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»Mobbing is out!«

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Ein nachdrückliches Statement gab's von der Schulgemeinschaft der Grund- und Mittelschule Unterwössen: »Mobbing is out!«

Unterwössen – »Mobbing is out!« Besonders nachdrücklich brachten die Schüler an der Grund- und Mittelschule Unterwössen das zum Ausdruck, als sich die Schulgemeinschaft um ein großes Transparent mit dem gleichen Wortlaut vor dem Schulportal zusammenfand. Besonders nachdrücklich auch unter dem Eindruck der vorangegangenen Schulversammlung mit überzeugenden Beiträgen zum Thema.


Einmal im Jahr legen die Schülervertreter auf Landkreisebene ein Thema fest, das den Schülern besonders am Herzen liegt, ihr Miteinander zu verbessern. Letztes Jahr war es der Aufruf zu mehr »Respekt«. Heuer brachten die Schülervertreter von der eintägigen Tagung eine Art Schlachtruf mit: »Mobbing is out!«. Damit riefen die Schülersprecher zusammen mit den Klassensprechern die Mitschüler auf, sich damit auseinanderzusetzen und das Problem des Mobbings an der Schule in einer gemeinsamen Veranstaltung zu bekämpfen.

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Das geschah in Unterwössen so eindrucksvoll, dass Schulrektor Otto Manzenberger das Gefühl aller mit den Worten wiedergab: »Ich bin geplättet!« Tatsächlich hatten sich die Schüler durch alle Altersstufen dem Thema so eindringlich genähert, dass sie dieses doch sehr komplexe Problem mit seinen Gefahren in seiner ganzen Vielschichtigkeit abbildeten.

Das begann damit, dass die Schüler zunächst einmal einer Verharmlosung des Mobbings entgegentraten. Sie hatten eine Umfrage an der Grund- wie auch der Mittelschule zum Thema durchgeführt. Das Ergebnis: Auch an einer anerkannten Vorzeigeschule wie der Grund- und Mittelschule Unterwössen gibt es Mobbing. Die Umfrage ist sicher nicht repräsentativ. Wenn aber von 52 befragten Mittelschülern 30 empfanden, dass sie schon einmal gemobbt wurden, lässt sich das Problem als solches nicht wegdiskutieren.

Was Mobbing ist, wie so etwas wächst, was daraus erwächst und welche Konsequenzen sich ergeben, das machten junge Schüler mit nachgespielten Szenen aus dem Klassenzimmer deutlich. Sie zeigten, wie ein etwas anderer Schüler zunächst mit Worten ausgegrenzt wird, wie sich das gegenüber dem Schüler nahezu unbemerkt in gewalttätige Angriffe auswächst. Ihr Stück zeigt, wie wichtig es für den Gemobbten ist, sich anderen anzuvertrauen und Hilfe zu suchen. Auch den Übeltätern im Spiel wurden die Konsequenzen dann plötzlich überdeutlich, als Direktor und Polizei im Klassenzimmer des gespielten Stücks auftraten.

Die achte Klasse setzte mit einem selbst an der Schule gedrehten Kurzfilm noch einen drauf. Im Film brach sich in einem alltäglichen Gespräch unter Schülern, in einer kleinen Auseinandersetzung, versteckte Ausländerfeindlichkeit ihre Bahn. Das Gegenüber ließ das die Missachtung deutlich spüren. Deutlich belegte der Film, wie schon eine solche einzelne Bemerkung den anderen trifft. Der Streifen verdeutlichte, wie diese Ausländerfeindlichkeit auf andere übergreift. Erschreckend, wie eine halbe Klasse einen einzelnen mit Worten mobbt. Mit den weiteren Szenen wurde dem Publikum offensichtlich, wie so etwas nahezu zwangsläufig in Gewalt ausartet. Erschreckend dann, wie an dieser Stelle die Gruppendynamik wirkt. Selbst Mitglieder der bisher schweigenden Mehrheit werden handgreiflich gegenüber dem Gemobbten. Dass das beim Gemobbten bis zum Selbstmord führen kann, zeigte der Film andeutungsweise am Ende.

Doch mit diesem Eindrücken ließ die nächste Klasse ihre Zuschauer nicht allein. Auf großen gemalten Plakaten verdeutlichten Schüler, was Mobbing ist, welche Spielarten es gibt. Das nächste Plakat erklärte, wie der Zusammenhalt der Schüler in schwierigen Situationen Mobbing verhindert. Dann wieder erläuterten Schüler, wie sich der Gemobbte verhalten soll. Die Schüler erläuterten noch ein weiteres Plakat, das dem Außenstehenden Ideen gab, wie er Mobbing bei anderen bemerkt und dem entgegenwirken soll. »Spaß, Gespräche, Frieden, Miteinander«, das und viele andere Begriffe führten Kinder der nächsten Klasse als natürliche Abwehr gegen Mobbing an. Selbst die Grundschule hatte ihren Beitrag in einem Lied, das verdeutlichte, dass ein jeder anders ist: Dieses Anders ist als Einzigartigkeit Grundlage für Respekt und Anerkennung. lukk