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Mitreißendes Josefikonzert zum 80-jährigen Bestehen

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Vorsitzender Michael Oberressel (von links)    ehrte gleich   vier   Musikanten   für 40-jährige Treue zur Musikkapelle Dieter Gehmeier, Michael Weiser, Stefan Dögerl und Christian Dögerl. (Foto: Fembacher)

Marquartstein – Sehr stilvoll präsentierten sich die gut 40 Musiker der Musikkapelle Marquartstein beim Josefikonzert zu ihrem 80-jährigen Bestehen in der Achental-Realschule. 1938 war die Kapelle auf Initiative von Heinrich Wimmer gegründet worden. Unter dem Motto »Silberne und Goldene Operettenära« entführten sie ihr Publikum nach Wien. Dort lieferten sich zwischen 1860 und 1920 zahlreiche Komponisten einen spannenden Wettlauf im Komponieren von Operetten. Die Idee für diese Zeitreise stammte vom künstlerischen Leiter Konrad Müller; mit seiner Kapelle setzte er sie temperamentvoll um und bescherte den zahlreichen Zuhörern einen kurzweiligen Abend.


Zuerst aber gehörte die Bühne der Jugendkapelle Marquartstein. Sie wird momentan ebenfalls von Konrad Müller geleitet, der Rupert Kamhuber vertritt. Mit »Trumpet Voluntary« von Jeremiah Clarke eröffneten die 19 Musiker pompös – das Werk erklang schon bei der Hochzeit von Charles und Diana. Ähnlich temperamentvoll zeigte sich der Nachwuchs bei der Suite »Fanfare, Canto & Danza« von Fritz Neuböck und »Pomp and Circumstances« von Edward Elgar.

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Ein echtes Schmankerl war »Auf zum Tanz«; diese Polka hatte die Hauptkapelle vor einigen Jahren mit dem Komponisten Franz Watz einstudiert. Bevor sich die Jugendkapelle mit »Punta Cana« lateinamerikanisch locker verabschiedete, erhielten Querflötistin Muriel Claßen und der Posaunist Veit Bachmann das bronzene Musikerleistungsabzeichen D1. Die Jugendkapelle beeindruckte durch Klasse und Souveränität: Die jungen Musiker führten sogar selbst durchs Programm.

Dann nahm die Musikkapelle Marquartstein ihre Zuhörer mit in die Silberne Operettenära, jene wirtschaftliche Blütezeit der Wiener Operette zwischen 1900 und 1920. Mit der Ouvertüre zu Lehárs Welterfolg »Die lustige Witwe« und seinem Walzer »Gold und Silber« präsentierte die Kapelle zwei mitreißende Werke. Bei dem Stück »Verträumtes Flügelhorn« nahmen sich die Musiker zurück und gaben dem sanften Klang des Flügelhorns von Solist Maximilian Worch Raum. Der erst 17-jährige Rottauer schaffte es, mit seinem gefühlvollen Spiel das Publikum zum Träumen zu bringen.

Den zweiten Teil des Abends eröffneten die Musiker klanggewaltig mit Franz von Suppés Ouvertüre zu »Das Pensionat«. Von Suppé hat die »Goldene Operettenära«, wie die Zeit der Wiener Operette von etwa 1860 bis ungefähr 1900 heißt, geprägt. Den Zuhörern besonders im Gedächtnis bleiben wird das Werk »Feuerfest«, eine Polka Française, die Josef Strauss für Schmiede und Schlosser geschrieben hat. Schlagzeuger Wolfgang Meingast schlüpfte als Solist in die Rolle des Schmieds und gab mit einem echten Amboss und zwei Hämmern den Takt vor. Drohte der eigenwillige Schmied einzuschlafen, wurde er vom Dirigenten unsanft mit dem Taktstock geweckt.

Nach dieser heiteren Einlage ehrte Vorsitzender Michael Oberressl gleich vier Musikanten für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft: Michael Weiser, Christian Dögerl, Stefan Dögerl und Dieter Gehmeier. Letzterem wünschte er gleichzeitig alles Gute für die Zukunft, denn: »Er hat heute nach 40 Jahren seinen letzten Auftritt.«

Die feierliche Stimmung trug die Musikkapelle mit dem stimmungsvollen »Kaiserin-Sissi-Marsch« von Timo Dellweg weiter. Dann ließen sie ihren Zuhörern mit einem Walzer von Ernst Mosch den frischen »Böhmischen Wind« um die Nase wehen. Über frischen Wind freute sich auch die Musikkapelle: Seit kurzem wird sie verstärkt durch Elisabeth Egger (Klarinette), Julian Halder (Schlagzeug), Christian Hell (Tuba).

»Wenn ihr mehr wollt, müsst ihr euch schon etwas anstrengen«, forderte Dirigent Konrad Müller die Besucher auf, als er mit dem Marsch »Furchtlos und Treu« von Militärkapellmeister Julius Fucik das letzte Stück ankündigte. Kaum war der letzte Ton verhallt, erklang tosender Applaus, für den sich die Kapelle mit »Unter Donner und Blitz« von Johann Strauß und dem »Alt-Starhemberg-Marsch« von Hermann J. Schneider bedankte. fem