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Mit kleineren Maßnahmen dem See rasch helfen

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So sieht die Schleppschuhtechnik beim Einsatz auf der Wiese aus. (Foto: H. Eder)

Waging am See. Mit einer Reihe von kleineren Maßnahmen könnte dem Waginger See relativ rasch geholfen werden, hieß es in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses. Solche Maßnahmen könnten sein: An Gewässerrändern und auf problematischen landwirtschaftlichen Flächen keine Gülle mehr ausbringen, überschüssige Gülle über Biogasanlagen oder zu einem festen Substrat verarbeiten, beim Gülleausbringen so weit möglich die Schleppschuhtechnik verwenden und die Sperrfrist für Gülleausbringung in den März hinein verlängern.


Ministerium soll sich an Kosten beteiligen

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All das, was nur auf freiwilliger Basis möglich sei, würde von der Gemeinde entschädigt. Darüber besteht längst Einvernehmen. Allerdings hofft die Gemeinde, dass sich das Ministerium auch an den Kosten beteiligt. Ein Termin beim Landwirtschaftsministerium steht in den nächsten Wochen an.

Der Bau einer Biogasanlage für Gülleverwertung wäre kaum rentabel, hieß es. Gemeindewerke-Leiter Heinrich Thaler berichtete von Gesprächen mit dem Biomassehof Achental, der an einer Machbarkeitsstudie für Biogasanlagen interessiert sei, die hauptsächlich mit Gülle betrieben werden. Markus Bäuml von der Firma IHB Bioenergie, die Biogasanlagen plant und baut, war aber skeptisch. Er riet, sich an einer größeren Biogasanlage zu beteiligen.

In Waging hätte man sich für Tettenhausen wegen der Nahwärmeversorgung, die erweitert werden solle, eine solche Lösung gut vorstellen können. Aber etwa auch für St. Leonhard, wo das Nahwärmesystem erweitert wird.

»Es macht keinen Sinn, die Gülle wegzugeben und dafür Mineraldünger zu kaufen«, sagte Martin Dandl. Er fände es aber eine gute Idee, die Gülle getrocknet auszubringen. Der Waginger Bauernverbandsobmann Hubert Perschl zweifelt am Sinn der Sperrfrist, erst recht an einer Verlängerung: »Die Sperrfrist gehört weg«, sagte er. Dem stimmte Bürgermeister Herbert Häusl zu: Auf die Sperrfrist könnte man verzichten, »wenn man an den normalen Menschenverstand appellieren würde«.

Matthias Baderhuber schlug vor, das geplante Gewässerrandstreifenprogramm auf ganze Grundstücke auszudehnen, die besonders abschwemmgefährdet seien. Mähen könnte man wie bisher, würde aber keine Gülle mehr drauf fahren. Maschinenring-Geschäftsführer Herbert Galler betonte, dass es bereits solche Pläne gebe.

Bei einem Ortstermin bei der Firma Zunhammer in Biebing hatte sich der Gemeinderat davon überzeugt, dass die Schleppschuhtechnik den See entlasten würde. Denn über diese ausgereifte Technik wird die Gülle direkt am Boden abgelegt, kann weniger abgeschwemmt und vom Boden besser aufgenommen werden, klebt nicht an den Pflanzen fest, die Geruchsbelästigung ist deutlich geringer und dunkelbraune Wiesen gibt es auch nicht mehr.

Deshalb will die Gemeinde Waging alles tun, um diese Technik zu fördern. Entweder die Gemeinde rüstet Fässer der Bauern und Güllegemeinschaften mit den Anbauten für den Schleppschuh aus oder bezuschusst die Gülleausbringung, sodass die Bauern nur die bisherige Gebühr zahlen müssen, wie sie bei der herkömmlichen Ausbringung anfällt.

Beim Treffen mit der Güllegemeinschaft Rupertiwinkel und dem Maschinenring hat sich herausgestellt, dass sich die Gemeinschaft gerne auch auf Waging ausdehnen würde. Die Abrechnung geschieht über den Maschinenring, die Buchung der Fässer mit Schleppschuh übers Internet. Der Gemeinde wäre dies sehr recht, aber ebenso würde man kleinere Zusammenschlüsse von Bauern bezuschussen. In einer Bauernversammlung werde bald darüber diskutiert werden. Die Zuschüsse allein für die Schleppschuhausbringung könnten sich auf bis zu 40 000 Euro pro Jahr belaufen, die die Verwaltung laut Thaler wohl aufbringen würde.

Über weitere Maßnahmen, die dazu da sind, die Einschwemmungen von Humus und damit auch von Phosphat zu reduzieren, berichtete Franz Knogler von der BBV-Landsiedlung. Mit den Landwirten erarbeitet er Lösungen, wie das Wasser aus Drainagen bei Bedarf so umgeleitet werden kann, dass es in der Fläche versickert.

Grundbesitzer müssen Flächen zur Verfügung stellen

Dazu aber müssen die Grundbesitzer Flächen zur Verfügung stellen, die dann beispielsweise nur einmal im Jahr gemäht werden. Knogler appellierte an die Bauern: »Lasst beim Ackern zehn Meter Grünland neben den Bächen.« Knogler stellte dem Ausschuss zwei Projekte bei Ebing und Schuhegg vor. Fünf Maßnahmen dieser Art sind im Herbst geplant. Dafür hat der Freistaat Bayern 500 000 Euro bereitgestellt. Der Anteil der Gemeinde liegt bei rund 20 Prozent.

Zum Schluss schilderte Knogler noch eine Überlegung, wie die Abschwemmproblematik von Gessenberg abgefedert werden könnte. Denn bei den vergangenen Starkregen gab es hier erhebliche Abschwemmungen und die Keller von Häusern im darunterliegenden Waginger Westend waren von Überschwemmungen betroffen. Das soll durch Ableitungen und Rückhaltemöglichkeiten verhindert werden. he