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»Mit voller Kraft und aus ganzem Herzen«

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Übersee. Souverän, bürgernah und ohne Attacken gegen seine politischen Gegner warb Bürgermeister Marc Nitschke bei der CSU-Auftaktveranstaltung vor gut 130 Zuhörern im Gasthof D' Feldwies für seine Partei und seine Wiederwahl. Das Wahlprogramm für ein wirtschaftsstarkes, umwelt- und familienfreundliches sowie lebendiges Übersee stieß auf ebenso breite Zustimmung wie die Wahlversprechen von Landratskandidat Siegfried Walch.


Eine »Bilanz, die sich sehen lassen kann«

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Von der zu Ende gehenden Amtsperiode zog er »eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.« Von den Bahnüberführungen in der Ortsmitte und Moosen, dem neuen Feuerwehrhaus und Musikheim, über die Schulsanierung und den attraktiv gestalteten Chiemseepark am Seeufer bis zu den neuen Einrichtungen von Kindergarten und -krippe seien Investitionen von 22 Millionen Euro mit einem Gemeindeanteil von über 4,5 Millionen Euro geschultert worden. Parallel sei der Schuldenabbau von rund einer Million Euro gelungen.

Das Wahlprogramm »Gemeinsam für Übersee« sei eine Weiterentwicklung des Programms von 2008 unter dem Motto »Übersee 2020 – Heimat mit Zukunft«. Erster von vier Themenschwerpunkten sei die Wirtschaft mit den Teilbereichen Handel, Gewerbe, Tourismus, Verkehr und Infrastruktur. Hier werde die Gestaltung der Ortsmitte mit Rathaus und Bürgerhaus, Umgestaltung des alten Schulhauses und der Abriss des alten Feuerwehrhauses die einschneidendsten Veränderungen bringen.

Ein wichtiges Augenmerk liege auf der Ausweisung von Gewerbegebieten, dem Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, der Unterstützung der Handwerksbetriebe sowie der Vernetzung von Gewerbe und Tourismus. Hinzu kämen Verbesserungen am Chiemseeufer und die Modernisierung der Rad- und Wanderwege sowie der Ausbau von Wegen und Straßen, besonders der Ausbau der Feldwieser Straße.

Weiter will Nitschke ein Hochwasserschutzkonzept – mit den Nachbargemeinden und Österreich – voranbringen, das Energiekonzept (wir berichteten) umsetzen und den Erhalt der Landwirtschaft im Einklang mit Natur, Freizeit und Tourismus unterstützen. In Sachen »Familienfreundlichkeit« hat sich Nitschke vor allem den Ausbau des sozialen Netzwerks, Bauland für Einheimische und den Ausbau der Freizeitangebote, besonders für die Jugend, vorgenommen.

Seniorenheim vielleicht noch in der neuen Amtsperiode

Wesentlich seien der Bau einer weiteren Kinderkrippe und des Seniorenheims. »Nach drei verworfenen Anläufen und Planungen für ein Seniorenheim sind nun neue Gespräche in Gang gekommen, die auf eine Realisierung noch in der kommenden Amtsperiode hoffen lassen.« Für ein auch in Zukunft lebendiges Übersee will er auch weiter die Vereine und ihre Jugendarbeit, ehrenamtliche Initiativen sowie Brauchtum und Kultur fördern.

Um die Zukunft der Gemeinde auch weiter gestalten zu können, wolle er »hart arbeiten, mit voller Kraft und aus ganzem Herzen.« Nicht ohne Stolz verwies er auf sein Kandidatenteam von jungen und erfahrenen Bewerbern aus allen Berufsgruppen, die allesamt ehrenamtlich engagiert seien. Alois Huber und Georg Schobersteiner sagten zur Klage der Opposition »über ein schlechtes und zerrüttetes Klima im Gemeinderat«, wenn dies der Fall gewesen wäre, hätte nicht so viel Positives auf der Grundlage von meist einstimmigen Gemeinderatsbeschlüssen geschaffen werden können.

Einblicke in die Verzahnung von Gemeinde- und Landkreispolitik gab CSU-Landratskandidat Siegfried Walch. Seine größte Sorge galt den Jugendlichen. Zwei Drittel glauben Umfragen zufolge, den Landkreis wegen schlechter Berufschancen verlassen zu müssen. Mit Investitionen ins produzierende Gewerbe, die Verkehrsinfrastruktur und ein flächendeckendes schnelles Internet will Walch die Abwanderung stoppen. Auch hält er Kooperationen mit der Hochschule in Rosenheim für sinnvoll, um junge Leute schon während der Ausbildung in der Region zu halten.

Im Tourismus will er sich für eine schnellstmögliche Fusion der beiden Verbände vom Chiemgau- und Chiemsee-Alpenland Tourismus einsetzen und Unterstützungsmaßnahmen für Vermieter nach österreichischem Vorbild aus einem Länderfördertopf möglich machen. Hände weg von einer Privatisierung der Kreiskliniken und eine solide Finanzpolitik ohne Neuverschuldung waren weitere Themen seiner mit Beifall bedachten Rede. bvd