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Mindeststandards für Nahverkehr

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Traunstein – Über die Definition von »ausreichender Verkehrsbedienung« mit Mindeststandards beispielsweise für die verschiedenen Nutzergruppen diskutierte der Ausschuss für Landkreisentwicklung und Verkehrsfragen.


Nach Worten von Landrat Siegfried Walch wird der vor einem Jahr vom Kreistag grundsätzlich beschlossene, neue Nahverkehrsplan mit dem notwendigen Inhalt ausgefüllt. Verkehrsplaner Stefan Kroll präsentierte dazu konkrete Vorschläge. Der Ausschuss ermächtigte den Landrat, mit den Verkehrsunternehmen darüber zu verhandeln, um die Maßnahmen baldmöglichst umzusetzen.

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Eine Rolle bei der Planung spielen laut Verkehrsplaner Stefan Kroll zum Beispiel die Anforderungen von Schülern oder Pendlern, die Hauptzielorte, die »Hauptquellorte« (Ansiedlungen mit mindestens 750 Einwohnern) und die »Nebenquellorte« (Ansiedlungen mit 200 bis 750 Einwohnern). Weiter geht es um die notwendige Anzahl an Verbindungen, um deren zeitliche Situierung an Werk- und Feiertagen oder auch um eventuelle Umsteigevorgaben. Als »grundlegende Qualitätsanforderung« bezeichnete Stefan Kroll: »Es muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort ein Angebot existieren.«

Bessere Informationen für Fahrgäste

Um das Angebot der Verkehrsunternehmen zu verbessern, sollen laut Kroll durch zusätzliche Fahrten Bedienungslücken geschlossen werden. Unter verstärkter »differenzierter Bedienung« führte der Planer das Ruftaxi und den Variobus als Beispiele auf. Das Variobus-Angebot soll außerdem auf den nordwestlichen Landkreis ausgeweitet werden. Die Informationen für Fahrgäste sollen besser werden, auch mit Hilfe von IT-Technik. Tarifliche Maßnahmen mit unternehmensübergreifend gültigen Fahrscheinen regte der Verkehrsfachmann ebenso an wie Maßnahmen für vollständige Barrierefreiheit bis 2022 an.

Walch: »Die großen Ziele sind längst definiert«

Die großen Ziele des Nahverkehrsplans seien längst definiert, betonte der Landrat. Jetzt müsse man versuchen, schnell realisierbare Maßnahmen zu finden. Man könne nicht jede Lücke schließen – jede Maßnahme koste Geld. Einen Verkehrstakt wie in München werde man im Landkreis Traunstein nicht bieten können. Er sei offen für Vorschläge, erwarte aber auch dazu jeweils ein Finanzierungskonzept.

Stefan Kroll und der für den ÖPNV zuständige Mitarbeiter im Landratsamt, Hans Pagatsch, bezogen zu zahlreichen Einzelfragen Stellung. Landrat Walch fasste zusammen, dass noch viel Arbeit zu leisten sei. Der Nahverkehrsplan sei hochkomplex und schwierig. So müssten sich auch Verkehrsunternehmen untereinander abstimmen.

Dass Jugendliche nur als »Schüler«, und Senioren sowie Studenten gar nicht als Nutzergruppen auftauchen, monierte Andreas Herden (Grüne). Er vermisst für diese Personenkreise auch die Bedienung mit Öffentlichem Personennahverkehr an Sonntagen. Das sei richtig, erwiderte Planer Stefan Kroll. Jedoch sei der Sonntag der am wenigsten frequentierte Tag der Woche. Weitere Fahrtmöglichkeiten könne man sich wünschen. Aber jeder Unternehmer werde einen Zuschuss vom Landkreis fordern, könne man doch an Sonntagen keine ausreichenden Einnahmen erzielen, gab Kroll zu bedenken.

Ferner lieferte Walch einen Überblick, welche Kommunen welche Kreiszuschüsse zur Förderung ihres örtlichen ÖPNV-Angebots erhielten. Insgesamt bekamen die Gemeinden heuer knapp 148 000 Euro. Der Ausschuss legte fest, Bergen, Schleching, Inzell, Reit im Winkl, Ruhpolding, Traunreut und Trostberg Zuschüsse von 37 Prozent des jeweiligen Aufwands zu erstatten. Weiter wurden fünf weitere Zuschüsse zwischen 1000 und knapp 7000 Euro vergeben.

Nachtexpress: Fahrgastzahlen rückläufig

Rückläufig waren die Fahrgastzahlen verschiedener Nachtexpress-Linien, teils wegen normaler Schwankungen, teils nach Einführung eines Variobusses. Das Gremium befürwortete, die Verträge für die Nachtexpress-Linien bis Ende 2015 zu verlängern. Truchtlaching wird ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 neu in die Linie Traunstein-Obing integriert, möglicherweise auch schon etwas früher.

Außerdem wurde ein Angebot der Südostbayernbahn auf kostenfreie Mitnahme von Fahrrädern auf Bahnnebenstrecken bis Ende 2016 bei Kosten von mehr als 28 000 Euro akzeptiert. Bis Ende 2015 wird der Landkreis auch Ausgleichszahlungen für die Anerkennung der Bahncard auf Linienbussen leisten. Der Gesamtbetrag wird für 2013 bei knapp 2500 Euro liegen. kd