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Milchpreisentwicklung macht Erzeugern Sorgen

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Bei der Ehrung der Jungbauern (von links) Bauernverbandsgeschäftsführer Reinhard Lampoldshammer, Kreisobmann Anton Kern, die beiden Landwirtschaftsmeister Franz Gumpinger und Johann Höglauer, Kreisbäuerin Maria Krammer, Landratsstellvertreter Helmut Fürle und Amtsvertreter Rolf Öhler (Foto: Horn)

Teisendorf – Der Milchpreis ist für die Erzeuger seit rund 30 Jahren unbefriedigend und die fallende Quotenregelung im kommenden Jahr treibt den Bauern die Sorgenfalten auf die Stirn. So war es unabkömmlich, dass man sich beim diesjährigen Kreisbauerntag mit dem Thema Milchpreis beschäftigte. Weiter soll in Form von verschiedenen Aktionen und Aktivitäten Imagepflege für die Landwirtschaft betrieben werden. So wurde ein aufschlussreicher Film zur Vorführung in Schulen erstellt und es soll bessere Öffentlichkeitsarbeit gemacht werden.


Als Einstieg zum diesjährigen Kreisbauerntag des Berchtesgadener Landes gab es einen Film zu sehen. Der Streifen bezieht sich thematisch auf die Facetten der Landwirtschaft im Berchtesgadener Land und in Oberbayern. In ansprechender Form sind die Teilbereiche dargestellt. Die Sparten der Landwirtschaft von der Nahrungsmittelproduktion über Energieerzeugung bis hin zur Landschaftspflege werden erläutert. »Wir möchten mit diesem Film vor allem die Jugend ansprechen und in die Schulen damit gehen«, erklärte Bauernverbandsgeschäftsführer Reinhard Lampoldshammer.

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Kreisobmann Anton Kern hielt einen Rückblick auf das abgelaufene Jahr. Es waren wieder viele Termine zu absolvieren gewesen. Ein besonderer Höhepunkt war der »Tag der offenen Alm« auf der Bichler–alm in Weißbach an der Alpenstraße. Zu diesem Aktionstag waren die Interessenten in Scharen gekommen, um sich aus erster Hand über die Almwirtschaft zu informieren.

Sorgen bereitet dem Kreisobmann die Entwicklung auf dem Milchmarkt. Und damit ist er nicht alleine, denn die fallende Kontingentierung im kommenden Jahr lässt kaum Prognosen zu. Die Märkte in der EU sind gesättigt, so muss die Milch auf dem Weltmarkt abgesetzt werden. Unklarheit herrscht auch noch in der Förderpolitik. In dem von Milchwirtschaft geprägten Landkreis Berchtesgadener Land lasse sich Milchproduktion ohne Subventionen nicht realisieren. Gerade in den Bergbaugebieten, in denen aufgrund der geringeren Fläche eine höhere Produktion nicht möglich ist. Kern zeigte zwar Verständnis, dass die Molkereien starkem Druck in der Milchpreispolitik ausgesetzt sind, forderte aber faire Preise für die Bauern.

Mit verschiedenen Aktivitäten soll Imagepflege für die Landwirtschaft betrieben werden. Dazu gehört neben dem gezeigten Film auch die Bildung eines Arbeitskreises, der sich unter anderem um bessere Öffentlichkeitsarbeit kümmern soll. Teisendorfs Bürgermeister Thomas Gasser befürwortete die Kampagne zur Imagepflege und zeigte Verständnis für die Sorgen um die Milchpreisentwicklung. Gasser sagte den Vertretern der Landwirtschaft einen offenen Umgang vonseiten der Kommune zu.

Landratsstellvertreter Helmut Fürle bedauerte den Regulierungswahn der EU und meinte dazu, dass die Milchpreispolitik ein Beispiel dafür sei, wie den Bauern das Überleben schwer gemacht werde. Eine starke Lobby erhalte die Landwirtschaft durch den Bauernverband. Der Vertreter des Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, Rolf Öhler, bat die Zuhörer um Verständnis, dass künftig weniger Beratungs- und Informationsveranstaltungen abgehalten werden können. Das begründe sich in Personalabbau und immer umfangreicheren Vorgaben bei verschiedenen Antragsverfahren und ständig neuen Programmen, die aufgelegt werden.

Am Ende der Veranstaltungen standen Ehrungen an. Franz Gumpinger aus Anger und Johann Höglauer aus Teisendorf haben die Prüfung zum Landwirtschaftsmeister absolviert. Vonseiten des Kreisverbandes wurden sie mit einem Präsent bedacht. mh