und Wasserstraßenausbau sei aber »unabdingbar«. Einen Börsengang der Bahn werde er nicht zulassen und der Zerschlagung der Deutschen Bahn Einhalt gebieten.

Bärbel Holzner drängte darauf, dass in Ruhpolding beim Steinbach das letzte Teilstück, das beim Juni-Hochwasser Probleme machte, ausgebaut wird. Wegen der Eisenbahnbrücke gehe hier offenbar nichts voran. Ramsauer versprach, mit dem neuen Leiter des Wasserwirtschaftsamts Traunstein darüber zu sprechen. »Der Hochwasserschutz beginnt in Inzell und Ruhpolding«, räumte er ein. vm