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Mindestens 500 000 Euro Schaden bei Brand auf Bauernhof in Taching

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Lichterloh brannte das Stallgebäude auf dem landwirtschaftlichen Anwesen an der Pallinger Straße in Taching. Weitere Bilder finden Sie unter www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos im Internet. (Fotos: FDL/Lamminger)
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Auch von Drehleitern aus bekämpften die Feuerwehren den Brand.

Taching am See. Bei einem Großbrand auf einem Bauernhof an der Pallinger Straße in der Nacht zum Donnerstag entstand nach Schätzungen von Polizei und Feuerwehr Sachschaden von mindestens einer halben Million Euro. Ein Stallgebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder. Einen Großteil der und 70 Kühe und Kälber konnte die Feuerwehr aus dem brennenden Gebäude retten. Einige wenige Tiere kamen jedoch ums Leben. Die betroffene Bauersfamilie blieb unverletzt. Ein Feuerwehrmann zog sich bei den Löscharbeiten eine Verletzung am Sprunggelenk zu. Bezüglich der Brandursache ermittelt die Kripo Traunstein, die auch einen Zeugen sucht.


Das Feuer in dem Stallgebäude wurde gegen 23.35 Uhr entdeckt, mehrere Notrufe gingen bei der Integrierten Leitstelle Traunstein ein. Diese schickte ein Großaufgebot an Floriansjüngern zum Brandort. Weithin war der Feuerschein zu sehen und als die ersten Wehren eintrafen, stand das gesamte Stallgebäude in Vollbrand. Meterhoch züngelten die Flammen in den Nachthimmel. Die Floriansjünger konzentrierten sich zunächst darauf, das Vieh aus den Ställen zu retten. Dazu wurde der Rinderstall im Erdgeschoß, geschützt durch eine Betondecke, mit speziellen Geräten belüftet und zugleich Wasser in die Stallungen gespritzt, bis die Kühe und Kälber nach und nach in Sicherheit gebracht werden konnten. Der Aufbau mit Tenne wurde von dem Feuer komplett zerstört, dazu auch landwirtschaftliche Maschinen und Geräte.

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Große Sorge bereitete den Feuerwehren der extreme Funkenflug, der durch einen starken Wind angefacht wurde. »Bis zu handtellergroße Funken wurden aus dem Feuer in die Luft gewirbelt«, berichtete Kreisbrandrat Hans Gnadl. Die Löschtrupps legten deshalb besonderes Augenmerk darauf, das Wohnhaus sowie weitere Gebäude des Anwesens vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen. Durch den schnellen Einsatz der Feuerwehren und die große Zahl an Löschmannschaften, die auch von Drehleitern aus ihre Strahlrohre auf das Feuer richteten, gelang es schließlich Wohnhaus und weitere Betriebsgebäude vor den Flammen abzuschirmen. Da die Löschwasserversorgung am Brandort nicht ausreichend war, wurden weitere Feuerwehren nachalarmiert. Sie verlegten lange Schlauchleitungen von einem Bach und einem weiter entfernten Weiher bis zum Brandort.

Rund 270 Kräfte von Feuerwehren, Rettungsdienst und Polizei waren im Einsatz. Die Feuerwehren aus Taching, Tengling, Tettenhausen, Waging, Otting, Gaden, Nirnharting, Wonneberg, Törring, Kay, Lampoding, Palling, Pierling, Kammer, Traunstein und Traunreut konnten nach rund zwei Stunden intensiver Löscharbeiten »Feuer unter Kontrolle« melden. Ein Feuerwehrmann zog sich eine Sprunggelenksverletzung zu und wurde ins Klinikum Traunstein gebracht. Der Hofbesitzer und seine Familie blieben unverletzt, sie wurden vom Kriseninterventionsteam (KIT) der Malteser betreut und unterstützt. Der BRK-Rettungsdienst war mit Notarzt, Schnell-Einsatz-Gruppen und dem Einsatzleiter Rettungsdienst präsent.

Im Stall befanden sich zum Zeitpunkt des Brandausbruches 70 Tiere. 16 – vier Kühe, zehn Jungtiere und 2 Kälber – überlebten das Feuer nicht.

Die Einsatzleitung der Feuerwehr Taching wurde unterstützt von Kreisbrandrat Hans Gnadl, Kreisbrandinspektor Günter Wambach, Kreisbrandmeister Georg Fleischer sowie von Fach-Kreisbrandmeister Atemschutz Christof Grundner und der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-OEL).

Erst gegen 5 Uhr morgens konnten die meisten der eingesetzten Feuerwehren wieder abrücken und zu den Gerätehäusern zurückkehren. Die Feuerwehr Taching hielt Brandwache und führte Nachlöscharbeiten durch, während mit einem Bagger und mehreren Lastwagen begonnen wurde, den Brandschutt abzuräumen. Die Kreisstraße 26, die am Brandort vorbeiführt, musste während der Löscharbeiten sowie den ganzen Donnerstag über gesperrt werden. Auf der Staatsstraße zwischen Waging und Tengling kam es zu Behinderungen.

Was den verheerenden Brand ausgelöst hat, ist noch unklar. Spezialisten der Kriminalpolizei haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Nach einer ersten Einschätzung dürfte ein technischer Defekt Auslöser des Brandes gewesen sein. Die Untersuchungen diesbezüglich sind allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen. In diesem Zusammenhang sucht die Kriminalpolizei einen wichtigen Zeugen. Der etwa 25-jährige Mann, bekleidet mit einer blauen Fliesjacke, hatte sich zwischen 23.40 und 24 Uhr am Brandort aufgehalten. Der Mann könnte nützliche Hinweise geben und soll sich deshalb dringend bei der Kriminalpolizei Traunstein, Telefon 0861/98730, melden. pv.