weather-image

Mit kleinen Maßnahmen Verkehrssicherheit verbessern

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Auf der Staatsstraße 2105 bei der Einbiegespur in die Martinstraße (im Bild) und bei der Abzweigung nach Tettenhausen sind am Donnerstag Fahrbahnteiler aufgestellt worden, die die Autofahrer künftig davon abhalten, die schraffierten Sperrflächen zu befahren. Bürgermeister Herbert Häusl und Martin Bambach, der stellvertretende Leiter des Staatlichen Bauamtes, machten sich vor Ort ein Bild von der neuen Situation. (Foto: H. Eder)

Waging am See. Mit einer Reihe von Maßnahmen will es das Staatliche Bauamt Fußgängern und Fahrradfahrern in Zukunft leichter machen, im Bereich von Waging die Staatsstraße 2105 zu überqueren. Außerdem soll auch der Autoverkehr sicherer werden. Zwei dieser Maßnahmen, eine durchgezogene Leitplanke auf der Südseite der Straße vom Postkellerberg bis zum Kreisverkehr und die Aufstellung von Fahrbahnteilern auf den schraffierten »Sperrflächen« beim Lidl-Markt und an der Abbiegung nach Tettenhausen, sind bereits realisiert. Ein weiteres Vorhaben bei Gastag, nämlich eine Aufweitung der Straße und die Verlegung des Zufahrtsweges zusammen mit dem Bau einer Verkehrsinsel, ist am Widerstand der Anwohner gescheitert.


Dies waren die wesentlichen Informationen bei einem Pressegespräch am Donnerstag im Waginger Rathaus, an dem neben Bürgermeister Herbert Häusl der stellvertretende Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein, Martin Bambach, teilgenommen hat. Bambach zählte die geplanten Maßnahmen nochmals auf: Neben den erwähnten drei Projekten sind noch vorgesehen eine Fußgängerüberführung im Bereich Postkellerberg, eine Verbreiterung des provisorischen Gehwegs zwischen Postkellerberg und Kreisverkehr sowie eine Sicherung der Überquerung bei der Einmündung in den Haslacher Weg.

Anzeige

Bambach betonte, dass das Staatliche Bauamt daran interessiert sei, die Situation gerade im Bereich von Waging zu verbessern, und man wolle hier der Gemeinde helfen, wo es nur möglich sei. So sei auch gemeinsam mit der Gemeinde eine Umgestaltung der schwierigen Überquerungs- und Ausfahr-Situation in Gastag geplant gewesen, die von den Anliegern schon seit Jahrzehnten beklagt werde. Die geforderte Unterführung sei nicht realisierbar, betonten Häusl und Bambach. Jetzt aber wäre der notwendige Grunderwerb für Straßenverlegung und -aufweitung nach langen Verhandlungen bereits so gut wie in trockenen Tüchern gewesen, wie Bürgermeister Häusl berichtete. Dann habe man die Anlieger zu einer Versammlung eingeladen – und dabei eine gewaltige Überraschung erlebt.

Wie Bambach und Häusl übereinstimmend schilderten, habe diese Versammlung in sehr emotionaler Weise stattgefunden. Quintessenz sei gewesen, dass die Anlieger »bis auf zwei« die geplanten Maßnahmen für wirkungslos und daher als Verschwendung öffentlicher Gelder betrachtet hätten. Denn, so die Argumentation, die Einfahrt aus dem nördlichen Bereich bleibe weiterhin sehr unübersichtlich; und wenn hier nichts geschehe, könnte man eine Umgestaltung gleich bleiben lassen. Zudem sei auch angesprochen worden, dass man durch die weitere Bebauung im Waginger Westend hier zunehmenden Verkehr befürchte.

Bambach und Häusl ziehen die Konsequenz daraus: »Das lassen wir jetzt.« Denn man wolle nicht gegen den Willen der Anlieger bauen. Im anderen Fall wäre mit der Realisierung der Maßnahme demnächst begonnen und dafür viel Geld in die Hand genommen worden. Über dieses Thema solle dann, so Häusl, im neuen Gemeinderat noch gesprochen werden.

Die weiteren Maßnahmen geht das Staatliche Bauamt mit unvermindertem Eifer an. Praktisch parallel zum Pressegespräch am Donnerstag haben Mitarbeiter des Bauamtes auf den schraffierten Sperrflächen beim Lidl-Markt und an der Abbiegung nach Tettenhausen auf der Staatsstraße 2105 jeweils zwei kleine Verkehrsinseln auf die Straßenfläche genagelt, versehen mit einem rot-weiß-gestreiften Pfosten und dem blauen Pfeil auf dem Schild »Rechts vorbeifahren«.

Oftmals entstanden gefährliche Situationen

Der Grund für diese Maßnahme liegt darin, wie Bambach erklärte, dass oftmals Autofahrer, wenn sie wegen eines abbiegenden Autos hätten warten müssen, dieses auf der Sperrfläche überholen, was, so Bambach, nicht nur zu gefährlichen Situationen, sondern auch zu einer Unfallhäufung geführt habe. Dies hätten auch die Verkehrsbehörde und die Polizei eingesehen, die es sonst nicht so gerne haben, wenn sich auf freier Strecke Verkehrsinseln befinden.

Am Postkellerberg hat man sich eine Geh- und Radwegüberführung vom Postkellerberg über die Staatsstraße hinweg ausgedacht. Dies biete sich aufgrund der Geländesituation an, weil auf der einen Seite schon die Hanglage vorhanden ist, wie es hieß. Auch hierfür sollten Planungen und Grundstücksverhandlungen demnächst beginnen.

Weiterverfolgt werden soll auch die Verbreiterung des provisorischen Gehwegs an der Straßenseite, auf der die Brunnen liegen. Und hier hat man auch bereits die Leitplanke entlang dieses Weges verlängert, um das Überqueren für Fußgänger zu erschweren. Eine kleine Lücke gibt es noch, die soll dann geschlossen werden, wenn – was zusätzlich geplant ist – die Leitplanke entlang der Lärmschutzwand gebaut wird.

Ein weiteres Problem ist die beliebte Überquerungssituation beim Hotel Wölkhammer. Ganz schließen möchte die Gemeinde den Übergang nicht, aber mit einer Hinweistafel auf die nahe gelegene Unterführung am Kreisverkehr und eventuell einer Beleuchtung will man hier die Gefahrensituation besser bewusst machen.

Neben all diesen kleineren Maßnahmen, so versichert Bambach abschließend, wolle man aber größere Verbesserungen nicht außer Acht lassen. Als Beispiel dafür nannte er einen möglichen Kreisverkehr an der Einmündung der Salzburger Straße in die Staatsstraße und die gefährlichen Einmündungssituationen in Richtung Norden: altes Kläranlagengelände, Fisching, Seeteufel und nach wie vor Tettenhausen. »Wir müssen darüber diskutieren«, erklärte Bambach, »und wir machen uns über die Situation auf der Staatsstraße 2105 viele Gedanken – und schauen auch, dass was vorangeht.« he

Mehr aus der Stadt Traunstein
Schreibwaren Miller