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Menschenwürde darf nicht unter die Räder kommen

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Ehrung für 35 Jahre Dienst beim Diakonischen Werk (von links): Peter Huber, die Leitungskräfte Andrea Kinzner und Christa Rinner, Walburga Daxenberger, Heike Bauregger, Ursula Zimmermann, Hannelore Baumgartner, Birgit Schiller, Kurt Schmoll. (Foto: H. Eder)

Traunstein – Beim Gottesdienst zum Diakoniesonntag standen die Mitarbeitenden im Mittelpunkt. 29 von ihnen wurden für Dienstzeiten zwischen 15 und 35 Jahren geehrt. Die Predigt hielt Annekathrin Preidel, die Präsidentin der evangelisch-lutherischen Landessynode; sie forderte, das Miteinander in der Gesellschaft so zu organisieren, »dass die Menschenwürde nicht unter die Räder kommt und der Ökonomie zum Opfer fällt«.


In ihrer Predigt würdigte Synodenpräsidentin Preidel das Beziehungsnetz, das Kirchengemeinde Traunstein und Diakonisches Werk gemeinsam gewoben hätten. Aufgrund des Evangeliums von einem Gelähmten, den vier Freunde unter schwierigen Umständen zu Jesus gebracht hatten, stellte sie heraus, wie wichtig es sei, dass der Mensch aufgefangen werde »von der heilsamen Nähe Gottes«. Wenn sich Menschen verzettelt haben, wenn sie eigentlich keine Zukunft mehr haben, dann müsse die »Gemeinschaft der Helfer« eingreifen. Dann müsse ein Netz geknüpft werden, das auch trage.

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Mit Blick auf das Motto der diesjährigen Herbstsammlung der Diakonie – »Allein Familie sein ... mit Unterstützung der diakonischen Einrichtungen den Alltag gut meistern« – sagte die Synodalpräsidentin: »Wir können nicht hinnehmen, dass der überwiegende Teil der Alleinerziehenden am Existenzminimum lebt, weil sie allein tragen müssen, was oft selbst Familien zu schwer ist.« Preidel kritisierte auch, dass die Rahmenbedingungen für Krankenhäuser schlechter würden, wenn nicht nach Heilungserfolg, sondern nach Leistungsaufwand bezahlt werde. Darum sei die Tätigkeit der Diakonie dringend nötig.

Beim Gottesdienst wurden außerdem drei neue Mitarbeiter des Diakonischen Werks in ihre Ämter eingeführt: Christine Bohl, Geschäftsbereichsleiterin der kirchlichen allgemeinen Sozialarbeit, Ronny Markert als neuer Geschäftsbereichsleiter der Wohngruppen-Jugendhilfe, Diakon Jörg-Simon Löblein als Geschäftsbereichsleiter der Gruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und Projektleiter Bildungsmanagement. Für eine beschwingte musikalische Gestaltung sorgte der Gospelchor der Kantorei unter Leitung von Ulrike Ruf, der viel Applaus bekam.

Mitarbeitende aus den vielen Tätigkeitsfeldern der Diakonie standen dann auch im Mittelpunkt der Ehrungen, die im Anschluss an den Gottesdienst stattfanden. Diakonie-Geschäftsführer Thomas Zugehör stellte fest, es seien an diesem Tag 680 Jahre Dienst am Diakonischen Werk zu ehren. Die Mitarbeitenden sorgten selbst bei schwierigstem Klientel dafür, dass das Jahresthema »Nehmet einander an, wie Christus euch angenommen hat«, Wirklichkeit werde.

29 der rund 1000 Mitarbeitenden des Diakonischen Werks wurden für Dienstzeiten zwischen 15 und 35 Jahren geehrt. Dies geschah in einer sehr persönlichen Art und Weise: Die jeweiligen Dienststellenleiter schilderten in zumeist sehr persönlichen und anrührenden Worten die Verdienste der zu ehrenden Mitarbeitenden. Danach bekamen diese Urkunden sowie das Kronenkreuz in Silber für 20 Jahre beziehungsweise in Gold (für 25 Jahre) überreicht.

Geehrt wurden für 35 Jahre: Hannelore Baumgartner (Geschäftsstelle/Personalwesen), Peter Huber (Wilhelm-Löhe-Heim Traunreut), Heike Baur-egger, Walburga Daxenberger und Ursula Zimmermann (Wilhelm-Löhe-Förderzentrum), Kurt Schmoll (Service & Pflege gGmbH) und Birgit Schiller (Geschäftsstelle Traunstein/Leitung Verwaltungsstelle); für 30 Jahre: Beate Klapp und Andrea Kinzner (Wilhelm-Löhe-Heim); für 25 Jahre: Annemarie Kulina (Diakoniestation Traunstein) und Brigitte Grüner (Wilhelm-Löhe-Förderzentrum).

Für 20 Jahre: Anneliese Baumgartner (Soziale Dienste), Marianne Mitterer (Wohnen für Mutter und Kind), Brigitte Roßmanit (Frühförderung Traunreut), Christine Hepp und Christian Diem (Wilhelm-Löhe-Tagesstätte), Susanne Tann (Wilhelm-Löhe-Förderzentrum), Claudia Honsberg und Andreas Wiehl (Fachakademie Mühldorf), Andrea Fischer, Rosa-Maria Auer und Theresia Meiereder (Diakoniestation Freilassing); für 15 Jahre: Alexandra Plenkers (Kinderkrippe »Die Murmel« Traunstein), Christina Mester-Wagner und Marie-Ilse Werner (Wilhelm-Löhe-Heim), Markus Mayer (Tageszentrum Waldkraiburg), Kerstin Niemitz, Christiane Kraller und Irmgard Schroll (Seniorenzentrum Wartberghöhe Traunstein).

Besonders emotional war die Ehrung von Birgit Schiller, die nach 35 Jahren Tätigkeit an der Geschäftsstelle demnächst in Pension gehen wird. Diakonie-Geschäftsführer Zugehör wurde bei seinen Abschiedsworten immer wieder von Rührung überwältigt. Großen Beifall spendeten danach die Besucher der scheidenden Mitarbeiterin. he