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Motorradlärm: Keine Entlastung für Oberwössner Bürger

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Viele Motorradfahrer geben am südlichen Ortsausgang von Oberwössen in Richtung Masererpass ordentlich Gas. Das verursacht vielen zu viel Lärm. (Foto: Flug)

Unterwössen. Das Landratsamt Traunstein hat sich gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung am südlichen Ortsausgang von Oberwössen ausgesprochen. Dorfbewohner hatten die Beschränkung gefordert, weil sie der Lärm stört, den dort Motorräder beim Beschleunigen verursachen. Dazu überreichten sie dem Gemeinderat auch eine Unterschriftenliste (wir berichteten).


Vor allem Fahrzeuge mit hohen Dezibelwerten stören

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Die Bewohner von Oberwössen und auch Feriengäste beschweren sich seit Jahren wegen des Motorradlärms – und haben dabei vor allem diejenigen Fahrer im Sinn, die ihre Fahrzeuge auf hohe Dezibelwerte ausgelegt haben. Zweiter Bürgermeister Barthl Irlinger aus Oberwössen hat sich der Bürgerproteste angenommen. In einer Gemeinderatssitzung Mitte Juli überreichte Irlinger Bürgermeister Hans Halsreiter eine Liste mit 65 Unterschriften von Bürgern.

Zwei Tage später reichte die Gemeindeverwaltung diese Liste an das Landratsamt Traunstein als Untere Verkehrsbehörde weiter. Die Kommune regte an, das Ortsschild weiter in Richtung Reit im Winkl zu versetzen oder eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h am Ortsausgang einzurichten. Jetzt hat das Traunsteiner Tagblatt auf Nachfrage erfahren, dass das Landratsamt sowohl die Verlegung des Ortsschildes als auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung ablehnt.

Das Ortsausgangsschild Richtung Reit im Winkl sei korrekt aufgestellt, meint die Behörde und beruft sich auf den Regelfall in der Verwaltungsvorschrift zu den Ortseingangs- und -ausgangsschildern. Der orientiert sich an der geschlossenen Bebauung der Grundstücke, die von der Straße her erschlossen sind. Für eine Ausnahme von der Regel sah die Verkehrsbehörde keinen Raum. Unter anderem veranlasse ein Ortseingangsschild ohne entsprechende Bebauung die Fahrzeugführer nicht zu einer Geschwindigkeitsreduzierung. So befürchtet das Landratsamt Geschwindigkeitsüberschreitungen im Ort.

Landratsamt versichert, sorgfältig geprüft zu haben

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h schließt die Verkehrsbehörde aus, da Verkehrszeichen nur dort angeordnet werden dürften, wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten sei. Eine besondere Gefahrenlage, die das allgemein übliche Risiko des Straßenverkehrs erheblich übersteigt und damit die Rechtsgüter anderer gefährdet, sieht die Verkehrsbehörde nicht. Die Unfallstatistik gäbe dafür nichts her. Das Landratsamt versichert in einem gestern beim Unterwössner Bürgermeister Hans Haslreiter eingegangenen Schreiben, das Anliegen sorgfältig geprüft zu haben. lukk