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Minderjährige Flüchtlinge kommen nach Traunwalchen

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In diesem Gebäudetrakt der Carl-Orff-Volksschule Traunwalchen sollen ab September 12 bis 20 sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht werden. Seit dem Wegfall der Hauptschule stehen in dem Schulgebäude ausreichende Räumlichkeiten zur Verfügung. (Foto: Rasch)

Traunreut – In der Carl-Orff-Volksschule Traunwalchen sollen ab September 12 bis 20 sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht werden. Das teilten Bürgermeister Klaus Ritter und die Vertreter des Landratsamts und des Jugendamts Traunstein am Freitag in einem Pressegespräch im Traunreuter Rathaus mit. Bei den Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren soll es sich hauptsächlich um Flüchtlinge aus Afghanistan handeln. Durch den Wegfall der Hauptschule stehen in der Schule ausreichende Kapazitäten zur Verfügung, um für die Asylsuchenden als Übergang eine neue Heimat zu schaffen.


Darüber hinaus plant das Landratsamt, in Traunreut eine feste Flüchtlingsunterkunft zu bauen. Nach Angaben von Bürgermeister Ritter seien bereits 15 Flächen untersucht worden, die zur Diskussion stehen. Darüber und über die Unterbringung der Asylsuchenden in Traunwalchen sollen die Bürger in einer Informationsveranstaltung informiert werden.

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Wie der Geschäftsführer der Stadtverwaltung, Josef Maier, erklärte, sei die Carl-Orff-Schule schon vor rund eineinhalb Jahren als mögliche Unterkunft für Flüchtlinge im Gespräch gewesen. Aufgrund der brisanten Situation – der Landkreis Traunstein muss pro Woche 30 Asylbewerber aufnehmen – musste jetzt schnell gehandelt werden. Für die Unterbringung werden vier Klassenzimmer zur Verfügung gestellt. Die Räume teilen sich auf in Schlaf- und Gemeinschaftsräume. Es wird auch eine separate Küche geben und es müssen vier Duschen eingebaut werden. Toiletten seien ausreichend vorhanden und es soll auch einen separaten Eingang geben, hieß es. Um die räumlichen Voraussetzungen zu schaffen, müssen zwei Klassen in andere, freistehende Klassenzimmer umziehen. Der Umzug soll aber erst im August über die Bühne gehen, um den laufenden Schulbetrieb nicht zu stören. Nach Angaben von Dr. Nobert Wolff vom Jugendamt Traunstein habe auch schon ein freier Träger einer Jugendhilfe in Aussicht gestellt, die Trägerschaft ab dem 1. September für zunächst ein Jahr zu übernehmen. Der Träger, mit dem das Jugendamt bislang sehr gute Erfahrungen gemacht habe, wolle allerdings noch nicht genannt werden, sagte Wolff. Für die minderjährigen Flüchtlinge soll ein fester Tagesablauf gestaltet werden. Vormittags gibt es Deutschkurse und nachmittags sowie an den Wochenenden wird es ein pädagogisches Freizeitangebot geben. Nachts sollen die Minderjährigen zunächst von einem Sicherheitsdienst beaufsichtigt werden. Wolff hofft jedoch, dass sich dafür Pädagogen finden. Er sei der Stadt Traunreut dankbar dafür, dass sie in Traunwalchen eine Unterkunft zur Verfügung stelle. Lobend erwähnte er auch die Unterstützung durch das Netzwerk »Asyl«, das unter der Federführung von Stadträtin Rosl Hübner gerade im Aufbau ist. Laut Hübner werde sich das Netzwerk um die Asylsuchenden und deren Grundbedürfnisse kümmern. Darüber hinaus wurde auch ein Spendenkonto bei der Kreissparkasse eingerichtet (Kontonummer 7344). Mit den eingegangenen Spenden könne bei Bedarf flexibel reagiert werden, sagte Bürgermeister Ritter. ga