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Mit Süßkartoffeln Abwechslung in den Garten bringen

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Süßkartoffeln wachsen auch bei uns, wenn man die Jungpflanzen aus Knollen, die man inzwischen in fast jedem Lebensmittelgeschäft bekommt, selber zieht.

Damit es in den nächsten Wochen und Monaten im Garten grünt und sprießt, gilt es jetzt Ende Februar noch einiges zu tun. Was zu machen und zu beachten ist, weiß Kreisfachberater für Gartenbau Markus Breier.


Bevor bald die ersten Kulturen in die Gemüsebeete gepflanzt werden können, kümmern wir uns um guten Boden. Wurde Gründüngung im vergangenen Jahr gesät, gehört sie jetzt gemäht, einige Tage anwelken lassen und dann untergearbeitet. Nur bei Senf oder Phacelia sparen wir uns das Mähen, weil sei erfroren sind und mittlerweile weitgehend zusammengefallen. Wir arbeiten sie direkt unter. Auch Reste des letztjährigen Mulchs und frischer Kompost werden eingearbeitet und die Beete flach gezogen.

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Gewächshaus und Frühbeet reinigen

Im Laufe der zurückliegenden Saison haben sich im Gewächshaus allerhand Algen, Moose und andere Gäste an den Scheiben und Streben festgesetzt. Wir reinigen alle Flächen mit einer weichen Bürste und Wasser, dann waschen wir gründlich nach. Auch die Außenseite nicht vergessen! Hier ist ein weicher Besen beim Dach hilfreich. – Je mehr Licht hinein kommt, desto besser wachsen im zeitigen Frühjahr die Pflanzen. Selbiges gilt auch für Frühbeete.

Viele Sommerblumen, alle Gemüse und Kräuter lassen sich selber ziehen. Wichtig ist, auf Aussaat-Zeitpunkt, Temperatur, Licht und dann die Düngung zu achten. Hinweise und Tipps geben die Samenpäckchen. Bei den angegebenen Zeiträumen lieber in die Mitte peilen, als zu früh zu säen – sonst hat man Probleme, die Pflanzen im warmen Zimmer zu »bremsen«.

Wer viele Pflanzen braucht und die entsprechenden Möglichkeiten hat, zieht sie selbst. Wer nur wenige Pflanzen möchte, kann sie kaufen oder bekommt sie von Nachbarn oder Freunden.

Für Anfänger geeignet sind Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis und viele Kräuter. Bei Sommerblumen sind es Zinnien, Tagetes, Prunkwinden, Sonnenblumen und viele weitere. An die anderen kann man sich nach und nach herantasten. Keine Angst, es ist noch kein Gärtner vom Himmel gefallen, jede(r) fängt einmal jung an.

Die ersten Salate des Jahres sollte man so oder so kaufen, denn sie bräuchten im lichtarmen Frühjahr etwa sechs Wochen von Aussaat bis zur Pflanzung ins Beet. Hinzu kommt der Lichtmangel, man müsste zusätzlich beleuchten.

Süßkartoffeln sind wärmebedürftig und bei uns (bislang) nur als Zierpflanzen verbreitet. Die Knollen können wie Kartoffeln verwendet werden, schmecken aber süßer. Wer die eigene Anzucht dieser starkwachsenden Pflanze ausprobieren möchte, kann Jungpflanzen aus käuflichen Knollen selber ziehen.

Die Süßkartoffel im Februar einfach bei Zimmertemperatur in ein Glas mit etwas Wasser stellen und warten. Bis die ersten Austriebe kommen, dauert es ein paar Wochen. Sie werden als Stecklinge abgenommen, in Töpfen bewurzelt und frühestens Ende Mai ausgepflanzt, besser Anfang Juni. – Süßkartoffeln brauchen viel Wärme, volle Sonne und lockere Böden. Am besten geht das im Frühbeet. Achtung, sie bilden wie Kürbisse sehr lange Triebe! Die Ernte muss möglichst spät erfolgen, weil die Knollen erst im Herbst an Größe zulegen. Für die Aussaat von Tomaten ist es noch zu früh. Hier reicht es, Mitte März zu beginnen.

Hochbeet als Frühbeet verwenden

Mit ein paar Handgriffen lässt sich das Hochbeet in ein Frühbeet umbauen. Im Handel gibt es Folientunnel mit halbrunden Metallbögen, alternativ Ruten von Weiden oder Hasel nehmen und mit Lochfolie oder Vlies überspannen. So entsteht ein halbgeschütztes Frühbeet.

Ende des Monats können trotz kühler Temperaturen die ersten Radieserl gesät werden. Prädestiniert ist die Sorte `Eiszapfen´, die wirklich wir kleine, weiße Eiszapfen ausschaut und hervorragend schmeckt. Sie brauchen etwa 4-5 Wochen bis zur Ernte und können satzweise bis ins späte Frühjahr ausgesät werden. – wer Frühbeet oder Gewächshaus hat, kann schon früher aussäen.

Weil sie Kälte gut vertragen, ist Ende Februar beste Zeit für die Aussaat von Dicken Bohnen, auch Puffbohnen genannt. Sie gedeihen am besten auf unseren schweren Lehmböden und bringen bald erste Bohnenernte. Zwischenzeitlich waren sie weitgehend vergessen, doch erfahren sie seit ein paar Jahren wieder die erforderliche Wertschätzung.

Ins Frühbeet oder das ungeheizte Gewächshaus können jetzt, Ende Februar, auch die ersten Jungpflanzen von Kohlrabi, Feldsalat, Kopfsalaten oder Endivien gepflanzt werden. Vlies schützt sie die ersten Wochen vor starken Temperaturschwankungen. An sonnigen Tagen müssen wir lüften, damit die Temperatur nicht zu hoch steigt.

Hecken nur noch bis 28. Februar schneiden

Noch im Februar muss die Fällung von Bäumen oder ein kräftiger Rückschnitt von Sträuchern und Hecken abgeschlossen sein. Vom 1. März bis 30. September gilt die Vogelbrutzeit und derart kräftige Eingriffe oder Beseitigungen sind gesetzlich verboten. Über den Sommer sind aber schonende Form- und Korrekturschnitte zugelassen. Trotzdem vergewissern wir uns auf brütende Vögel und verschieben den Heckenschnitt gegebenenfalls.

Der ausgehende Winter ist ideal für den Rückschnitt und die Verjüngung von Rispenhortensien, Sommerflieder, Blauraute und Spiersträucher. Sie blühen an den neuen Trieben. Durch den jährlichen Rückschnitt werden die Blüten besonders groß.

Am Boden blüht gerade ein heimisches Gehölz, die Schneeheide (Erica carnea). Die Blüten sind offen und damit beliebt bei Bienen – im Vergleich zu den über Winter meist gepflanzten Knospenheiden. Die Schneeheide ist am passenden Standort sogar dauerhaft über Jahrzehnte und wird dafür am besten im zeitigen Frühjahr nach der Blüte kräftig gestutzt.

Mit ersten Blüten startet die heimische Kornelkirsche, auch Dirndlstrauch genannt. Nicht nur als erstes Bienenfutter im Jahr ist sie geschätzt, sondern im Spätsommer auch für ihre kirschroten, herben Früchte für Gelees, Liköre oder knapp reif eingelegt als »falsche Oliven«. Die Kornelkirsche eignet sich wegen ihrer guten Schnitteignung auch für die Hecke.

vew

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