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Müllabfuhr in Teisendorf wird etwas billiger

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Teisendorf – Die Teisendorfer Bürger dürfen sich freuen: Zum 1. Januar sinken die Abfallgebühren geringfügig. Die Differenz zur bisherigen Gebühr beläuft sich zwischen 1,20 Euro bei der 80-Liter-Tonne bei 14-tägiger Abholung und 169,20 Euro bei der 1100-Liter-Tonne bei wöchentlicher Abholung. Kämmerin Gudrun Lahner präsentierte den Prozess der Neufestsetzung der Gebühren nun in Kurzform im Gemeinderat.


»Die Finanzverwaltung hat einen Kalkulationsmarathon hinter sich«, würdigte Bürgermeister Thomas Gasser die Arbeit. Da die Abfallbeseitigung eine öffentliche Einrichtung des Markts Teisendorf ist, für die Benutzungszwang besteht, und da diese kostendeckend bewirtschaftet werden soll, werden die Gebühren regelmäßig neu kalkuliert. In Teisendorf werden die Abfallgebühren in einem zweijährigen Turnus neu festgesetzt.

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Einerseits stellte Lahner eine Nachkalkulation der Gebühren für 2014 und 2015 vor. Die Rechnungsergebnisse dieser Jahre stehen schon fest. Aus der Gegenüberstellung der Erträge und Aufwendungen ergibt sich für beide Jahre eine leichte Gesamt-Unterdeckung von rund 600 Euro. In der Vorauskalkulation für die Jahre 2016 und 2017 wurden pro Jahr rund 300  Euro berücksichtigt.

Die Kosten des Jahres 2016 liegen etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Größere Investitionen oder Kostensteigerungen erwartet die Gemeinde nicht. Vom Landkreis Berchtesgadener Land ist geplant, ab 2017 für die Anlieferung des Restmülls an der Müllumladestation Freilassing den Preis pro Tonne von 270 auf 250 Euro zu senken. Im Haushaltsjahr 2017 würden sich die Aufwendungen an den Landkreis daher um rund 25 000 Euro verringern.

Für das Haushaltsjahr 2017/2018 ist als größere Investition die Errichtung eines Grüngutlagerplatzes vorgesehen. Die Gesamtkosten liegen nach ersten Schätzungen bei circa 350 000 Euro. Konkrete Planungen und die Kostenverteilung auf die verschiedenen Vermögensarten konnten von der Verwaltung noch nicht vorgelegt werden.

Edwin Hertlein (Grüne) stellte erfreut fest, dass durch die Übertragung der Grüngutentsorgung auf den Landkreis, die Kosten drastisch zurückgingen. Er geht ebenso wie Georg Quentin (SPD) davon aus, dass die Kosten bei Rückdelegierung der gesamten Abfallentsorgung an den Landkreis, weiter sinken. Hertlein bedauerte, dass das aktuelle Kalkulationssystem keinen Anreiz schafft, Müll zu sparen, da die Inhaber größerer Tonnen mehr von den Gebührensenkungen profitieren. Er regte an, dies zu ändern. Kämmerin Lahner erklärte dazu, diesen Vorschlag könne man für die nächste Kalkulation mit aufnehmen. Gasser gab zu bedenken, es werde sicher schwierig, eine erzieherische Maßnahme auf diese Weise umzusetzen. Da die Anschaffung einer großen Tonne erheblich teurer ist, geht er davon aus, dass jeder, der eine große Tonne hat, diese auch benötigt.

Anita Niederstraßer (FWG) findet eine Änderung des Kalkulationssystems im Sinne von Hertleins Anregung »überhaupt nicht sinnvoll«, da diese ihrer Meinung nach nur mehr Aufwand verursacht. Eine stärkere Begünstigung der kleinen 80-Liter-Tonnen nannte Johann Niederstraßer (FWG) sogar »unsozial«, da Familien mit Babywindeln mit ihren 120-Liter-Tonnen dann im Nachteil seien.

Markus Putzhammer (CSU) erkundigte sich, ob bei Rückdelegierung der Abfallbeseitigung an den Landkreis, die Gebühren nach Gewicht berechnet werden. Bürgermeister Gasser berichtete, dass es Überlegungen dazu gab. Doch dem »marginalen« Mehr an Gerechtigkeit, stehe ein hoher Aufwand, etwa für die Umrüstung der Fahrzeuge für ein Chipsystem, und die Gefahr wilder Müllablagerungen, gegenüber.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat die erforderliche 10. Änderungssatzung für die Gebührensatzung der öffentlichen Abfallbeseitigung zum 1. Januar 2017. vm