Mit viel Humor viele Gäste empfangen

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Mit ihrem trockenen Humor brachte die 100-jährige Anna Rieder Stellvertretenden Landrat Andreas Danzer (links) wie auch Bürgermeister Rudi Jantke immer wieder zum Lachen.

Grassau – Ihren 100. Geburtstag feierte die »Untermoosbacherin« Anna Rieder am gestrigen Mittwoch. Im Kreise der vielen Gratulanten erzählte sie von früher, von der Familie und von allem, was sich sonst so ereignet. Stolz ist die Jubilarin, die von ihrer Tochter Marianne Ramm umsorgt wird, auf ihre 15 Urenkel, fünf Enkel und ihre zwei Kinder.


Das Rätsel um ein hohes Alter scheint bei Anna Rieder auf der Hand zu liegen, denn die Jubilarin ist zu jedem Spaß bereit, kontert geschickt und beweist auch heute noch Humor. So viel positive Lebenseinstellung ist wohl ein Jungbrunnen. Unter die Gratulanten waren auch Bürgermeister Rudi Jantke, Landrat-Stellvertreter Andreas Danzer, Pfarrer Andreas Horn wie auch die Vorstände des Frauen- und Müttervereins, Susi Speckbacher und Regina Petermüller. Gerade dieser Verein war Anna Rieder immer wichtig und so gehört sie dem Frauen- und Mütterverein bereits seit 60 Jahren an. Zugleich ist sie das älteste Mitglied des Vereins.

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Am 21. Januar 1915 wurde Anna Rieder, geborene Steindlmüller, als zweites Kind geboren. Nach dem Tod ihres Bruders in Russland war es an ihr, den Untermoosbacherhof zu übernehmen und dies, obwohl sie nie Bäuerin werden wollte. Sie heiratete 1946 Martin Rieder. Ein Jahr später wurde Marianne und zwei Jahre danach Irmi geboren.

Auf ein arbeitsreiches Leben kann die Seniorin zurückblicken. Vor dem Krieg versorgte sich die Familie selbst. Es gab Kühe, Zugrösser, Schweine, Hühner und Obst. Getreide, Kartoffeln und Flachs wurden angebaut. Friedlich ging es auf dem Einödhof bis zum Kriegsausbruch zu. Politisch waren die Untermoosbacher nicht interessiert, und erst als der Bruder zum Militär musste und ein Jahr später verstarb, wurde der Krieg präsent. Gut kann sich Anna Rieder noch an den gefangenen Franzosen, der auf dem Hof fleißig arbeitete, erinnern. Auch bis zur Währungsreform konnten alle auf dem Hof gut versorgt werden. Selbst Städter kamen, um Lebensmittel einzutauschen. Durch die Modernisierung und maschinelle Umstellung wurde die Arbeit leichter. Ein Zubrot verdiente sich die Familie durch die Vermietung von Ferienzimmern und einem Ferienhäuschen.

An die gute, aber auch anstrengende, alte Zeit erinnert sich Anna Rieder gerne. In dem gemütlichen Bauernhaus, in dem Anna Rieder auch geboren wurde, zeugen noch heute Bilder von der damaligen Zeit. Die 100-Jährige weiß genau, was sie will. Besonders beim Essen ist sie heikel. Kartoffeln mag sie nicht besonders und auch Bohnensuppe ist nicht ihr Lieblingsessen. Schweinsbraten und Knödel hingegen isst sie gerne.

Trubel mag sie nicht, wohl aber Besuch. Als sich der Stellvertretende Landrat vorstellte, empfing sie ihn freundlich und meinte nur »des ist mir wurscht, schee dass kemma san«. tb

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