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Ministerpräsident Seehofer zeichnet »Helden des Alltags« aus

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Ministerpräsident Horst Seehofer zeichnete gestern in der Residenz in München Theresa Drechsler aus Traunstein mit der Bayerischen Rettungsmedaille aus. Die damals 16-Jährige hatte zwei Schülerinnen, die auf dem zugefrorenen Waginger See eingebrochen waren, aus dem Wasser gerettet.
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Die Rettungsmedaille überreichte Ministerpräsident Horst Seehofer auch an Kreszenzia Mayer aus Teisendorf, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens einen Mann vor einer wild gewordenen Kuh gerettet hatte.

82 Menschen aus ganz Bayern zeichnete Ministerpräsident Horst Seehofer gestern in der Münchner Residenz aus, weil sie unter Einsatz ihres eigenen Lebens das Leben anderer Menschen retteten. 51 weitere wurden mit der Christophorus-Medaille für die Rettung aus einer besonders schwierigen Situation geehrt.


Kreszenzia Mayer aus Teisendorf etwa rettete im August 2012 in ihrer Heimatgemeinde einen Mann, der von einer wild gewordenen Kuh angegriffen und niedergestoßen worden war. »Frau Mayer begab sich selbst in Lebensgefahr, da sie ohne Hilfsmittel auf das wild gewordene Tier losging und dadurch dafür sorgen konnte, dass der Verunglückte sich in Sicherheit bringen konnte«, heißt es in der Würdigung.

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»Sie sind Vorbilder, sie sind Helden des Alltags«, sagte Seehofer. »Leuchtende Beispiele für Mut, für Zivilcourage.« Gerade in den vergangenen Wochen, in denen das Hochwasser weite Teile Bayerns verwüstete, habe sich gezeigt, wie wichtig Hilfsbereitschaft sei. »Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie die Menschen zusammenstehen.«

Die damals 16-jährige Theresa Drechsler aus Roth, Kirchanschöring, hat am 4. Februar 2012 durch ihr schnelles und selbstloses Eingreifen für die Rettung von zwei Schülerinnen, die mitten auf dem zugefrorenen Waginger See in das Eis eingebrochen waren, gesorgt. Albert Mook aus Traunreut hat am 16. Februar 2012 in Gars am Inn einen Mann gerettet, der beim Versuch, seinen Hund zu retten, ins Eis des Innkanals eingebrochen war. Die Rettung war dramatisch: Der Verunglückte konnte sich nur noch an einer Eisscholle festhalten, bis die Rettung gelang.

Ebenfalls ins Eis angebrochen war ein Ehepaar am 12. Februar 2012 am Chiemsee zwischen dem Priener Ortsteil Stock und der Herreninsel. Sie verdanken ihr Leben den beiden gestern ausgezeichneten Lebensrettern Dietmar Kißner aus Prien und Anton Lechner aus Aachen. Die Rettung gestaltete sich sehr schwierig, da das Eis nicht gleichmäßig dick war und die Retter selbst einzubrechen drohten. Eine der jüngsten Geehrten war Susanne Müller aus Laufen. Im Alter von erst 13 Jahren rettete sie am 24. August 2012 in Laufen eine Frau trotz hohen Wellengangs aus dem Abtsdorfer See. Dazu musste sie die Verunglückte 400 Meter weit bis an das rettende Ufer schleppen.

Die Christophorus-Medaille erhält unter anderem der kleine Laufener Benedikt Feil, der 2012 – im Alter von acht Jahren – einen dreijährigen Buben aus dem Freilassinger Freibad rettete. Dieser hatte schon regungslos im Wasser getrieben. Hubert Hauber aus Freilassing und Roman Marterer aus Faistenau in Österreich haben am 22. März 2012 in Ainring einen bewusstlosen Mann aus einer mit Rauchgasen gefüllten Sauna gerettet und erhielten dafür je eine Christophorus-Medaille.