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Mitarbeit ist noch immer möglich

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In Arbeitsgruppen wurden im Kurhaus Projektideen für die neue Öko-Modellregion entwickelt.

Waging am See. Mit einer ganztägigen Diskussionstagung hat die »staatlich anerkannte Öko-Modellregion Waginger See-Rupertiwinkel« ihre Arbeit offiziell aufgenommen. Der Waginger Bürgermeister Herbert Häusl, der selbst gelernter Landwirtschaftsmeister ist, betonte die wachsende Bedeutung des Ökolandbaus und unterstrich den festen Willen der beteiligten Gemeinden, die Öko-Modellregion zum Erfolg führen zu wollen.


In Deutschland bestehe europaweit das größte Marktvolumen für Biolebensmittel mit zweistelligen Zuwachsraten, erläuterte Alfons Leitenbacher, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein. Mit 5,9 Prozent Ökofläche liege die heimische Produktion im europäischen Vergleich aber nur im Mittelfeld, sodass die Schere zwischen Nachfrage nach Biolebensmitteln und Angebot aus heimischer Produktion weiter aufgehe. Hier gelte es, die Chancen für eine erhöhte Wertschöpfung durch die heimische Landwirtschaft zu nutzen.

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Mit Martin Posch aus Waging stellte ein aktiver Biolandwirt seinen Milchviehbetrieb und die Erfahrungen mit der Umstellung auf Ökolandbau vor. Es komme nicht darauf an, immer größer zu werden, sondern unter den Gegebenheiten des jeweiligen Hofs optimal zu wirtschaften. So sei die höhere Wertschöpfung aus den biologisch erzeugten Milch- und Fleischerzeugnissen attraktiv, aber ebenso wichtig sei eine über die Jahre gewachsene veränderte Lebenseinstellung.

In zehn Arbeitsgruppen entwickelten die 140 Teilnehmer dann unter der Moderation von Stefanie Utz Projektideen, die in der Öko-Modellregion umgesetzt werden könnten.

Josef Helminger, Landwirt aus Wonneberg, verwies auf die Tatsache, dass die Mehrzahl der im Gebiet abholenden Molkereien – Berchtesgadener Land in Piding, Scheitz in Andechs, Hochwald in Weiding und seit Jahresanfang auch die Molkerei Bergader in Waging – Biomilch mit entsprechendem Preisaufschlag abnehmen würden und damit gute Absatzmöglichkeiten für Biomilch bestünden.

Landwirt Sepp Hubert aus Kirchanschöring schlug vor, sich an den Kriterien für die Erzeugung fairer Milch zu orientieren und damit auch für intensiver wirtschaftende Betriebe einen Trittstein für die Teilnahme an der Ökomodellregion zu schaffen.

Weitere Themenbereiche waren die Verbesserung der Regionalvermarktung, wo Elisabeth Widauer von »Region aktiv« wertvolle Erfahrungen einbringen konnte. Neben der Umstellung auf Biolandwirtschaft war es aber auch ein großes Anliegen der Beteiligten, die konventionell wirtschaftenden Landwirte in Öko-Modellprojekte einzubeziehen. Hier könne jeder Landwirt durch bodenschonende Wirtschaftsweisen und Verbesserungen in der Tierhaltung, wie zum Beispiel Laufstallhaltung oder Weidebetrieb, einen wertvollen Beitrag leisten.

Unter der Leitung des Kirchanschöringer Bürgermeisters Hans-Jörg Birner entwickelte eine überwiegend mit Gemeinderäten besetzte Arbeitsgruppe einen umfangreichen Katalog an Maßnahmen, die von den Gemeinden selbst umgesetzt werden sollen.

Wer nicht an der Auftaktklausur teilnehmen konnte, aber künftig mitwirken möchte, kann sich im Büro der Ökomodellregion in der Gemeinde Waging unter 08681/4005-15 (montags bis mittwochs) melden. Ansprechpartnerinnen sind die Projektmanagerin Marlene Berger-Stöckl und Christa Zeitlmann.