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Mit einer Flugdrohne »ins Land eineschau'n«

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Georg Unterhauser und seine Drohne: Mit Hilfe dieses Fluggeräts und der daran befestigten Kamera hat der begeisterte Fotograf sensationelle Bilder aus der Luft gemacht. Diese wird er am Freitag im Gasthaus Oberwirt in Otting zeigen. (Foto: H. Eder)
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Diese Luftbildaufnahme von Georg Unterhauser zeigt Tettenhausen von oben.

Waging am See. »Ins Land eineschau'n«: Das ist eine neue große Leidenschaft von Georg Unterhauser aus Straß in der Gemeinde Waging am See, bekannt als Kreisfachberater für Gartenbau im Landratsamt Traunstein und als Vorsitzender des Gartenbauvereins Otting. Mit einer ferngesteuerten Flugdrohne ist er seit einem Dreivierteljahr unterwegs und hat in über 500 Aufstiegen faszinierende neue Aus- und Einblicke ins Land aufgenommen, zu allen Jahreszeiten – und mittlerweile flächendeckend von allen Ortschaften der Pfarrei Otting. Diese Bilder gibt es zum einen zusammengefasst in zwei Bildbänden, die bei Unterhauser zu haben sind, zum anderen aber in einer einmaligen, noch nie gesehenen, Bilderschau auf Großbild-Leinwand am Freitag um 19.30 Uhr im Gasthaus Oberwirt in Otting.


Von Pasee im Norden bis Voitswinkl im Süden führt diese eindrucksvolle Entdeckungsreise und zeigt Ansichten und Luftbilder, wie man sie noch nicht gesehen hat. Da kann der geneigte Betrachter die bauliche Entwicklung in Otting nachvollziehen, da ist die große Kiesgrube bei Hausstätt zu sehen, die von oben wie eine archäologische Grabung aussieht, und die neue Umgehung von Weibhausen stellt sich in eindrucksvollen Bildern dar. Manche Hausbesitzer werden sich freuen, wenn sie hier die Umbauarbeiten an ihrem Haus nachvollziehen können, die möglicherweise inzwischen abgeschlossen sind.

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Vier Propeller und ein Kilogramm schwer

Wenn Schorsch Unterhauser was anpackt, dann tut er das hundertprozentig. Das war auch mit seiner Flugdrohne der Fall. Intensive Nachforschungen im Internet waren notwendig, bis er genau das Gerät gefunden hatte, das er sich vorgestellt hat. Rund ein Kilo schwer ist das weiße Gerät mit seinen vier Propellern. Zwei Kameras hat er sich dafür angeschafft, und per Fernsteuerung lässt sich die Drohne genau dahin bewegen, wo man sie haben möchte, und sie kann auch in der Luft stehen bleiben – immer vorausgesetzt, der »Steuermann« weiß, wie es geht, und hat es im Gefühl. Da sei schon einiges an Üben notwendig gewesen, erzählt Unterhauser, bis er seine Drohne so richtig im Griff hatte. Über eine Videoverbindung sieht er am Boden genau das, was die Drohne oben »sieht«, und kann sich so die idealen Blickwinkel aussuchen. Die entstandenen Bilder zeigen, dass Unterhauser seine »fliegende Untertasse« im Griff hat.

»Damit ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen,« schwärmt Unterhauser. Denn er hat in Eggstätt, wo er aufgewachsen ist, immer mit Begeisterung den Modellfliegern zugeschaut, die dort ihre Miniatur-Flugzeuge haben aufsteigen und herumfliegen lassen. Als Bub konnte er sich das natürlich seinerzeit nicht leisten, aber irgendwie ist die Erinnerung daran wohl über all die Jahre lebendig geblieben. Und wenn man ihn erzählen hört, wenn man seine Bilder anschaut und dann auch noch nachvollzieht, dass er bereits über 500 Mal – immer bei geeignetem Wetter – unterwegs war mit seiner Drohne, dann weiß man: Hier hat sich einer wirklich einen innigen Wunsch erfüllt.

Seine Freude an der Drohne ist gepaart mit seinem lebenslangen Hobby, der Fotografie. Schon als 15-Jähriger, so erinnert er sich, hat er erstmals eine Kamera bekommen – eine »Kodak Instamatic«. Und seitdem fotografiert er. Im Zusammenhang mit seinem Beruf als Gartenbau-Kreisfachberater und seinem Ehrenamt als Gartenbauvereinsvorsitzender ist seine Freude am Fotografieren eine Verbindung, die ungezählten Menschen im Laufe der 36 Jahre, seit er im Landratsamt tätig ist, viel Freude bereitet hat. Und die auch vielen Menschen die Charakteristik vieler Blumen, Nutzpflanzen, Bäume – und nicht zuletzt auch von Schädlingsbefall – nahegebracht hat. Einfach eine »ideale Kombination«, wie Unterhauser selber sagt. In sein Fluggerät hat er mittlerweile mehrere Tausend Euro gesteckt.

»Ich will ja niemanden ausspionieren«

Beim Luftamt Südbayern hat er eine allgemeine Aufstiegsgenehmigung eingeholt und eine eigene Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Und in vielen Fällen hat er bei seinen Ausflügen in die Luft auch die anvisierten Hausbesitzer gesprochen und ihnen erklärt, was er da macht. »Ich will ja schließlich niemanden ausspionieren«, sagt Unterhauser, der wohl weiß, dass das Wort »Drohne« nicht gerade positiv besetzt ist. he