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Minister saß auf Chieminger Feuerwehrboot fest

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Minister Joachim Herrmann (von rechts) und Landrat Siegfried Walch ließen sich von dem kleinen Malheur auf dem Chiemsee nicht aus der Ruhe bringen: »Wir hatten die Paddel schon in der Hand«, erzählt der Landrat. Auch der heimische CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Steiner behielt die Ruhe. (Foto: Schneider)

Chieming – Er hat es mit Humor genommen: Innenminister Joachim Herrmann ist am Montag im Chieminger Feuerwehrboot auf den Chiemsee hinausgefahren – und erst mal nicht mehr zurück ans Ufer gekommen, weil das Schiff einen Motorschaden gehabt hat.


Der Minister hatte sich zusammen mit Landrat Siegfried Walch, Chiemings Bürgermeister Benno Graf, dem heimischen CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Steiner und Vertretern der Feuerwehr in Chieming getroffen. Es ging um ein neues Boot für die Wehr. »Die Chieminger Feuerwehr braucht dringend ein neues Katastrophenschutzboot«, erklärte Landrat Walch gestern im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.

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Ein Schiff, das den Anforderungen eines Einsatzes am oft stürmischen Ostufer des Chiemsees genügt, kostet zwischen 300 000 und 350 000 Euro. Verständlich, dass Landkreis und Feuerwehr da auf eine Förderung durch den Freistaat hoffen.

Minister glaubte zuerst an »geplante Aktion«

Nachdem alles Wesentliche besprochen war, wollte die Gruppe noch eine Runde mit dem aktuellen Chieminger Feuerwehrboot drehen und sich die Gegebenheiten vom See aus ansehen. Doch ein paar Hundert Meter vom Ufer entfernt, an der Stelle, an der das Schiff eigentlich umdrehen wollte, passierte das Malheur.

»Ich hab' schon gemerkt, dass der Motor immer schwächer wird«, erinnerte sich der Landrat. Der Minister habe zunächst geglaubt, dass es sich um eine »geplante Aktion« handeln würde. Als klar war, dass das Boot wirklich streikt, hätten aber alle den Zwischenfall mit Humor genommen. »Es hat ja auch gezeigt, wie dringend ein neues Boot gebraucht wird«, sagte Siegfried Walch schmunzelnd.

Um alle sicher an Land zu bringen, hätten die Chieminger Feuerwehrler zuerst ihre Mannschaftskollegen kontaktiert. Doch dann seien zufällig Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts mit einem Boot an dem kaputten Schiff vorbeigekommen. »Sie haben uns abgeschleppt«, erzählte der Landrat. Ganz ans Ufer konnte das Schiff aber nicht fahren, sodass Minister, Landrat, Bürgermeister und Co. die letzten Meter einzeln im Schlauchboot zurücklegen mussten. Mit etwa einer halben Stunde Verspätung kam Herrmann darum in Übersee an, wo er sich ein Bild vom Polizeieinsatz am »Chiemsee Summer« machte.

Trotz Malheur gab's eine Förderzusage

Das kleine Bootsmalheur habe keiner dramatisch genommen, so Walch lachend. »Wir machten Spaß und hatten schon die Paddel in der Hand«, erzählte der Landrat. Und der »Ausflug« war auch durchaus von Erfolg gekrönt: Noch vor Ort gab es eine Förderzusage von Minister Joachim Herrmann. san

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