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Mit einem 20 Jahre alten Subaru bis ans Nordkap

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Als »Racing Team Chiemgau« gehen Ludwig Helminger (von links), Johannes Scheck und Tommy Bayerschmidt bei der »Baltic Sea Circle«-Rallye an den Start.

Das wird das Abenteuer ihres Lebens: Mit einem 20 Jahre alten Subaru werden Ludwig Helminger und Johannes Scheck aus Übersee sowie Tommy Bayerschmidt aus Mietenkam 7500 Kilometer bis zum Polarkreis und um die Ostsee fahren.


Bei der »Baltic Sea Circle«-Rallye geht es ihnen nicht vorrangig ums Gewinnen, sondern darum, es überhaupt ins Ziel zu schaffen. Und: »Es soll schön und lustig werden.«

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In 16 Tagen durch 10 Länder – »auf holprigen Straßen, vorbei an weißen Stränden, einsamen Schären, rauen Kliffs und zerklüfteten Fjorden«, wie der Veranstalter wirbt. Denn: Autobahnen sind tabu, genauso wie Navi und GPS. Dazu kommt, dass das Rallye-Auto mindestens 20 Jahre alt sein muss und höchstens einen Wert von 2000 Euro haben darf.

»Wir fahren mit Tommys Subaru«, erzählt Johannes Scheck. Der blaue Impreza 2.0 ist Baujahr 1997 – und damit gerade alt genug. Er hat 116 PS und Allradantrieb. Das Auto sei zuverlässig, »aber wir nehmen trotzdem genug Ersatzteile mit«, meint Ludwig Helminger und zählt auf: »Zwei Reservereifen, Getriebe, Kupplung, sämtliche Teile für den Motor...« Dabei haben er und seine Freunde einen entscheidenden Vorteil: Sie sind alle drei Mechaniker.

Tommy Bayerschmidt ist Automechaniker, Ludwig Helminger Landmaschinenmechaniker und Johannes Scheck Industriemechaniker. Sie sind alle drei 20 Jahre alt und kennen sich schon lange. »Johannes und ich sind miteinander in die Grundschule gegangen«, erzählt Ludwig Helminger. Johannes Scheck war es auch, der die Idee hatte, im Sommer bei der »Baltic Sea Circle« mitzufahren. »Ich hab' das auf Facebook gesehen«, erzählt er.

Nicht nur seine beiden Freunde waren sofort Feuer und Flamme, sondern auch drei ehemalige Schulspezln aus Oberwössen. Sie meldeten sich ebenfalls für die Abenteuer-Rallye an. Das Gute daran: Das zweite Team aus dem Chiemgau wird auch mit einem Subaru an den Start gehen. »So können wir uns mit Ersatzteilen aushelfen«, freut sich Ludwig Helminger.

Das ist auch darum gut, weil die Teams alles in ihren Autos unterbringen müssen. »Für Gepäck ist nicht mehr viel Platz«, sagt Johannes Scheck. Mit seinen Freunden war er sich einig, dass sie zumindest »gscheid« schlafen wollen. »Wir werden uns ein Dachzelt ausleihen«, erzählt er. So hätten sie wenigstens den Komfort, auf Matratzen zu schlafen – wenn auch nur auf dünnen.

»Gegend, die uns wirklich sehr reizt«

Das große Abenteuer der drei Chiemgauer wird am 17. Juni in Hamburg beginnen. Von dort aus geht es über Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland – bis ans Nordkap. Durch Russland, Estland, Lettland, Litauen und Polen führt die Route wieder zurück nach Hamburg. Länder, in denen die drei Chiemgauer noch nie waren. »Das ist eine Gegend, die uns mittlerweile auch wirklich sehr reizt«, sagt Johannes Scheck.

Damit es den insgesamt rund 250 teilnehmenden Teams bei der Rallye nicht langweilig wird, müssen sie in jedem Land eine spaßige Aufgabe erfüllen, für die es zusätzlich Punkte gibt. »Im letzten Jahr gab es zum Beispiel die Aufgabe: 'Setze eine Ziege ans Steuer deines Autos'«, weiß Johannes Scheck. Und natürlich gehört das dann aufs Bild gebannt. Damit auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt, gibt es immer wieder Etappenziele, wo sich alle treffen und gemeinsam Party machen.

Das klingt nach jeder Menge Spaß für die drei Burschen – den ihnen auch ihre Familien und Freunde gönnen. »Mein Pa hat gesagt, es ärgert ihn, dass sie früher so etwas nicht gemacht haben«, erzählt Johannes Scheck. Der Überseer wird auf jeden Fall seine Action-Kamera, die er zum Geburtstag geschenkt bekommen hat, auf die Reise mitnehmen.

Die Welt ein Stück verändern

Die Fotos wollen sie schon während der Rallye auf ihre Facebook-Seite stellen. Dort informieren die Burschen schon jetzt über ihr Abenteuer – und sammeln vor allem Spenden. Nicht für sich, sondern für die Initiative Krebskranke Kinder München und den Münchner Verein Herzenswünsche, der schwer kranken Kindern einen Herzenswunsch erfüllt. Denn das ist die letzte Teilnahmevoraussetzung für die »Baltic Sea Circle«: eine Spende von mindestens 750 Euro, »um die Welt ein Stück zu verändern«, wie es von Seiten des Veranstalters heißt.

Die drei Freunde, die inzwischen schon 210 Euro gesammelt haben, hoffen, dass sie weitere Unterstützer finden werden. Wer spenden will, der findet den entsprechenden Link auf der Facebook-Seite »BSC 2017 – Racing Team Chiemsee«. Und auch das Team aus Oberwössen sucht noch Spender; ihre Facebook-Seite heißt »Baltic Sea Circle 2017 – Brem City Team«. san