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Michaela Ober geht für die ÖDP ins Rennen

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Michaela Ober ist ÖDP-Bundestagskandidatin im Wahlkreis Traunstein-Berchtesgadener Land.

Waging am See – Michaela Ober ist ÖDP-Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Traunstein-Berchtesgadener Land. Sie wurde bei der Nominierungsversammlung in Waging einhellig nominiert. Ferner wurden die Sonderdelegierten für die Vertreterversammlung zur Aufstellung der Landesliste Bayern zur Bundestagswahl im September gewählt.


Da derartige Aufstellungsversammlungen verpflichtend als Präsenz-Veranstaltung durchzuführen sind, wählten die ÖDP-Kreisvorsitzenden Georg Huber (Traunstein) und Wilhelm Winkler (BGL) das Wilhelm-Scharnow-Stadion, wo unter Beachtung der Vorgaben zur Pandemie-Bekämpfung ein solches Treffen möglich war. Die Versammlung war zuvor vom Landratsamt als »triftiger Grund« gewertet worden. Somit waren die Teilnehmer aus dem Berchtesgadener Land von der 15-Kilometer-Beschränkung nicht betroffen.

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Michaela Ober ist als Fahrdienstleiterin bei der Südostbayernbahn beschäftigt. Die 52-jährige Traunsteinerin stammt aus Oberwössen und ist Mutter von drei erwachsenen Kindern. Sie sieht ihre politischen Schwerpunktthemen im Natur- und Klimaschutz. Ein besonderes Anliegen ist Ober der Ausbau der Schienen-Infrastruktur und die Förderung des ÖPNV. Als ihren größten Wunsch sieht die Bundestagskandidatin, »dass die Menschlichkeit und die Menschenwürde wieder in Europa Einzug halten.« Ober sagte, dass sie durch die Flüchtlingskrise 2015 zu ihrem politischen Engagement gekommen sei. »Da beschäftigte ich mich immer mehr mit unserer Regierung und sah, was da abgeht und falsch läuft. Als Servicemensch mit Herz sind mir die Menschen auf diesem Planeten wichtig und da ist viel zu viel, was extrem falsch läuft.« Ober sieht den »irrsinnigen Wachstumsgedanken als nicht mehr lange durchzuhalten«, sie fordert, dass »wir uns endlich wieder auf die wahren, die wichtigen Werte besinnen«. Damit meine sie den »Grundstock der Menschheit, die Erde«. Die Kandidatin wählte deutliche Worte: »Um die Erde zu retten, müssen wir komplett umdenken. Da helfen keine halbherzigen Klimaziele mehr. Wir können Geld nicht atmen. Es ist ein Unding, dass sich Firmen von den CO2-Zielen freikaufen können. Von dem Geld können wir keine Insekten kaufen, es gibt keinen Laden, der Bienen verkauft, Vögel oder Photosynthese, keine Natur und keine Menschen.« Ober forderte eine Vergünstigung des ÖPNV, »es darf nicht sein, dass es billiger ist, mit dem Auto zu fahren oder auf innerdeutschen oder europäischen Fernstrecken zu fliegen. Hier muss richtig investiert werden.« Gefördert werden sollten laut Ober junge Unternehmen, die nachhaltig, sauber und fair produzieren. Für die ÖDP-Kandidatin resultieren die weltweiten Fluchtursachen von Menschen aus dem Raubbau der Natur und aus dem Waffenhandel – auch aus Deutschland.

Ober forderte dazu auf, »endlich die Menschen in Griechenland, Bosnien, Libyen und anderen Krisenländern zu retten. Sie erfrieren, verhungern, verenden an Krankheiten. Kleine traumatisierte Kinder lachen nicht mehr und haben Suizidgedanken. Wir lassen Menschen im Mittelmeer ertrinken, Frontex ist an illegalen Pushbacks beteiligt.« Die ÖDP-Bundestagskandidatin kritisierte die Verachtung der Menschenwürde in deutschen Ankerzentren, »da werden die Menschenrechte mit Füßen getreten. Ich kann nicht mehr ruhig in meinem warmen Zuhause mit vollem Kühlschrank sitzen. Ich will nach Berlin und denen gehörig auf die Nerven gehen. Solange, bis sie endlich die Weichen richtig stellen und geradeaus fahren«, so die 52-Jährige.

Die Traunsteiner ÖDP-Kreisrätin Dr. Ute Künkele erinnerte Ober daran, sich ebenso gegen Flächenverbrauch und gegen einen weiteren Straßenbau einzusetzen. Stattdessen müssten mehr naturnahe Möglichkeiten bedacht und Raum für Natur- und Klimaschutz geschaffen werden. »Mach dich stark dafür!«, trug Künkele der Bundestagskandidatin auf.

Auch BGL-Kreisrätin Agnes Thanbichler wünschte Ober einen erfolgreichen Wahlkampf zugunsten einer Welt, bei der nach der Pandemie nicht die Probleme vor der Pandemie aus dem Blick verloren werden dürften.

Als Delegierte wurden einstimmig gewählt Michaela Ober, Barbara Regensburger, Helmut Kauer, Hermann Dietzinger, Maria Dirnaichner und Andreas Huber. Die Wahl der Vertrauenspersonen erfolgte ohne Gegenstimmen zugunsten von Dr. Ute Künkele und Wilhelm Winkler, zur Schriftführerin gewählt wurde Petra Huber.

Georg Huber, der als Gastgeber und Wahlleiter eine außergewöhnliche Versammlung unter besonderen Bedingungen organisiert hatte, gab Michaela Ober mit einer Vase aus selbst gezogenen vierblättrigen Kleeblättern gute Wünsche für die bevorstehenden Herausforderungen mit.

az

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