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Mietenkam bekommt eine neue Mitte

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Grassau. Auf dem Boden befand sich noch eine Schutzabdeckung und die rund 80 Gäste saßen auf Bierbänken. Doch dafür konnte der Gemeindepolitischen Aschermittwoch der SPD Grassau am angestammten Ort über die Bühne gehen. Die vormalige Wirtin des Gasthauses Kampenwand hatte die Sozialdemokraten schon vorab in den künftigen Veranstaltungsraum im noch nicht fertiggestellten Neubau gelassen.


Bürger müssen Angebot auch nutzen

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Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke ging gleich zu Beginn seiner Rede auf die Ortskernsanierung in Mietenkam ein. Diese biete die Möglichkeit, den Ort attraktiver zu machen und mit mehr Leben zu erfüllen. Die Voraussetzungen für einen neuen Dorfplatz und einen Dorfladen seien geschaffen. Natürlich liege es künftig auch an den Mietenkamern selbst, das Angebot zu nutzen, so der Bürgermeister. Das Gleiche gelte für den Versammlungsraum. Er biete die Möglichkeit für viele Veranstaltungen – von Versammlungen, Vorträgen bis Ausstellungen, aber auch für dörfliche und private Feierlichkeiten.

Ein Anschluss Mietenkams an das gemeindliche Fernwärmenetz sei aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht sinnvoll, so Bürgermeister Jantke. Für Mietenkam sollte man sogenannte Insellösungen in Betracht ziehen. Eine Hoffnung hierfür sei der Heatpipe-Reformer neben dem Heizwerk gewesen. Der Betrieb sei aber wegen der Insolvenz des Betreibers eingestellt worden. Ein deutsches Unternehmen wolle jetzt die Anlage übernehmen.

Nachdem nun weite Teile von Grassau und ganz Rottau über einen schnellen Internet-Anschluss verfügen würden, gäbe es durch die Auflage eines neuen Breitband-Förderprogramms auch gute Chancen für das schnelle Internet in Mietenkam. Ein solches sei nicht nur für Gewerbebetriebe nötig, sondern gehöre mittlerweile zum Bedarf der breiten Bevölkerung.

Radweg von Mietenkam zum Chiemsee war Thema

Abschließend betonte Jantke, dass er hofft, seine Arbeit als Bürgermeister fortsetzen zu können. Er wünsche sich dabei eine starke SPD-Fraktion.

Auf die Frage von Volker Schindelmayr, wann denn endlich der Radlweg von Mietenkam zum Chiemsee gebaut werde, stellte der Bürgermeister fest, dass sich damit nun schon nacheinander drei Überseer Bürgermeister befasst hätten.

Das Bemühen, im Überseer Gemeindegebiet die nötigen Voraussetzungen zu schaffen, seien bisher aber an der fehlenden Bereitschaft von Grundstückseigentümern gescheitert. So werde die Strecke wohl eine der letzten Kreisstraßen im Landkreis Traunstein ohne begleitenden Radweg bleiben.

Auch über Hochwasserschutz wurde gesprochen

Auf die Frage nach der Vereinbarung der Nutzung der Tiroler Ache zur Stromerzeugung und den Belangen des Hochwasserschutzes erläuterte Xaver Schreiner, dass eine Stromnutzung nicht zu einer Erhöhung der Hochwassergefahr führen dürfe. Zudem sei jedem Verantwortlichen in den Gemeinden des Ökomodells klar, dass keine Maßnahme getroffen werde, welche die vorhandene Bebauung sowie die landwirtschaftlichen Flächen gefährden werde.

Zum Hochwasserschutz stellte Rudi Jantke fest, dass die große Politik in den Zeiten des Hochwassers zwar regelmäßig große Ankündigungen zu zukünftigen Maßnahmen mache. Umso mehr Zeit danach vergehe, umso mehr verschwinde das Thema dann aber wieder aus der öffentlichen Diskussion. Es müssten aber umgehend Maßnahmen getroffen werden, damit die Orte auch in Zukunft sicher seien.

»Dabei brauchen wir keine höheren Dämme, sondern Retentionsflächen, in welche das Hochwasser abfließen kann«, betonte der Bürgermeister. Diese ließen sich aber nur finden, wenn es angemessene Ausgleichszahlungen für die betroffenen Landwirte gebe, so Jantke.