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Mit vielen Festgästen das 90-jährige Bestehen gefeiert

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Ließen sich und ihre Festgäste zum Jubiläum hochleben: die Rauschberger-Musikanten mit ihrem Dirigenten Stefan Huber. (Foto: Schick)

Ruhpolding – Mit einem stimmungsvollen Gottesdienst, einem großen Festabend und einem Festzug, der wegen des regnerischen Wetters etwas kürzer ausfallen musste, beging die Trachtenkapelle »D' Rauschberger-Zell« ihr 90-jähriges Bestehen.


Nach dem feierlichen Einzug der Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine, der Geistlichkeit und des Altardienstes zelebrierte Pfarrer Martin Klein zusammen mit Ortspfarrer Otto Stangl den Festgottesdienst in der gut besuchten Ruhpoldinger Pfarrkirche.

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Als langjähriger Klarinettist bei den Rauschbergern war es für den gebürtigen Ruhpoldinger Klein eine Selbstverständlichkeit und Ehre zugleich, den Gottesdienst samt Predigt zu halten. Dazu stellte er das Verhältnis Mensch, Musik und Gott in den Mittelpunkt seiner Gedanken. Musik sei nicht nur zur seelischen Erbauung da, sondern man könne sich mit ihr immer wieder bei Gott in Erinnerung rufen, so der Geistliche, der im September in Teisendorf seine neue Wirkungsstätte antritt. Die Rauschberger-Musikanten umrahmten die Messe mit der Deutschen Messe von Johann Michael Haydn.

Obwohl das Wetter nicht wie gewünscht mitspielte, trafen sich danach doch viele Trachtler und Kirchgänger am Rathaus, um in einem kürzeren Festzug durch das Dorf zum Kurhaus zu marschieren. Die Musikanten vom Bruderverein »D' Miesenbacher« hatten die Aktion spontan eingefädelt, um ihre Jubiläumskollegen zu entlasten. Die musizierten dafür anschließend im voll besetzten Kurhaussaal bis spät in die Nachmittagsstunden auf. Zwischendurch wurden die Anwesenden von der Kindergruppe und den Goaßlschnalzern der Rauschberger-Zell unterhalten.

Ein wahres Füllhorn begeisternder Blasmusik wurde tags zuvor am zünftigen Fest- und Tanzabend, ebenfalls im Kurhausaal, über die Festgäste ausgeschüttet. Gekommen waren unter anderem auch die ehemaligen Musikmeister und einige Gemeinderäte. Die Jubilare unter der Leitung ihres Dirigenten Stefan Huber brillierten mit einer überschäumenden Spiellaune, die die Tanzpaare gleich von Anfang an reihenweise aufs Parkett lockte. Und mit einem nahtlosen Übergang spielten die Danzlkrainer aus Schleching in der zweiten Abendhälfte zum Tanz auf. Mit lustigen Witzen, kurzweiligen Versen und Geschichten trug zudem Ansager Lenz Berger aus Anger zum Gelingen des Abends bei.

Vereinsvorsitzender Johannes Stief brachte es in seiner Begrüßungsrede auf den Punkt, dass der Ort nur davon profitiere, wenn es neben Euro und Chiemgauer auch die »Ruhpoldinger Währung« gebe, denn nur sie sorge für den nötigen Zusammenhalt. Bürgermeister Claus Pichler überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde und zeigte sich erfreut darüber, in Ruhpolding gleich zwei großartige Klangkörper beheimatet zu haben, die noch dazu für den eigenen Nachwuchs sorgen. Es zeuge von einer tiefen Verwurzelung, wenn Tradition sich nicht einfach verflüchtigt, so das Gemeindeoberhaupt. Den Rauschbergern komme nebenbei noch eine ganz besondere Eigenheit zu, schließlich seien sie seit der Gründung 1925 nach wie vor eine reine Männerbastion geblieben, wie es sie heutzutage nur noch selten gebe.

Alte Tourismuserinnerungen wurden wach, als eine Abordnung der Miesenbacher mit einer Brotzeit anrückte und dem Rauschberger Musikanten-Vorstand Ernst Reiter gratulierte. Das schmackhafte Geschenk war in einem nostalgischen Touropa-Koffer verstaut, wie ihn Tausende von Urlaubern zu Degeners Zeiten benutzten und am Bahnhof von den damaligen Rauschbergern schwungvoll empfangen und verabschiedet wurden. ls