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Milchbauern demonstrieren für fairen Preis

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Eine Erinnerung an Bergader, wer es zu der Firma gemacht hat, die sie heute ist. (Foto: Albrecht)

Waging am See – Die Milchpreise fallen und auch die Molkerei Bergader in Waging will die Auszahlungspreise an die Bauern senken. Viele von ihnen stehen aber schon jetzt mit dem Rücken an der Wand. Eine weitere Senkung würde das »Aus« für viele von ihnen bedeuten. Gut 60 der Bauern, die ihre Milch an Bergader liefern, wollten deshalb Einfluss nehmen auf die Preisverhandlungen zwischen Bergader und der Milcherzeugergemeinschaft.


Mit einer Kuh, mehreren Traktoren, Bannern und Kuhglocken waren sie vor die Firmenzentrale gezogen. Ausgegangen war der Aufruf von Hans Haunerdinger aus Leobendorf und Sepp Hubert. Bauern aus dem Kreis Traunstein hatten sich denen aus dem Landkreis Berchtesgadener Land angeschlossen. Während der gesamten Verhandlungszeit machten die Bauern vor den Fenstern des Verhandlungsraumes auf sich aufmerksam.

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Es war vor allem der Vorsitzende der Milcherzeugergemeinschaft, Paul Obermeier, der den Bauern die Standpunkte der Firma und die bisherigen Verhandlungsresultate erläuterte. Oft wurde dabei auf den Weltmarkt verwiesen. Dieser habe aber sicher nur wenig Einfluss auf die lokalen Gegebenheiten, meinten die Bauern. Zudem könnten auch auf dem Weltmarkt höhere Preise für qualitativ hochwertige Milch aus der Region und die Produkte daraus erzielt werden. Für einen deutsches Auto müsse auf dem Weltmarkt auch mehr bezahlt werden als für andere Autos.

Während der Wartezeit legten Haunerdinger und Hubert dar, wie wichtig es für die Bauern sei, mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen und sich nicht auseinanderdividieren zu lassen. Sie wiederholten auch die Erklärung, Bauern wollten keine Subventionen oder »Trostpflästerchen« von staatlicher Seite, sondern einen fairen Milchpreis, von dem sie leben können.

Ein besonderes Lob galt der Genossenschaftsmolkerei in Piding, die auch in der gegenwärtig angespannten Situation versuche, in Hinsicht auf die Preise so fair wie möglich zu sein. Während Piding immerhin noch 38 Cent für einen Liter Milch bezahlt, gibt es von anderen Molkereien nur noch 30 Cent, oder noch weniger. Wie Hubert feststellte, ergebe das einen Minder-Ertrag von 600 bis 800 Euro pro Kuh und Jahr. Ohne die »Bremse« der Pidinger Molkerei wären die Preise noch weiter im Keller. al